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Verkehr und Mobilität

Mobilität ist zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben.

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Fragen und Antworten zum Feldversuch Lang-Lkw

Wie viele Unternehmen haben sich bislang bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) angemeldet, um beim Feldversuch mitzumachen?

Es haben sich bislang 56 Unternehmen mit 145 Lang-Lkw bei der BASt gemeldet (Stand 18.05.2016).

An wen muss ein Transporteur sich wenden, wenn er beim Feldversuch mitmachen möchte?

Der Transportunternehmer muss sich wissenschaftlich begleiten lassen. Seine Teilnahme an dem Feldversuch hat er der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach anzuzeigen.

Kann man dann gleich "auf die Straße" oder was muss danach getan werden?

Die Ausnahme-Verordnung stellt an die Teilnahme gewisse Bedingungen und Auflagen. Beispielhaft genannt werden

  • Anzeige der Teilnahme bei der BASt
  • Ausrüstung des Lkw mit einer rückwärtigen Kamera am Heck der Fahrzeugkombination
  • Einweisung in das Fahrzeug

Werden die Auflagen und Bedingungen erfüllt, dann kann der Versuch beginnen.

Gibt es bezüglich der technischen Zusatzeinrichtungen noch Präzisierungen?

Die Ausnahme-Verordnung präzisiert die technischen Details der Lang-Lkw größtenteils mit Verweis auf technische EU-Richtlinien.

Gibt es eine Liste dieser Unternehmen?

Nein. Eine Veröffentlichung ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Gibt es eine Obergrenze bei der Zahl der zugelassenen Lang-Lkw?

Nein.

Gibt es pro Unternehmen eine Obergrenze?

Nein.

Gibt es eine Frist, bis zu welchem Termin man sich für den Feldversuch angemeldet haben muss? Wie lange gilt die Genehmigung für den Lang-Lkw?

Nein. Die Ausnahme-Verordnung tritt nach fünf Jahren außer Kraft.

Wie schwer dürfen die Lang-Lkw sein?

Lang-Lkw dürfen die herkömmlichen Achslasten und Gesamtmassen nicht überschreiten. Damit bleibt es bei maximal 40 Tonnen. Nur wenn sie im Kombinierten Verkehr eingesetzt werden, dann sind 44 Tonnen Gesamtmasse wie ansonsten auch üblich zulässig.

Was sind die Erwartungen an die Einsparpotentiale?

Bisherige Studien mit längeren Lkw in den Ländern haben ein deutliches Einsparpotential an CO2 und Kraftstoff aufgezeigt. Modelltheoretische Berechnungen werden jetzt im Echtbetrieb auf ihre Belastbarkeit hin untersucht. Genaue Zahlen können dann nach der Auswertung durch die BASt genannt werden. Erste Rückmeldungen der Unternehmen haben die Erwartungen an die Einsparpotentiale sogar übertroffen.

Welche Ausbildung müssen die Fahrer haben?

Die Fahrer müssen mindestens fünf Jahre ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis CE sein. Zudem benötigen sie fünf Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werkverkehr.

Darf der Fahrer eines Lang-Lkw Punkte in Flensburg haben?

Die Ausnahme-Verordnung sagt dazu nichts. Also gelten die allgemeinen Regelungen.

Dürfen Lang-Lkw andere Verkehrsteilnehmer überholen?

Auf Autobahnen nicht. Im Übrigen dürfen mit ihnen nur Fahrzeuge überholt werden, die nicht schneller als 25 km/h fahren können oder dürfen.

Dürfen die Lang-Lkw bei Schnee fahren? Wer entscheidet darüber und wie wird ein Verbot kommuniziert?

Die Ausnahme-Verordnung trifft dazu keine Aussagen, damit kommen die normalen Regelungen der Straßenverkehrs-Ordnung zur Anwendung.

Was geschieht, wenn ein Unternehmen gegen die Auflagen verstößt? Gibt es eine Art "Bußgeldkatalog"? Wann droht der Verlust der Sondergenehmigung/der Erlaubnis?

Erfüllt der Unternehmer, der Lang-Lkw oder der Fahrer eine der genannten Auflagen oder Bedingungen nicht, fällt der Lang-Lkw nicht mehr unter die Ausnahme-Verordnung. Dann kommen die normalen zulassungsrechtlichen und verhaltensrechtlichen Vorschriften zur Anwendung. Der Lang-Lkw ist dann ohne notwendige Ausnahmegenehmigung bzw. Erlaubnis unterwegs. Dies stellt einen Verstoß gegen straßenrechtliche und straßenverkehrsrechtliche Vorschriften dar.

Welche Länder nehmen an dem Feldversuch teil?

