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Einfahrt U-Bahn mit Bahnsteig

Quelle: Fotolia / K.M.Neuhold

Zitat Bundesminister Andreas Scheuer:

„Der Online-Handel boomt und immer mehr Pakete werden in die Städte transportiert. Um Staus und Emissionen zu vermeiden, brauchen wir innovative und kreative Lieferkonzepte. Warum nicht Waren im ÖPNV transportieren, wenn hierfür außerhalb der Stoßzeiten freie Kapazitäten vorhanden sind? Neu und mutig denken - das muss unser Anspruch sein. Dass dies möglich ist, zeigen mehrere Pilotprojekte zum Warentransport im ÖPNV. Mein Haus unterstützt solche innovativen Konzepte bereits jetzt mit vielen Millionen Euro. Bis August 2021 können sich Kommunen wieder um neues Geld aus unserem Förderprogramm „Städtische Logistik“ bewerben. Ich kann nur alle dazu ermuntern zuzugreifen. Denn eines ist klar: Lieferverkehre bieten enormes Potenzial für Innovation. Wir werden das Thema weiter vorantreiben!“

Der städtische Lieferverkehr wird auch in den kommenden Jahren stark ansteigen. Um die einhergehende Lärm- und Schadstoffbelastung in den Städten zu senken sowie den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen wir jetzt handeln.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt die Bemühungen der Kommunen und der Wirtschaft bereits intensiv, Innovationen für die letzte Meile zu entwickeln, um auf diese Weise zu einer stadt- und umweltverträglichen Gestaltung der städtischen Logistik beizutragen.

Neben den bewährten Unterstützungsmaßnahmen – wie zum Beispiel der Förderung alternativer Antriebe – sind wir auch offen für neue Lösungsvorschläge. Dazu zählen zum Beispiel der Transport von Gütern im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie unterirdische Transportsysteme.

Um diesen innovativen Konzepten eine Plattform zu geben, hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am 19.11.2020 zu einem virtuellen Runden Tisch „Warentransport via ÖPNV – Verkehr vor Ort entlasten und Klima schützen“ eingeladen. Gemeinsam mit über 50 Vertretern aus Kommunen, Verbänden, Wirtschaft sowie Wissenschaft diskutierte er über innovative Logistikkonzepte für Stadt und Land. Konkret ging es dabei u. a. um den Pakettransport per Straßenbahn oder den Transport von Lebensmitteln und Gütern auf standardisierten Paletten in unterirdischen Transportsystemen. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zur rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit derartiger Projekte sowie die Frage, wie das BMVI solche Innovationen am besten unterstützen kann.

Wie geht es jetzt weiter?

  • Das BMVI startete am 04.01.2021 einen neuen Förderaufruf im Rahmen des im Jahr 2019 in Kraft getretenen Förderprogramms „Städtische Logistik“. Kommunen und Landkreise sind aufgerufen, bis zum 31.08.2021 Projektanträge für die Erstellung von Machbarkeitsstudien zum Warentransport im ÖPNV oder zu unterirdischen Transportsystemen einzureichen. Gefördert werden können außerdem Mikro-Depots zur Auslieferung von Waren mit Lastenrädern.
  • Mit dem Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ hat das BMVI zudem eine Fördermöglichkeit geschaffen, um Erprobungen und Markteinführungen von innovativen Technologien auch für die städtische Schienenlogistik finanziell zu unterstützen.
  • Auch im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt das BMVI innovative Transportkonzepte. So fördert es derzeit im Rahmen des Vorhabens „kombiBAHNNordhessen“ ein Pilotprojekt zum Warentransport im öffentlichen Schienenpersonenverkehr. Die Projektergebnisse werden im 2. Quartal 2021 erwartet.
  • Der Runde Tisch stellte den Auftakt für die weitere Diskussion zu innovativen Lieferkonzepten dar. In den kommenden Monaten wird das BMVI gemeinsam mit externen Stakeholdern die rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Warentransport im ÖPNV prüfen. In diesem Zusammenhang ist das BMVI auch an Ideen und Projektskizzen interessiert, die bisher nicht förderfähig sind und aus denen daher mögliche weitere Förderbedarfe hervorgehen. Beiträge konnten über die E-Mail-Adresse staedtische-logistik@bmvi.bund.de bis zum 26. Februar 2021 an das BMVI übermittelt werden.
  • Im Frühjahr 2021 wird überdies ein vertiefendes Arbeitstreffen zu unterirdischen Transportsystemen unter Leitung von Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger im BMVI stattfinden. Ziel ist es, Herausforderungen und Chancen zu konkretisieren und die Umsetzbarkeit gemeinsam mit interessierten Kommunen zu diskutieren.

Die Impulsvorträge, die im Rahmen des Runden Tisches gehalten wurden, finden Sie hier:

LastMileTram - Einsatz einer Straßenbahn zum Transport von Paketen
Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Frankfurt University of Applied Sciences

Logistik-Generalinitiative „regioKArgo“ mit dem Projekt „LogIKTram“
Ascan Egerer, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH

Potenziale und Herausforderungen für den Warentransport via ÖPNV
Dr. Julius Menge, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Berlin

Synergien zwischen ÖPNV und Logistik im ländlichen Raum
Anja Sylvester, LaLoG LandLogistik GmbH

Exkurs: Ausblick zum unterirdischen Transport von Waren in die Innenstädte
Christian Kühnhold, SmartCityLoop GmbH