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Fahrräder (Quelle: iStock/ svetikd)

Deutschlands Radverkehr boomt

Ob als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung, für die Freizeit oder den Urlaub: Das Fahrrad liegt in Deutschland mehr denn je im Trend. Über 80 Prozent der Deutschen nutzen das Fahrrad. Damit sind wir eine der führenden Fahrradnationen. Immer mehr Menschen verzichten vor allem bei Distanzen von bis zu 15 Kilometern auf ihr Auto und nehmen stattdessen das Fahrrad. Gut so! Denn Radfahren entlastet die Umwelt und fördert die eigene Fitness. Zudem ist das Fahrrad ein wichtiger Technologieträger: Es ist Vorreiter für Elektroantriebe und gewinnt durch die Digitalisierung weiter an Attraktivität. Grund genug für das BMVI, die Weiterentwicklung und Verbesserung des Radverkehrs mit Nachdruck voranzutreiben.

Hintergrund

Radverkehrsaufkommen soll weiter steigen

Schon heute stellt der Radverkehr einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen trägt er dazu bei, viele aktuelle und zukünftige verkehrspolitische und gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.

Damit in Zukunft noch mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, will das BMVI den Radverkehr in den kommenden Jahren noch stärker fördern: Ganz aktuell auf der Agenda stehen Finanzhilfen für den Bau von Radschnellwegen der Länder und Kommunen. Hinzu kommt der Erhalt und die Erweiterung von Radwegen entlang von Bundesstraßen und Bundeswasserstraßen mit zurzeit fast 19.000 km Streckenlänge. Außerdem werden vielfältige Projekte im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

Ein Fahrrad in Bewegung

Radschnellwege

Bereits jetzt verlaufen entlang von Bundesstraßen insgesamt 18.600 Kilometer Radwege (Stand: 01. Januar 2017). Für ihren Erhalt und die Erweiterung stellt der Bund seit 2015 jährlich rund 98 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Schnellstraße für den Radverkehr

Eine relativ neue Form der Radverkehrsinfrastruktur sind die sogenannten Radschnellwege.
Diese Premium-Radwege sind aufgrund besonderer baulicher Standards für den schnellen, möglichst störungsfreien Verkehr bestimmt. Damit sind Radschnellwege insbesondere für urbane Räume und Metropolregionen interessant. Sie dienen dazu, Pendlerverkehre verstärkt mit dem Fahrrad abzuwickeln, Staus zu vermeiden und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Radschnellwege können negative Verkehrsfolgen wie Lärmbelastung und Schadstoffemissionen reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Aktuelle BMVI-Förderung

Der Bund fördert Radschnellwege in der Baulast der Länder und Kommunen mit zunächst 25 Millionen Euro jährlich. Das entsprechende Gesetz ist in Kraft.

Deutschlandweit haben Radschnellwege nach ersten Schätzungen ein Potenzial von insgesamt rund 1.400 Kilometern Streckenlänge. Ein erstes Teilstück des Radschnellweges 1 im Ruhrgebiet (RS1) ist bereits eröffnet.

Weiterführende Informationen

Ein Fahrradfahrer fährt neben einer grünen Fahrrad-Ampel

Nationaler Radverkehrsplan 2020

Nachhaltige Mobilität dank Nationalem Radverkehrsplan (NRVP)

Der Nationale Radverkehrsplan 2020 des BMVI macht den Radverkehr für Sie noch attraktiver. Anhand von neun konkreten Handlungsfeldern

  • Radverkehrsplanung und -konzeption,
  • Infrastruktur,
  • Verkehrssicherheit,
  • Kommunikation,
  • Fahrradtourismus,
  • Elektromobilität,
  • Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln,
  • Mobilitäts- und Verkehrserziehung sowie
  • Qualitätskontrolle

zeigt der NRVP auf, welche Maßnahmen zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Radverkehrs erforderlich sind und erläutert entsprechende Schritte von Bund, Ländern und Kommunen.

