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Quelle: Deutschland - Land der Ideen

Bundesminister Andreas Scheuer hat im Rahmen einer digitalen Preisverleihung die 14 Gewinner und Gewinnerinnen des Deutschen Mobilitätspreises 2021 ausgezeichnet und geehrt. Die 14 Projekte stehen für das Potenzial von Daten für die Mobilität der Zukunft.

Von naturgetreuen Simulationen des Verkehrsgeschehens mit Fußgängern und Radfahrern, digitaler Indoor-Navigation im Krankenhaus bis zu einemdigitalen Marktplatz für Automobildaten: Die zehn Sieger und Siegerinnen des Deutschen Mobilitätspreises 2021stehen fest. Ganz nach dem Jahresmotto „intelligent unterwegs: Daten machen mobil.“ beweisen die ausgezeichneten Projekte, wie das Datennutzen, -teilen und -veredeln dabei hilft, Mobilität noch sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Auf der heutigen digitalen Preisverleihung wurden sie nun ausgezeichnet.

Im Rahmen des Deutschen Mobilitätspreises wurde auch in diesem Jahr ein Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement im Mobilitätsbereich vergeben. Darüber hinaus wurden bei der Online-Veranstaltung die drei Gewinner und Gewinnerinnen des Ideenwettbewerbs verkündet. Dieser Wettbewerb richtete sich an alle Bürger und Bürgerinnen. Die Auszeichnung wurde mit Preisgeldern im Gesamtwert von 7.000 Euro dotiert.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Daten sind der Schlüssel für eine moderne Mobilität. Intelligent genutzt und verknüpft sorgen sie dafür, dass wir künftig noch effizienter, klimafreundlicher und zugleich komfortabler unterwegs sind. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnendes Deutschen Mobilitätspreises 2021 zeigen uns, wie das gehen kann: Sie haben Ideen entwickelt, wie wir Personenverkehr und Gütertransporte voranbringen –vom On-Demand-Dienst auf dem Dorf bis hin zum Jobportal im Schienensektor. Das zeigt wieder einmal sehr deutlich: Mobilität ist ein superspannendes Thema -und eine Branche, die enorm viel bewegt.

Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) und des Deutschland –Land der Ideen e. V.:

Wir freuen uns über die rege Beteiligung am Deutschen Mobilitätspreis auch in diesem besonderen Jahr. Die Bandbreite der eingereichten Projekte zeigt, dass die Wirtschaft in Deutschland gute Ideen hat und eine starke digitale Innovationskraft besitzt. Dies ist wichtig, um auch künftig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.“ Mit insgesamt 263 Einreichungen haben sich Unternehmen, Startups, Forschungseinrichtungen und Vereine um die Auszeichnung beworben, die in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben wurde. Eine unabhängige Jury aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik wählte die zehn besten Projekte, den Gewinner des Sonderpreisesund die drei Gewinner des Ideenwettbewerbs aus.

Live: Deutscher Mobilitätspreis 2021

PreisträgerTitelKurzbeschreibung
Automotive Artificial Intelligence (AAI) GmbH, BerlinAAI Intelligent Traffic
Effizientes Testen automatisierter Fahrassistenzsysteme in simulierten Dauerläufen

Mit dem AAI Intelligent Traffic können Entwicklungsabteilungen von Herstellern und Zulieferern der Autobranche ihre Fahrerassistenzsysteme und ihre Systeme zum automatisierten Fahren in einer naturalistischen Verkehrsflusssimulation effizient prüfen.