Aktuell sind 13 Länder am Feldversuch beteiligt. Als jüngstes teilnehmendes Land hat Brandenburg im Rahmen der 6. Änderungs-VO erstmals Strecken gemeldet.

Die Länder Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen machen vollständig beim Feldversuch mit. In diesen Ländern, wie überdies auch in Nordrhein-Westfalen, darf der verlängerte Sattelauflieger mit 17,80 m gemäß § 2 Abs. 2 der Ausnahme-Verordnung das gesamte Straßennetz befahren. Die bis zu 25,25 m langen anderen am Feldversuch teilnehmenden Fahrzeugkombinationen müssen das Positivnetz benutzen.

Bremen hat seit der zweiten Änderungs-Verordnung sein Autobahnnetz freigegeben. Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg haben zahlreiche Strecken zum Befahren mit Lang-Lkw freigegeben. Daneben existieren noch einzelne Lückenschlüsse über das Bundesautobahnnetz in Sachsen-Anhalt. Hier dürfen aber auch die Lang-Lkw mit 17,80 m, wie auch in Bremen, die Autobahnen nicht verlassen, es sei denn, sie koppeln zuvor auf einen StVZO-konformen Lkw um.

Wie lang ist das Positivnetz?

Nach der in Kraft getretenen sechsten Änderungs-Verordnung hat das Positivnetz nun insgesamt eine Länge von rund 11.600 Kilometern, etwa 70 % sind davon Autobahnen. Dies entspricht über der Hälfte des gesamten BAB-Netzes in Deutschland und spiegelt nahezu das gesamte BAB-Netz der am Feldversuch beteiligten Bundesländer wider. Der Anteil des für Lang-Lkw freigegebenen nachgeordneten Straßennetzes auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen entspricht bezogen auf das überörtliche Straßennetz ohne BAB der am Feldversuch teilnehmenden Länder zwei Prozent. Dies ist etwa ein Prozent des gesamten überörtlichen Straßennetzes ohne BAB in Deutschland.

Was passiert, wenn während der Fahrt eine Strecke des Positiv-Netzes sich als nicht befahrbar heraus stellt (Sperrung etc.)? Darf ein Lang-Lkw dann eine Ausweichroute nutzen?

Der Lang-Lkw darf nur auf dem verkündeten Streckennetz verkehren. Weisungen der Polizeibeamten nach § 36 StVO, von dem die Ausnahme-Verordnung keine Abweichung trifft, gehen vor und sind zu beachten. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit der Abkoppelung an geeigneter Stelle.

Was passiert, wenn in einem Bundesland, das den Feldversuch unterstützt, eine neue Regierung gewählt wird, die den Feldversuch verbietet?

Die Ausnahme-Verordnung bleibt dennoch gültig.

Auf welchen Strecken dürfen Sattelkraftfahrzeuge mit einer Länge bis zu 17,80 m fahren?

Diese dürften gemäß § 2 Absatz 2 der Ausnahme-Verordnung in den teilnehmenden Bundesländern flächendeckend eingesetzt werden.

Wie sieht es mit der Befahrbarkeit von Kreisverkehren aus?

Es sind ausschließlich nur Strecken, die für Lang-Lkw geprüft wurden, freigegeben worden. Frühere Versuche haben gezeigt, dass der flächendeckende Einsatz von Lang-Lkw nicht möglich ist. Deshalb sind Komplikationen, die auf einer Ungeeignetheit der Infrastruktur basieren, grundsätzlich nicht zu erwarten.

Ist es möglich mit dem Lang-Lkw grenzüberschreitend zu fahren (z. B. in die Niederlande)?

Die Zulassung des grenzüberschreitenden Verkehrs mit Lang-Lkw durch die Ausnahme-Verordnung verstößt gegen EU-Recht (Richtlinie 96/53/EG). Dies gilt auch dann, wenn in einem Nachbarland der Einsatz von Lang-Lkw gestattet ist.

Wie läuft die wissenschaftliche Begleitung ab?

Die BASt hat unter anderem Anprallversuche an Schutzeinrichtungen durchgeführt, die Tunnelsicherheit für Lang-Lkw spezifisch untersucht und sich an die Unternehmer mit Fragebögen gewandt. Auch Mitfahrten in Lang-Lkw und Befragungen der Fahrer sind erfolgt. Die BASt hat auf ihrer Internetseite nähere Informationen zur wissenschaftlichen Begleitung veröffentlicht.

Wann liegen erste wissenschaftliche Ergebnisse zum Feldversuch vor?

Ein erster Zwischenbericht zur wissenschaftlichen Begleitung, der die bisherigen Forschungsergebnisse zusammenfasst, ist im Sommer 2014 von der BASt veröffentlicht worden und kann auf der Homepage der BASt kostenlos heruntergeladen werden.


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