Das BMVI ist seit Inkrafttreten des ersten NRVP im Jahr 2002 Moderator, Koordinator und Impulsgeber für den Radverkehr. Zur Umsetzung des NRVP fördert das BMVI jedes Jahr innovative Modellprojekte zu einzelnen Handlungsfeldern oder aktuellen Themen. Außerdem wird ein regelmäßiges Monitoring zum Radverkehr durchgeführt.

Hätten Sie gewusst, dass …

... rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland (mindestens) ein Fahrrad besitzen?
... es in Deutschland rund 72 Millionen Fahrräder gibt, mehr als jedes andere Verkehrsmittel?
... bundesweit rund zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden?
... es insgesamt etwa 18.600 Kilometer Radwege allein entlang deutscher Bundesstraßen gibt?
... jedes Jahr ungefähr 200 bis 300 Kilometer neue Radwege entlang der Bundesstraßen gebaut werden?
... das BMVI bereits über 210 Modellprojekte gefördert hat, die Impulse für den Radverkehr gegeben haben?

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrräder werden im Wasser gespiegelt

Der Deutsche Fahrradpreis

Gewinner 2018

Am 22. Februar 2018 wurden unter großem Beifall des prominenten Fachpublikums die Gewinner des Deutschen Fahrradpreises 2018 im Congress Center West in Essen ausgezeichnet.

Sieger in der Kategorie Infrastruktur ist das Projekt Deutschlands erstes Fahrradquartier.
Mit dem Fahrradquartier zeigt die Hansestadt Bremen einen ganzheitlichen und quartiersbezogenen Ansatz. Die Donaubrücke Deggendorf sicherte sich als Maßnahme zur Förderung der Nahmobilität den zweiten Platz vor dem drittplatzierten Ausbau von Komfortradwegen in der Stadt Nordhorn.

Die Kategorie Kommunikation konnte das Projekt Volksentscheid Fahrrad: Berlin dreht sich! – Deutschlands erstes Fahrradgesetz für sich entscheiden. Den zweiten Platz belegte Der inoffizielle Radschnellweg Ruhr – Die Fanseite des RS1, welche rund um den Radschnellweg informiert. Das drittplatzierte Projekt Veloversity ist eine E-Learning-Plattform für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonal.

In der Kategorie Service setzte sich das Projekt #Bikeygees e.V. durch, das die Integration geflüchteter Frauen fördert. Der zweite Platz ging an das Projekt Interkommunales Qualitätsmanagement Radwege im Oberbergischen Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis.
Den dritten Platz belegte das Projekt Ein Rad für alle Fälle aus dem Rhein-Sieg-Kreis mit einem Pedelec-Vermarktungskonzept für Pendler.

Den Video- und Fotowettbewerb unter dem Motto Mein Rad kann … gewannen Christoph Grothe in der Kategorie Video und Anton Scholtalbers in der Kategorie Foto.

Den Preis als fahrradfreundlichste Person des öffentlichen Lebens konnte in diesem Jahr der Schauspieler Hannes Jaenicke entgegennehmen.

Richtungsweisende Innovationen – von Radfahrern für Radfahrer

Der Deutsche Fahrradpreis wird seit dem Jahr 2000 jährlich vom BMVI und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. ausgelobt.
Als Partner und Sponsoren des Wettbewerbs engagieren sich der Zweirad-Industrie-Verband e.V. und der Verbund Service und Fahrrad g.e.V

Ausführliche Informationen zu den Nominierten, die Jurybegründung, Factsheets zu den Gewinnern sowie Bilder der Preisverleihung finden Sie auf der Website des Deutschen Fahrradpreises.

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrradfahrer im Wald

Radweg Deutsche Einheit

Mit dem Fahrrad von Bonn nach Berlin – oder umgekehrt?

