Alle aktuellen Artikel Alle aktuellen Artikel
Datenpakete
Datenpakete

Quelle: Fotolia / 3dkombinat

Der Begriff Open Data bezeichnet Daten, die für alle öffentlich zugänglich, frei nachnutzbar, in der Regel gebührenfrei sowie maschinenlesbar und möglichst nicht in modifizierter Form vorliegen.

Die Freigabe und die Weiterverwertung von Daten der öffentlichen Verwaltung (Open Government Data) sind wichtige Faktoren für die Partizipation und Meinungsbildung in einer starken und gelebten Demokratie. So können Bürgerinnen und Bürger besseren Einblick in die politischen Entscheidungsgrundlagen erhalten und sich im nächsten Schritt auch stärker beteiligen. Dies gilt beispielsweise bei Verkehrsprojekten oder dem Breitbandausbau. Die bessere Verfügbarkeit von Daten eröffnet Wirtschaft und Gesellschaft viele noch ungenutzte Potenziale. In diversen Studien wird ein hoher volkswirtschaftlicher Nutzen von Open Data gesehen, insbesondere im Verkehrs- und Transportsektor.

Die Bundesregierung setzt dieses Prinzip in der Bundesverwaltung aktuell durch folgende Maßnahmen um:

  • Juli 2021: Die Open-Data-Strategie der Bundesregierung befasst sich neben ihren Zielen für Deutschland unter anderem mit Chancen und Mehrwerten von Open-Data, einer Bestandsaufnahme sowie einem Maßnahmenkatalog, der den Staat bei Open Data zum Vorreiter machen soll. Das BMVI hat mit seinem Geschäftsbereich 10 der insgesamt 68 Maßnahmen beigesteuert.
  • Juni 2021: Verabschiedung Zweites Open Data Gesetz und Datennutzungsgesetz:

    • Ausweitung der Bereitstellung von Open Data auf nahezu die gesamte Bundesverwaltung;
    • Bereitstellung von offenen Forschungsdaten;
    • Schaffung verbindlicher Open-Data-Koordinatoren der Bundesbehörden;
    • Datennutzungsgesetz zur Schaffung einheitlicher, nichtdiskriminierender Nutzungsbedingungen für Daten des öffentlichen Sektors – auch für öffentliche Unternehmen bestimmter Bereiche der Daseinsvorsorge; damit Umsetzung der 2019 neugefassten EU-Richtlinie 2019/1024 (Open-Data- und Public Sector Information-Directive) und Ablösung des Informationsweiterverwendungsgesetzes (IWG)
  • Juni 2021: Verabschiedung des 3. Nationalen Aktionsplans (NAP) im Rahmen der Teilnahme Deutschlands an der Open Government Partnership (OGP), einem Zusammenschluss von inzwischen 78 Staaten, die sich für ein offenes Regierungshandeln einsetzen und verpflichten, im Geiste der „Open Government Declaration“ zu handeln. BMVI ist mit der Maßnahme „Transparenz über Genehmigungsverfahren bei großen Infrastrukturvorhaben im Verkehrssektor“ im 3. NAP vertreten und führt die laufende Maßnahme „Open Data für intelligente Mobilität“ aus dem 1. NAP fort.

Das BMVI bekennt sich mit seiner Positionierung eindeutig zum Open-Data-Prinzip und verfolgt damit die strategische Ambition, innerhalb der Bundesregierung weiterhin Impulsgeber und Vorreiter zu sein.

Das BMVI unterstützt mit seiner Geoinformationsstrategie die Umsetzung der erklärten Open Data-Ziele und stellt mit der mCLOUD, dem Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) und CODE-DE Plattformen bereit, die den offenen Zugang zu Daten des Geschäftsbereichs, den Daten und Diensten aus dem Copernicus Erdbeobachtungsprogramm und zu weiteren Daten aus den Themenfeldern des BMVI ermöglichen. Ab 2022 werden die Plattformen mCLOUD und MDM zur neuen Mobilitätsdatenplattform Mobilithek zusammengeführt.

Über die mCLOUD werden offene Daten aus dem BMVI-Geschäftsbereich automatisch an das nationale Open-Data-Portal GovData weitergeleitet. Durch die Kopplung von GovData an das Europäische Datenportal ist damit auch die Einbindung der BMVI-Daten in den europäischen Datenraum gesichert.

Mit dem mFUND (Modernitätsfonds) fördert das BMVI seit 2016 die Entwicklung digitaler Geschäftsideen, die auf offenen Mobilitäts-, Geo- oder Wetterdaten basieren. Seit Programmbeginn wurden rund 275 Millionen Euro in 350 Projekte investiert. Neben der finanziellen Förderung engagiert sich der mFUND auch bei der Vernetzung von innovativen Akteuren mit Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Bei den BMVI Data Runs sind Programmiererinnen und Programmierer sowie Designerinnen und Designer eingeladen, innerhalb von 24 Stunden innovative Lösungen rund um die Mobilität 4.0 zu entwickeln. Für diese Hackathons stellen das BMVI und seine nachgeordneten Behörden sowie weitere Partner Daten bereit.

Das BMVI ist innerhalb der Bundesregierung ein zentraler Akteur bei der Etablierung und Förderung von Open Data.