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Fahrräder (Quelle: iStock/ svetikd)

Deutschlands Radverkehr boomt

Ob als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung, für die Freizeit oder den Urlaub: Das Fahrrad liegt in Deutschland mehr denn je im Trend. Über 80 Prozent der Deutschen nutzen das Fahrrad. Damit sind wir eine der führenden Fahrradnationen. Immer mehr Menschen verzichten vor allem bei Distanzen von bis zu 15 Kilometern auf ihr Auto und nehmen stattdessen das Fahrrad. Gut so! Denn Radfahren entlastet die Umwelt und fördert die eigene Fitness. Zudem ist das Fahrrad ein wichtiger Technologieträger: Es ist Vorreiter für Elektroantriebe und gewinnt durch die Digitalisierung weiter an Attraktivität. Grund genug für das BMVI, die Weiterentwicklung und Verbesserung des Radverkehrs mit Nachdruck voranzutreiben.

Andreas Scheuer, Bundesminister

Quelle: http://www.andreas-scheuer.de/presse/

Wie sieht die Zukunft des Radverkehrs aus? Diese Frage wollen wir beantworten. Mit dem Nationalen Radverkehrsplan wollen wir Radfahren besser machen. Entscheiden Sie online mit, wie wir mit dem Fahrrad in Zukunft unterwegs sind. Ich freue mich auf Ihre Zukunftsvisionen und praktischen Vorschläge für einen Radverkehr der Zukunft.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Nationaler Radverkehrsplan 3.0

Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) ist die Strategie der Bundesregierung zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. Im NRVP enthalten sind Leitbilder, Themenschwerpunkte und konkrete Ziele, die Bund, Länder und Kommunen sowie weitere Akteure innerhalb ihrer Zuständigkeiten verfolgen.

Bis einschließlich 2020 gilt der aktuelle NRVP – Zeit, bereits nach vorne zu blicken und den nächsten Radverkehrsplan zu entwickeln. Dazu werden zahlreiche Expertinnen und Experten zum Fachdialog geladen und Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung aufgerufen.


Der Prozess zum NRVP 3.0

Gemeinsam Radverkehr gestalten
Radfahren ist nicht nur gut für Gesundheit und Lebensqualität, es ist ein gesellschaftlicher Trend: Immer mehr Menschen schwingen sich auf den Sattel. Zudem ist Fahrradfahren gut für die Umwelt und das Klima. Zur Weiterentwicklung des Nationalen Radverkehrsplans wollen wir daher neben Fachexpertinnen und -experten insbesondere Radfahrerinnen und Radfahrer einbinden – und auch solche, die es werden können.

Bis zum 30. Juni 2019 sammeln wir Ihre Ideen, Wünsche und Anregungen rund um das Thema Radverkehr unter zukunft-radverkehr.bmvi.de Die Beiträge fließen in die Fachdialoge ein. Dort diskutieren Vertreter/innen aus Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über einen Zeitraum von 12 Monaten über Vorschläge, Potentiale und Ideen zu allen relevanten Themen. Die Ergebnisse münden in die Weiterentwicklung des NRVP.

Prozessgrafik NRVK 2019-2021

Quelle: BMVI

Der NRVP 3.0

Ob mehr Sicherheit, schnellere Verbindungen oder digitale Angebote – die Gestaltungsoptionen für den Radverkehr der Zukunft sind vielfältig. Anhand von Leitzielen greift der NRVP 3.0 alle relevanten Themen auf und zeigt die zukünftigen Handlungsschwerpunkte zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland auf. Im anstehenden Dialogprozess werden die Leitziele in den Fachdialogen diskutiert und mit Leben gefüllt.

Leitziel: Lückenloser Radverkehr in Deutschland

Eine zum Radfahren motivierende Infrastruktur ist in allen Regionen der entscheidende Schlüssel für die Höhe des Radverkehrsanteils und wird von den Radfahrenden immer stärker eingefordert. Durch eine sichere und attraktive Infrastruktur – bestehend aus gut ausgebauten Radwegen und Kreuzungen sowie Park-Infrastruktur und Sharing-Systemen – werden die umfassenden Potenziale des Radverkehrs genutzt, Konflikte unter den Verkehrsteilnehmern verringert und das Verkehrssystem als Ganzes optimiert.

Leitziel: Vision Zero im Radverkehr

Alle Altersgruppen, von Kindern bis Senioren, sollen in Deutschland sicher Fahrrad fahren. Das zeigt sich sowohl in der objektiven Sicherheit als auch durch das subjektive Sicherheitsempfinden. Alltagstauglichkeit und individueller Spaß am Radfahren werden ebenso gestärkt wie die Bedeutung des Fahrrads als alltägliches Verkehrsmittel.

Leitziel: Urbaner Lastenverkehr wird Radverkehr

Intelligente City-Logistik bedeutet eine immer stärkere Einbeziehung des Fahrrads. Das (Lasten-) Fahrrad schöpft seine Potenziale in der Lieferkette voll aus und sorgt für eine emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile.

Leitziel: Deutschland wird Fahrrad-Pendlerland

Das Fahrrad wird das Verkehrsmittel der Wahl im Berufsverkehr. Sowohl der tägliche Arbeitsweg als auch Dienstwege während der Arbeitszeit werden bevorzugt mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Leitziel: Deutschland wird Fahrradstandort

Das Image sowie das Wissen über das Fahrrad und den Radverkehr werden sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachöffentlichkeit konsequent verbessert. Daraus entstehen Innovations- und Wirtschaftspotenziale, die konsequent genutzt und gefördert werden.

