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Vernetzte Stadt

Quelle: AdobeStock / metamorworks

There is nothing more European than mobility and transport.” Ein Satz, den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer während der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 geprägt hat. Und richtig: Mobilität macht nicht an der Grenze halt und muss daher europäisch gedacht werden. Die Covid 19-Krise hat sehr deutlich gezeigt, wie wichtig Mobilität und zuverlässige Transportketten in Europa sind.

Verkehrspolitik beeinflusst in unterschiedlichen Facetten das tägliche Leben und betrifft jeden. Sei es bei Reisen mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug, der Weg zur Arbeit mit Bus und Bahn oder der Transport von Waren, damit die Supermarktregale gefüllt sind. Ohne ein europäisches Verkehrssystem wäre der gewohnte Lebensstandard nicht aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig muss der Verkehrsbereich auf seinem Weg in eine intelligente und nachhaltige Zukunft auf Kurs bleiben, damit Mensch und Natur in Einklang bleiben.

Die Europäische Kommission hat sich zu genau diesen Themen auch auf europäischer Ebene Gedanken gemacht und im Dezember 2020 ihre umfassende Verkehrsstrategie für nachhaltige und intelligente Mobilität vorgelegt, die den europäischen Verkehrssektor nachhaltig und digital modernisieren soll. Mit dieser Strategie will die Kommission die Fundamente für den ökologischen und digitalen Umbruch im EU-Verkehrssystem und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Krisen legen.

Die Kommission identifiziert darin die gleichen drei Handlungsfelder wie ihn auch schon der New Mobility Approach der deutschen EU-Ratspräsidentschaft adressiert hat:

  1. Klimaschutz (Handlungsfeld 1): Die bisherigen Ansätze, Treibhausgasemissionen im Verkehr zu reduzieren, sollen wirksamer weiter entwickelt werden. Dabei soll Verkehr dekarbonisiert, von der Straße auf andere umweltfreundlichere Verkehrsträger verlagert und modernisiert werden.
  2. Digitalisierung (Handlungsfeld 2): Digitalisierung wird in der Strategie als ein Instrument zur Umsetzung der klimagerechten EU-Mobilitätsvision verstanden.
  3. Lehren aus der Corona-Krise / Resilienz (Handlungsfeld 3): Die COVID-19-Pandemie verursachte massive Probleme auch im Verkehrsbereich, wird aber gleichzeitig nun auch als Chance für einen grünen wirtschaftlichen Aufschwung und eine nachhaltigere und saubere Mobilität gesehen.

Darüber hinaus definiert die EU-Strategie zehn Schwerpunkte (sog. „Leitlinien“ in ihrem Aktionsplan) für die angestrebte Mobilität, die durch 82 Einzelinitiativen in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Der Fokus der Strategie liegt auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung der Mobilität, wobei beide als unverzichtbare Treiber für die Modernisierung des gesamten Systems angesehen werden.

Die Kommission setzt damit beim Klimaschutz den Kurs des vor einem Jahr vorgestellten umfassenden „European Green Deal“ hin zu einer klimaneutralen EU bis 2050 fort. Ihre Verkehrsstrategie enthält die Vision einer nachhaltigen, bezahlbaren, inklusiven, intelligenten, resilienten sowie wettbewerbsfähigen Mobilität und fordert eine fundamentale Transformation des Verkehrssektors.

So will die Strategie zum Beispiel ganz konkret Veränderungen dabei bewirken, wie Menschen und Güter in Europa befördert werden: Es soll einfacher werden, auf einer einzigen Reise verschiedene Verkehrsträger zu kombinieren. Die Digitalisierung soll die Art und Weise, wie wir uns bewegen, revolutionieren und unsere Mobilität intelligenter, effizienter und auch umweltfreundlicher machen.

Das BMVI wird sich konstruktiv in die weiteren Diskussionen über die Zukunft der Mobilität einbringen und die angekündigten Einzelmaßnahmen bewerten, sobald die Kommission hierzu konkrete Vorschläge für die Beratung im EU-Ministerrat und Europäischen Parlament vorlegt.

Die Verkehrsstrategie der EU-Kommission finden Sie hier.