AAI Intelligent Traffic ist eine Simulationssoftware für das Testen von Fahrzeugfunktionen und -sensorik. Jeder virtuelle Verkehrsteilnehmer um das Testfahrzeug herum agiert individuell – mit seinem eigenen Fahrstil und mit seinen eigenen situativen Fahrmanövern. Dadurch wird in der Simulation ein naturgetreues Verkehrsgeschehen abgebildet, wie es auf realen Straßen zu finden ist.
Der Vorteil dieser Lösung: Es werden keine Hardware (Fahrzeug) und keine TestfahrerInnen benötigt. So können Tests in der Simulation bereits in frühen Entwicklungsphasen Aufschlüsse über Fehler im „System under Test“ geben. Im Vergleich zu realen Tests sind Simulationen schnell, jederzeit und an jedem Ort durchführbar. Dies spart Kosten und Zeit. Aufgrund der geschickten Kombination aus künstlicher Intelligenz und Mathematik müssen die Verkehrsteilnehmer der AAI nicht einzeln parametriert werden. Dies erspart Simulationsingenieuren viel Aufwand und macht die Verkehrssimulation unanfällig für menschliche Beeinflussung.

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CABDO GmbH, DortmundCABDO: On-Demand-Services für die erste und letzte Meile
Integrierte Lösung für Mobilitätsanbieter, Flottenbetreiber, Gewerbetreibende und Endnutzer

CABDO macht mehrere On-Demand-Services über App-Lösungen und als Software- sowie Backendprovider zugänglich und ist mit der eigenen CABDO-Plattform im Ruhrgebiet aktiv.

CABDO kombiniert den kommerziellen Betrieb von digital vermittelten Fahrten sowie First- und Last-Mile-Zustellbetrieben effizient und weitet das integrierte Portfolio ständig aus. Dieses umfasst 24/7 betriebene On-Demand-Fahrtdienstleistungen und weitere Anwendungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel ÖPNV, Lieferung von Gerichten und Lebensmitteleinkäufe.
Ein Erfolgsfaktor dabei ist das Bündeln von Fahrten. Unabhängig der zu transportierenden Personen bzw. Waren wird aus Ride-Pooling echtes Delivery-Pooling. Damit werden bisher unerreichte Ansätze für die kundenorientierte und zugleich kosteneffiziente Gestaltung der ersten und letzten Meile umsetzbar – beispielsweise die Live-Zusammenlegung einer Personenbeförderungsanfrage mit einer Warenlieferung. So werden lokale Ökosysteme geschaffen, die nicht nur für die Endnutzer von Vorteil sind: Gewerbetreibende können ihre Waren liefern lassen, Flottenbetreiber realisieren Gewinne, Innenstädte und Umwelt werden geschont.

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Caruso GmbH, BerlinCARUSO Dataplace
Von vernetzten Fahrzeugen zum vernetzten Unternehmen

CARUSO ist der neutrale, offene und sichere Marktplatz für Automobildaten über unterschiedliche Fahrzeughersteller hinweg. Die Daten werden herstellerunabhängig und 100-prozentig DSGVO-konform über eine standardisierte Schnittstelle bereitgestellt.

Fahrzeugdaten sind ein Thema, das immer mehr ins Bewusstsein der Menschen dringt. Doch jede Automarke liefert Daten unter unterschiedlichen Bedingungen. CARUSO ermöglicht Drittanbietern, diese Daten durch Standardisierung, das integrierte Berechtigungsmanagement und ihre Expertise zu nutzen. Der Zugang wird den Kunden erleichtert und innovative Lösungen können entstehen.
Die Daten werden beispielsweise verwendet, um Flottenbetreibern ihre Arbeit zu erleichtern. Diese können bequem am Rechner die Servicetermine ihrer Fahrzeuge planen oder am Ende des Arbeitstages herausfinden, ob alle Fahrzeuge verschlossen sind. Versicherungen können manuelle Arbeitsabläufe wie die Aufnahme von Unfallschäden optimieren, indem nach Zustimmung des Fahrzeughalters Telematikdaten übertragen werden. Die denkbaren Szenarien sind vielfältig. Fast täglich tauschen sich CARUSO und verschiedenste Fahrzeughersteller aus und stellen den kontinuierlichen Ausbau und die Weiterentwicklung des Datenmarktplatzes sicher.

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Protostellar GmbH, BrechenDer Digitale Container auf der Schiene
Digitalisierung als Hebel für den günstigeren und schnelleren Transport von Containern

Transparente Informationsflüsse helfen, Beladungen von Güterzügen zu optimieren und Kosten im Betrieb zu senken. Damit kann der Anteil der Schiene am Güterverkehr Deutschlands signifikant gesteigert werden.