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 2015 hat das BMVI das Projekt Radweg Deutsche Einheit initiiert. Der Radweg verbindet die Städte Bonn und Berlin; er steht symbolisch für das Zusammenwachsen der deutsch-deutschen Verkehrsinfrastruktur. Dabei führt er durch insgesamt sieben Länder: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Unterwegs radeln Sie an rund 100 historischen Schauplätzen und Erinnerungsstätten vorbei.

Sie werden staunen!

Waren Sie zum Beispiel schon mal am Deutschen Eck in Koblenz oder in der Sacrower Heilandskirche in Potsdam? Entlang der gesamten Route können Sie bald moderne Radstätten mit freiem WLAN, digitalen Touchpads und Solarzellentechnik kostenfrei nutzen. Hier können Sie Ihr Elektrofahrrad aufladen, sich über die Region informieren, Ihre weitere Route planen oder die nächste Unterkunft buchen. Damit Sie unterwegs auf Bus und Bahn umsteigen können, ist der Radweg an über 180 Knotenpunkten an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden, darunter an 135 Bahnhöfe und 19 Fernbusbahnhöfe. Anfangs- bzw. Endpunkte des Radwegs sind die Standorte des BMVI in Bonn und Berlin.

Über die komoot-App können Sie sich den Radweg auf Ihr Smartphone holen und auch einzelne Etappen bequem planen.

komoot-App für Android (Google)
komoot-App für Android (Google)

Quelle: Radweg Deutsche Einheit

komoot-App für iOS (Apple)
komoot-App für iOS (Apple)

Quelle: Radweg Deutsche Einheit

Weiterführende Informationen

Drei Generationen beim Ausflug mit dem Rad

Fahrradportal

Digitale Vernetzung – immer am Puls der Zeit

Als größte deutschsprachige Informations- und Kommunikationsplattform für den Radverkehr bündelt das Fahrradportal - ein zentrales Instrument des Nationalen Radverkehrsplans - für Fachleute aus Verwaltung und Forschung, aber auch für Bürgerinnen und Bürger, aktuelle Informationen rund um den Radverkehr. Hierzu zählen die neuesten Maßnahmen, Entwicklungen und Statistiken, Neuerungen in den Regelwerken, Veranstaltungen, Forschungsberichte und Veröffentlichungen, gute Praxisbeispiele sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Berichtet wird vorwiegend aus dem Inland, aber ausgewählte Entwicklungen, Veröffentlichungen, Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele aus dem Ausland bieten auch den Blick über den Tellerrand. Damit ist das Fahrradportal ein wichtiges Instrument, um die Umsetzung einer radverkehrsfreundlichen Politik durch Wissensaustausch und Kommunikation zu fördern.

Radfahren begeistert mich. Es ist umweltfreundlich und gesundheitsfördernd.

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur

Weiterführende Informationen

Fahrradpedal

Innovationen made in Germany

Das Fahrrad ist eine herausragende Erfindung und hat sich in unserer Gesellschaft als modernes Verkehrsmittel etabliert. Seit 1817 gehört das Fahrradfahren zu den schönsten Formen der Fortbewegung.

Kaum eine Erfindung begleitet uns so treu durch unser Leben wie das Fahrrad. Von den ersten wackeligen Fahrversuchen als Kind bis zu gemütlichen Spazierfahrten im hohen Alter bleibt unser Fahrvergnügen ungebrochen. Egal wie alt wir sind, das Fahrradfahren verlernen wir nie. Dabei ist das Rad viel mehr als nur ein Fortbewegungsmittel: In zwei Jahrhunderten wurde in Deutschland das Rad immer wieder neu erfunden und so unsere Welt und unseren Alltag nachhaltig verändert. Seit seiner Erfindung durch Karl Drais vor 200 Jahren wurde das Fahrrad stetig weiterentwickelt. Ob als Renn-, Falt-, Liege-, Lasten- oder Elektrorad – ob mit einem, zwei oder drei Rädern: Mit seinen vielen Modellvarianten ist das Fahrrad der beste Beweis dafür, dass Leidenschaft erfinderisch macht.

Weiterführende Informationen