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Schriftzug mit "Innovation der Woche Nr. 13"

Quelle: BMVI

Wenn das eigene Fahrrad plötzlich nicht mehr dort steht, wo es eigentlich angeschlossen sein sollte, ist der Ärger groß. Vor allem in Großstädten sind Fahrräder meist leichte Beute für Diebe. In Deutschland hat das Bundeskriminalamt im Jahr 2016 insgesamt 332.486 Fahrraddiebstähle registriert. Allein in der Hauptstadt Berlin meldeten 34.418 Radfahrer im vergangenen Jahr ihr Fahrrad als gestohlen. Nur ein Bruchteil der Besitzer erhielt ihr Zweirad zurück.
Dabei stoppen sogar massive Schlösser die Diebe nicht immer. Ausgestattet mit wirksamem Profi-Werkzeug durchtrennen die Straftäter den Diebstahlschutz und das Rad verschwindet spurlos. Das Lieblingsteil wiederfinden? So gut wie unmöglich. Bis jetzt: Ein unscheinbares Gerät namens "insect" könnte die Lösung sein.


Das Startup FahrradJäger aus Rostock hat das Hightech-Gerät entwickelt und sich ein Ziel gesetzt: Fahrräder wirksam vor Diebstahl zu schützen. Firmengründer Martin Jäger ist selbst begeisterter Fahrradfahrer. Etliche Bikes wurden ihm in den vergangenen Jahren gestohlen. Davon hatte er genug und dachte sich: "Ich brauche ein Tool, das mein Rad schützt." Ergebnis: Der innovative Diebstahlschutz "insect" sowie die dazugehörige App.
Mit "insect" hat FahrradJäger einen Diebstahlschutz 4.0 entwickelt. "Insect" ist aus Metall, zehn Zentimeter lang und nimmt nicht mehr Platz ein als ein Faltschloss. Fahrradbesitzer montieren den Diebstahlschutz am Rahmen an, schrauben es etwa fest an den vorgebohrten Gewindelöchern für die Trinkflaschenhalterung oder befestigen es flexibel mit einer Schelle. Demontieren kann es nur der Besitzer über die FahrradJäger-App.
Das Gerät ist abschreckende Alarmanlage sowie Peilsender in einem. Stellt der Besitzer sein Fahrrad ab und entfernt sich, schaltet sich das batteriebetriebene Gerät automatisch scharf. Sollte sich ein Dieb am Rad zu schaffen machen, etwa versuchen, "insect" gewaltsam zu entfernen, schlägt das Gerät mit 90 Dezibel Alarm. Zusätzlich erhält der Eigentümer automatische eine Meldung auf sein Smartphone.


Wird ein Fahrrad trotz des lautstarken Alarms entwendet, lässt es sich im Anschluss über die Smartphone-App orten. Per Bluetooth kann sich "insect" mit der FahrradJäger-App auf dem Smartphone des Besitzers verbinden.
Gleichzeitig vernetzt sich "insect" mit allen anderen Nutzern der FahrradJäger-App und informiert über den Diebstahl. Auf diese Weise kann die gesamte FahrradJäger-Community mithelfen, das geklaute Rad aufzuspüren.
Gestohlene Fahrräder können auch in der registrierten Community "zur Jagd freigegeben" werden. Identifiziert werden sie anhand ihrer Seriennummer oder spezieller FahrradJaeger-QR-Codes. Befindet sich ein Nutzer der Community im Umkreis von 100 Metern des gestohlenen Fahrrads, erhält der Besitzer automatisch die Standortinformationen auf sein Smartphone. Ende 2017 soll der Fahrraddiebstahlschutz erhältlich sein.

Die Reihe "Innovation der Woche" stellt in 20 Teilen besondere Projekte der "Landkarte der innovativen Orte" vor. Beide sind Teil der Jubiläumskampagne "200 Jahre Fahrrad – made in Germany" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.


Das Unternehmen:

Martin Jäger (30), CEO von FahrradJäger mit Sitz in Rostock, ist begeisterter Radfahrer und kennt sich aus leidlicher Erfahrung mit Fahrraddiebstählen aus. Innerhalb von drei Jahren musste er den Verlust von gleich fünf Fahrrädern verdauen. Das wollte der gelernte Bankkaufmann und Ingenieur nicht mehr erleben. Gemeinsam mit seiner Partnerin Steffi Wulf (28) gründete er die Plattform fahrradjaeger.de, die als zentrales Fahrraddiebstahlregister fungiert und entwickelte die Diebstahlvorrichtung "insect".