Bis 2030 sollen 25 Prozent mehr Güter auf der Schiene transportiert werden als heute. Neue Trassen oder längere Züge sind nur mit langem Vorlauf und erheblichen Investitionen realisierbar. Die Lösung von Protostellar setzt auf Schnelligkeit: Durch Digitalisierung wird der Zugang zu Containern erleichtert und die Infrastruktur besser genutzt. Dazu werden Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, zum Beispiel von Eisenbahnverkehrsunternehmen oder Häfen. Die Daten werden so kombiniert, dass Kunden eine gute Transparenz erhalten und dadurch manuelle Tätigkeiten reduzieren. Das Basismodell ist kostenlos. Wahlweise können Premiumfeatures dazu gebucht werden. Kunden haben die Möglichkeit, diese kostenlos für einen Monat zu testen und so selbst zu bewerten, ob sie einen Mehrwert bieten. Mit dem Geschäftsmodell verfügt Protostellar über ein Alleinstellungsmerkmal und trifft die Bedürfnisse der Branche besonders während der Coronapandemie: Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres konnte der Kundenstamm um 400 Prozent erhöht werden.

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Universitätsmedizin Greifswald, GreifswaldDigitale Patientenorientierung
Daten und Ortungsdienste machen barrierefrei mobil im Krankenhaus

Während der Coronapandemie sollen Patienten so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Patienten, Mitarbeitern oder Objekten wie Türgriffen haben. Die Entwicklung einer digitalen Patientenorientierung mit Live-Indoor-Navigation macht dies möglich.

Der Umgang mit Viren, Keimen und Erregern besitzt in Krankenhäusern eine übergeordnete Bedeutung – nicht erst seit Corona. Um dieser Situation adäquat zu begegnen und Potenziale von Digitalisierung bestmöglich zu nutzen, hat die Universitätsmedizin Greifswald eine digitale Patientenorientierung mit Live-Indoor-Navigation entwickelt. Im ersten Schritt wird die analoge Wegeleitung digitalisiert. Ziel ist die Reduktion von Kontakten und eine eigenständige Navigation jedes Einzelnen. Die angestrebte Lösung nutzt die bestehende Infrastruktur. Im zweiten Schritt werden vorhandene Handhygiene-Spender mit Sensoren ausgestattet. Deren Signal kann sowohl für das Monitoring der Handhygiene am Spender als auch zur Optimierung der Live-Navigation genutzt werden. So wird eine ausreichende Netzabdeckung erreicht. Im dritten Schritt kann das zuvor entwickelte digitale Ökosystem genutzt werden, um weitere Tracking-Anwendungsfälle abzubilden, wie das Verfolgen von Geräten, Personen und Orten. Die Lösung im Verbund digitales Handhygiene-Monitoring mit Live-Indoor-Navigation ist bislang einzigartig.
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Siemens Mobility GmbH und Deutsche Bahn AG, BerlinDigitale S-Bahn Hamburg
Automatisiertes Fahren im deutschen Schienenverkehr geht an den Start

Bis Ende 2021 rüsten Siemens Mobility und Deutsche Bahn vier Fahrzeuge für die Strecke der Hamburger S-Bahn S21 erstmalig in Deutschland für den automatisierten Bahnbetrieb aus. Das Projekt ist Teil der Sektor-Initiative „Digitale Schiene Deutschland“.

Die S-Bahn Hamburg befördert bis zu 750.000 Fahrgäste pro Tag. Um auch künftig leistungsfähig zu sein, muss der S-Bahn-Betrieb digitalisiert werden. Für dieses Ziel ist die Hansestadt Hamburg bereits im Juli 2018 eine Partnerschaft mit der Deutschen Bahn und Siemens Mobility eingegangen. Das Pilotprojekt „Digitale S-Bahn Hamburg“ zeigt, wie neue Technologien den Nahverkehr in wachsenden Städten leistungsfähiger machen. Zum ITS-Weltkongress 2021 startet in Hamburg der hochautomatisierte Bahnbetrieb auf dem 23 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Berliner Tor und Aumühle auf den S-Bahn-Linien S2/S21.

