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Schriftzug mit "Innovation der Woche Nr. 17"

Quelle: BMVI

Wie sollen Kommunen für eine fahrradfreundliche Infrastruktur sorgen, wenn sie gar nicht genau wissen, worauf es den Fahrradfahrern ankommt? Bisher läuft es meistens so: Anhand von zeitlich begrenzten und teilweise wenig aussagekräftigen Beobachtungen vor Ort werden einzelne Routen für Fahrradfahrer ausgebessert. Wäre es nicht sinnvoller, anhand des tatsächlichen Verkehrsverhaltens zu agieren? Welche Wege sind neben den Hauptverkehrsstraßen bei Radfahrern beliebt? Lassen sich Knotenpunkte sicherer gestalten? Damit Kommunen solche Fragen konkret beantworten und ihr Radwegesystem gezielt optimieren können, wertet die Technischen Universität (TU) Dresden in einem Projekt reale Daten von Radfahrern aus.

Solche Daten gibt es bereits zuhauf. Viele Radfahrer nutzen spezielle Radfahr-Apps auf ihrem Smartphone. Sind sie mit ihrem Rad unterwegs, sammelt die App ihre Bewegungsdaten: Über welche Route und wie schnell kommen die Radfahrer beispielsweise in Dresden von A nach B? Die GPS-basierten Daten geben Aufschluss.

Die Forscher der TU Dresden wollen diese Daten systematisch auswerten und herausfinden, inwieweit sie für die konkrete Radverkehrsplanung nutzbar sind. Sollten sich die Daten als repräsentativ erweisen, wollen die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse an Kommunen und Städte im Bundesgebiet weitergeben. Die jeweiligen Planungsbüros sollen dann mit den passenden Werkzeugen ausgestattet werden, um solche Verhaltensdaten von Radfahrern selbst auszuwerten und für die Gestaltung des Fahrradverkehrs sinnvoll zu nutzen.

Die Reihe „Innovation der Woche“ stellt in 20 Teilen besondere Projekte der „Landkarte der innovativen Orte“ vor. Beide sind Teil der Jubiläumskampagne "200 Jahre Fahrrad – made in Germany" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Das Projekt:

Im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) sollen Städte und Gemeinden bundesweit fahrradfreundlicher gestaltet werden. Der Lehrstuhl für Verkehrsökologie und die Professur für Verkehrspsychologie der TU Dresden unterstützen dieses Vorhaben durch das Projekt „Mit Smartphones generierte Verhaltensdaten im Radverkehr - Überprüfung der Nutzbarkeit und Entwicklung eines Auswertungsleitfadens für Akteure der Radverkehrsplanung“. Die Leitung haben Prof. Dr. Udo Becker und Prof. Dr. Bernhard Schlag inne. Der Forschungsbeirat besteht aus Forschern der TU Dresden, etwa aus den Fachgebieten Psychologie und Geografie, sowie aus Radverkehrsbeauftragten der Städte Dresden und Leipzig und Vertretern des ADFC Sachsen. Neben den gesammelten Daten liegt dem Projekt eine Kommunalbefragung zugrunde. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.