Kern ist die Vernetzung des streckenseitigen Verkehrsmanagementsystems – dem infrastrukturseitigen europäischen Standard für die Zugbeeinflussung ETCS – mit dem fahrzeugseitigen Automatisierungssystem Automatic Train Operation (ATO). Erstmals wird hier „ATO over ETCS“ in Deutschland realisiert. Das elektronische Stellwerk Bergedorf und die Gleisinfrastruktur werden zwischen Berliner Tor und Aumühle dafür aufgerüstet. Vier Fahrzeuge der S-Bahn Hamburg werden mit digitaler Technik ausgestattet.

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Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH, KölnEffiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für NRW
Optimiertes Routing durch SEVAS-Daten führt zur Entlastung der Städte und Gemeinden

Die webbasierte Software SEVAS hilft, die Routenwahl der Logistikverkehre durch die Bereitstellung aktueller Lkw-relevanter Daten deutlich zu verbessern. So werden Städte und Gemeinden vom Schwerlastverkehr entlastet.

Lkw, die für sie ungeeignete Straßen wählen, sind ein immer größer werdendes Problem für Städte und Gemeinden. Mit der webbasierten Software SEVAS soll hier Abhilfe geschaffen werden. Sie sammelt Daten zu verkehrsrelevanten Lkw-Restriktionen, wie Durchfahrtsverbote oder Begrenzungen in Höhe, Breite und Länge, und stellt diese digitalisiert Providern für Navigationsdienste zur Verfügung. Kommunen können außerdem ein Lkw-Vorrangroutennetz festlegen. Zur Unterstützung der Datenerfassung dient dafür eine eigens entwickelte App, die auf einer KI-unterstützten und automatisierten Verkehrszeichenerkennung aufbaut. Die Position der Verkehrszeichen wird per GPS bestimmt und im System verortet. Die Kommunen werden in die Lage versetzt, ihre Verkehrszeichen vor Ort zu digitalisieren. Die erhobenen Daten werden über den Mobilitätsdatenmarktplatz MDM, als nationalem Zugangspunkt für Verkehrsdaten, und das Portal Open.NRW jedem Anbieter von Navigationsdiensten zur Verfügung gestellt. Lkw-FahrerInnen erhalten so die Informationen auf ihr Navigationsgerät und werden über eine für sie ideale Route geführt.

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MIA map intelligence agency, AachenMIA Mobility Engine
Datenanalyseplattform für Mobilitätsunternehmen und Stadtverwaltungen

Die MIA Mobility Engine ist eine Software-as-a-Service-Datenanalyseplattform für Mobilitätsunternehmen und Stadtverwaltungen, mit deren Hilfe die Entwicklung nachhaltiger Mobilität vorangetrieben wird.

Die MIA Mobility Engine bietet auf Basis der von Städten oder Unternehmen übertragenen Echtzeitdaten Analysemodule für Bewegungsdaten an, die Aufschlüsse zur Mobilität bieten. Daraus lassen sich gezielte Maßnahmen für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung ableiten. Dabei bietet die MIA Mobility Engine verschiedene Analysemodule an. Mit dem Modul Fahrtauswertung haben Kommunen die Möglichkeit, Erkenntnisse über das Fahrtverhalten der BürgerInnen zu erhalten und die Effekte von Verkehrsmaßnahmen, wie zum Beispiel Pop-up-Radwegen, zu verifizieren. Ein weiterer Baustein ist das Ampelanalysemodul. Dieses Tool hilft Kommunen, besser zu verstehen, welchen Einfluss Ampeln auf den Verkehrsfluss haben. Diese Analyse findet besonders verkehrsbeeinträchtigende Ampelfolgen und schlägt Anpassungen der Wartezeiten vor. Neben der öffentlichen Hand sind Wirtschaftsunternehmen eine zweite Zielgruppe für die MIA Mobility Engine. Hier bietet das SaaS-System Analysen zur Optimierung an, wie beispielsweise für die Auslastungssteigerung von Sharingsystemen.

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VTG Rail Europe GmbH, Bereich Digitalisierung, Hamburgtraigo
Die digitale Transformation der Waggonvermietung

traigo sammelt, analysiert und macht Daten so nutzbar, dass sich Transportströme, Instandhaltungszeitpunkte und Laufzeitprognosen von Güterwagen daraus ableiten lassen. Damit leistet traigo einen Beitrag für den Schienengüterverkehr der Zukunft.

Der Anteil der Schiene am Güterverkehr soll bis 2030 signifikant steigen. Das geht nicht ohne Digitalisierung. Mit traigo bringt VTG als größter privater Güterwagenvermieter Europas die Digitalisierung auf die Schiene. Gemeinsam mit den KundenInnen hat traigo Konzepte für neue Produkte und Services entwickelt. Dabei wurden Leistungen integriert, die KundenInnen bisher aus dem privaten Bereich kennen: online einen Wagen mieten, einen Vertrag verlängern, den Zustand des Wagens einsehen oder einen Schaden melden. Neben diesen Services entwickelt traigo derzeit ein digitales Prognosesystem zu Ausfallzeiten von Bremssohlen von Güterwagen. Über an Schienen installierte Messstationen werden mittels Hochleistungskameras Bilder der Wagen gemacht und mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen die verbleibende Dicke der Bremssohlen berechnet. Durch an den Wagen angebrachte Telematikgeräte können künftige Laufleistungen zur ausgewogenen Nutzung der Flotte kalkuliert werden. Mit stark ausgeweiteter Datennutzung und unter Zuhilfenahme neuester Technologien macht traigo den Schienengütertransport so transparenter und effizienter.

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Unisphere GmbH, KonstanzUnisphere – Automating Unmanned Aviation

Unisphere entwickelte eine Softwareplattform, die es erlaubt, sämtliche sicherheitsrelevanten Aufgaben eines Drohnen- oder Lufttaxipiloten durch Technologie zu ersetzen. Damit trägt das Unternehmen zur sicheren Automatisierung des Flugbetriebs bei.

Unisphere ermöglicht die Automatisierung von Drohnen- und Lufttaxiflügen. Dazu wurde von dem Start-up aus Konstanz eine Softwarelösung entwickelt, mit deren Hilfe Drohnenflüge vorab simuliert und auf deren Machbarkeit überprüft werden. Die Simulation bildet einen digitalen Zwilling eines jeden einzelnen Fluges ab. Dieser beinhaltet alle notwendigen Daten, um eine zuverlässige Entscheidung für den sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten. Mögliche Kunden für Unisphere sind alle Organisationen, die Drohnen im Regelbetrieb einsetzen wollen. Ziel ist es, diesen Kunden relevantes Piloten-Knowhow mittels Software zur Verfügung zu stellen und sicherheitsrelevantes Wissen dadurch einer breiten Basis zugänglich zu machen. Durch das digitale Abbilden aller relevanten Aktivitäten, die für den Betrieb eines unbemannten Fluggerätes notwendig sind, kann der Einsatz von Drohnen und Lufttaxis deutlich sicherer und effizienter gemacht werden.
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PreisträgerTitelKurzbeschreibung
Allianz pro Schiene e. V. und index Internet und Mediaforschung GmbH, BerlinSchienenJobs.de
Das digitale Karriereportal für Bahnberufe

Mit SchienenJobs.de wurde eine digitale Lösung für eine der größten Herausforderungen der Schienenbranche geschaffen – den Fachkräftemangel. Seit Gründung 2013 ist SchienenJobs.de das größte deutschsprachige Jobportal der Bahnbranche.

Mit SchienenJobs.de geht die Allianz pro Schiene mit ihrem Partner index Internet und Mediaforschung das Thema Fachkräftemangel im Schienenverkehr aktiv an. Das Jobportal bietet einen niederschwelligen und effizienten Zugang zu offenen Stellen der Eisenbahnbranche und fördert so die klimaschonende Mobilität der Zukunft.
Das Herzstück der Plattform ist eine eigens entwickelte – und stets verfeinerte – Webcrawler-Technologie. Die teilnehmenden Unternehmen müssen nicht wie üblich händisch ihre Stellenanzeigen hochladen. Dies übernehmen mehrere spezialisierte Crawler, die die vakanten Stellenangebote aus den Webseiten der Unternehmen auslesen und im Portal abbilden. So bleibt SchienenJobs.de für die NutzerInnen immer aktuell – und für die Unternehmen minimiert sich der Aufwand im Recruitingprozess. Durch die umfassenden Jobprofile und viele spannende Hintergründe aus der Welt der Bahnen sorgt SchienenJobs.de für eine hohe Online-Reichweite. Damit verschafft die Plattform auch kleinen und mittelständischen Unternehmen Aufmerksamkeit für ihre Recruitmentarbeit.

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PreisträgerTitelKurzbeschreibung

1. Preis:

Projektgruppe Mobile Dorfmitte, Berlin

MarktKulturBus
Die mobile Dorfmitte „on demand

Die Idee: Der MarktKulturBus als digitale On-Demand-Lösung bringt Impulse in die Kommunen und aktiviert die Region.

Die Dorfmitte wiederzubeleben und Menschen auf dem Land aktiv in die Gestaltung einzubeziehen – das ist das Ziel des MarktKulturBus. Kommunen und deren Bürger können sich ein Angebot nach ihren Bedürfnissen digital mit ausreichend Vorlauf über eine Plattform des MarktKulturBus zusammenstellen. Dabei können auch eigene Anbieter der Region mobilisiert und integriert werden. Ein ikonischer Bus oder eine Kolonne von mehreren Bussen kommt dann für ein Wochenende in die Kommune und funktioniert dort als Pop-up-Markt, der viele aktuelle Bedarfe der Gemeinde erfüllt. So ermöglicht der MarktKulturBus beispielsweise den Verkauf regionaler Produkte, fungiert als Bühne für mehr Bürgerdialog und als „rollende Arztpraxis“. Um den Bus herum entstehen Anlaufpunkte für diverse kommunale Zielgruppen. Der Bus sorgt so für wichtige Impulse, um die losen Initiativen, Themen und Waren der Region zu bündeln und letztlich den Zusammenhalt zu stärken.

Die Idee zum MarktKulturBus entstand beim Hackathon #UpdateDeutschland. Hier zeigten sich diverse Problemfelder des ländlichen Raums auf, etwa:

  • Discounter-Öde statt regionaler Wertschöpfung und Waren
  • Fehlen von Orten zum Treffen für Alte, Junge oder einfach einer Dorfkneipe
  • Notwendigkeit, für Kultur oder einen Besuch der Schwimmhalle das Auto zu nutzen
  • Fehlende Teilhabe an demokratischen Prozessen oder Projekten der Kommune

Der modulare MarktKulturBus soll helfen, diese Probleme aufzulösen. Er kann mit genug Vorlauf durch Gemeindevertreter gebucht werden. Ein Kreativ- und Orgateam sorgt dann für die entsprechende „Bestückung“ mit dazu passenden Menschen, Waren, Aufbauten etc. Diese ergeben zusammen eine möglichst harmonische Mischung aus urbanen und lokalen Angeboten und bringen „Leben aufs Land“.

2. Preis:

Stefan Wagner, Jena

Digitale Kalender für intelligente Mobilität
Steuerung von Mobilität durch vorausschauende digitale Terminplanung

Die Idee ist, den digitalen Kalender bzw. Terminplaner für die intelligente Steuerung von Mobilität nutzbar zu machen.

Laut Bitkom verwenden 83 Prozent der Deutschen Smartphone-NutzerInnen die Funktion Kalender oder Terminplaner. Bislang wird der Kalender aber nicht zur intelligenten Steuerung von Mobilität genutzt, obwohl sehr viel wertvolle Informationen darin gespeichert werden. Hier setzt die Idee des digitalen Kalenders für intelligente Mobilität an. Im digitalen Kalender sollen für sämtliche Termine außerhalb des „Zuhauses“ intelligente, multimodale Verbindungen angezeigt und buchbar gemacht werden. Auf diese Weise könnte der Kalender sämtliche geplante Reisebewegungen aller NutzerInnen anzeigen und so Verkehrsströme und Auslastungen besser steuern. Verschiedene Use Cases sind möglich:

  1. Geschäftsmeetings und Mobilität: Im Kalender werden Termine am Morgen, die zur Hauptverkehrszeit wahrgenommen werden müssten, für später oder als Webkonferenz vorgeschlagen. Dadurch wird vermieden, dass die betroffenen Personen zu hohen Verkehrsströmen in der Rushhour beitragen.
  2. Veranstaltungen wie Fußballspiele, Konzerte etc., die zu zeitlichen Verkehrsanspannungen führen: Im Kalender werden die Zeitfenster angezeigt, die zu hohem Verkehrsaufkommen führen. Dann werden im Kalender multimodale Verbindungen für den Nutzer angezeigt, um die Verkehrsströme besser zu lenken.
  3. Ferienzeiten: Ferienzeiten für bestimmte Regionen sind bekannt. Damit kann eine langfristige Mobilitätsplanung bereits im Kalender stattfinden. Dem Nutzer werden Zeitfenster frühzeitig angezeigt, in denen Verkehrseinschränkungen prognostiziert sind.
  4. Intelligente, multimodale Verbindungen im Zusammenhang mit „sonstigen Terminen“ im Kalender: Den NutzerInnen werden Peak-Zeiten angezeigt, sodass sie ihre persönliche Mobilitätsplanung im Sinne einer intelligenten Steuerung von Mobilität umsetzen können.

2. Preis:

Dr. Fabian Deitelhoff, Dortmund

Datenbasierte multimodale Logistik
Vernetzte und datenbasierte Mobilität von Gütern über eine Plattform

Die Idee: Über eine digitale Plattform können Akteure des Güterverkehrs verkehrsträgerunabhängige multimodale Routen planen und buchen.

Bei multimodaler Mobilität wurde bislang eher an Personenverkehr gedacht. Dabei hätte der übergreifende Mobilitätsansatz gerade im Güterverkehr aufgrund der bewegten Volumina großes Potenzial. Dank vernetzter Daten kann dieses Potenzial gehoben werden und damit eine multimodale Routenplanung sowie die Bereitstellung von verfügbarem Frachtraum erleichtern.
Die geplante digitale Plattform Multi Mobility Goods (MMG) setzt hier an. Sie verknüpft alle Akteure der Güterwirtschaft, um einen reibungslosen Prozess und optimale Abläufe zu gewährleisten. Zunächst müssen sich alle Verkehrsträger auf der Plattform registrieren, um deren Verfügbarkeit transparent zu machen. Gleichzeitig sind alle Transportwege in der Plattform hinterlegt, um auf diese Weise den beteiligten Unternehmen einen Überblick über verfügbare Routen zu bieten.
Die Vorteile: Akteure der Plattform können den multimodalen Routenplaner nutzen, um verkehrsträgerunabhängige Routen zu berechnen und zu buchen. Gleichzeitig ist durch die Plattform bekannt, welche Frachtraumgrößen und Kapazitäten auf dem Weg von A nach B zur Verfügung stehen. Diese lassen sich ebenfalls mitberücksichtigen und buchen.
Mit MMG können Unternehmen so bessere Routen planen und auswählen, da sich zum Beispiel Präferenzen wie Preis, Geschwindigkeit, Klimafreundlichkeit und notwendige Kühlkette berücksichtigen lassen. Die Frachtraumkapazitäten, die ebenfalls der Plattform bekannt sind, ermöglichen die Realisierung eines digitalen Marktplatzes und erhöhen die Auslastung bei den Transportunternehmen. Das reduziert Kosten. Noch ein Stück weitergedacht, kann die Plattform um eine Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation ergänzt werden. Dieses M2M-Prinzip erlaubt es, dass sich Unternehmen automatisiert über digitale Kommunikationskanäle austauschen, ohne dass menschliche Akteure dazwischengeschaltet sind.