Leitziel: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt

Digitalisierung treibt Innovation – auch im Radverkehr. Daten ermöglichen eine passgenaue Planung von Infrastruktur und Verkehrssteuerung, optimieren die Vernetzung zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten und machen Radfahren schneller, sicherer und attraktiver.

Leitziel: Radverkehr erobert Stadt und Land

Durch attraktive öffentliche Räume mit passenden Angeboten für den Radverkehr in der Stadt und auf dem Land werden Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert und Bewohnerinnen und Bewohner zur aktiven Bewegung motiviert. So entstehen lebendige und attraktive Städte und Regionen.

Leitziel: Das Fahrrad im Zentrum moderner Mobilitätssysteme

Durch schlanke Prozesse und effektive Förderungen in Politik und Planung wird Radverkehr als zentraler Bestandteil nachhaltiger Mobilität ambitioniert vorangetrieben. Gesellschaft und Fachakteure werden aktiv in den Prozess eingebunden und so bedarfsgerechte Lösungen erarbeitet.

Weiterführende Informationen

Ein Fahrrad in Bewegung. (Quelle: BMVI - Susanne Panozzo)

Radschnellwege

Bereits jetzt verlaufen entlang von Bundesstraßen insgesamt 18.600 Kilometer Radwege (Stand: 01. Januar 2017). Für ihren Erhalt und die Erweiterung stellt der Bund seit 2015 jährlich rund 98 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Schnellstraße für den Radverkehr

Eine relativ neue Form der Radverkehrsinfrastruktur sind die sogenannten Radschnellwege.
Diese Premium-Radwege sind aufgrund besonderer baulicher Standards für den schnellen, möglichst störungsfreien Verkehr bestimmt. Damit sind Radschnellwege insbesondere für urbane Räume und Metropolregionen interessant. Sie dienen dazu, Pendlerverkehre verstärkt mit dem Fahrrad abzuwickeln, Staus zu vermeiden und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Radschnellwege können negative Verkehrsfolgen wie Lärmbelastung und Schadstoffemissionen reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Aktuelle BMVI-Förderung

Der Bund fördert Radschnellwege in der Baulast der Länder und Kommunen mit zunächst 25 Millionen Euro jährlich. Das entsprechende Gesetz ist in Kraft.

Deutschlandweit haben Radschnellwege nach ersten Schätzungen ein Potenzial von insgesamt rund 1.400 Kilometern Streckenlänge. Ein erstes Teilstück des Radschnellweges 1 im Ruhrgebiet (RS1) ist bereits eröffnet.

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrräder werden im Wasser gespiegelt. (Quelle: BMVI - Christine Hoppe)

Der Deutsche Fahrradpreis

Gewinner 2019

Am 13. Mai 2019 wurden unter großem Beifall auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden die Gewinner des Deutschen Fahrradpreises 2019 ausgezeichnet.

In der Kategorie Infrastruktur belegt das Projekt Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes in der Metropole Ruhr den ersten Platz. Aus einem touristisch geprägten Radverkehrsnetz soll für die Metropole Ruhr als größten Ballungsraum Deutschlands ein Radwegenetz für den Alltagsverkehr geschaffen werden. Für das künftige Netz mit rund 1.800 Kilometer gibt es bereits einen Bedarfsplan.

In der Kategorie Service kann sich das Konzept Freie Lastenräder gegen 39 Mitbewerber durchsetzen. Mit 85 Initiativen, knapp 200 Rädern und mehr als 10.000 Nutzenden ist es das größte Fahrrad-Verleihsystem, das kostenfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

In der Kategorie Kommunikation räumt das Kölner Aktionsbündnis #RingFrei den ersten Platz ab. Durch eine gezielte Ansprache der Öffentlichkeit und der Einbindung von Fußgängern, Radfahrern, Einzelhändlern, Planern, Verwaltungsmitarbeitern und Politik hat das Bündnis eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht auf den Kölner Ringen und eine Transformation des Kölner Boulevards unter der Maxime „eine Spur dem Auto, eine Spur dem Rad und den Fußgängern den Gehweg“ angestoßen.

Den Fotowettbewerb gewinnt der Schüler Lennard Prediger. Unter dem Motto „Radfahren verbindet“ wurden aus rund 400 Einreichungen die besten Fotos von Amateur-und Profi-Fotografen gesucht. Lennard Prediger erhielt für sein Foto seiner Großeltern beim E-Bike-Fahren im Publikumsvoting die meisten Stimmen.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Mit dem Deutschen Fahrradpreis wollen wir gute und innovative Projekte zur Förderung des Radverkehrs bei Entscheidungsträgern und Fachleuten bekannt machen und für das Radfahren werben. Deshalb zeichnen wir jedes Jahr neben den Beispielen aus der Praxis auch die Fahrradfreundlichste Persönlichkeit aus - eine Art Botschafter für das Rad. Ich freue mich, diesen Preis heute an Max Raabe zur verleihen. Es gibt wenig überzeugtere Radfahrer als ihn. Er radelt nicht nur das ganze Jahr - egal ob es stürmt oder schneit. In seinem Song „Fahrrad fahr'n“ besingt er seine Liebe zum Rad auch noch mit Zeilen wie „Manchmal läuft im Leben alles glatt - Vorausgesetzt, dass man ein Fahrrad hat.“

Richtungsweisende Innovationen – von Radfahrern für Radfahrer

Der Deutsche Fahrradpreis wird seit dem Jahr 2000 jährlich vom BMVI und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. ausgelobt.
Als Partner und Sponsoren des Wettbewerbs engagieren sich der Zweirad-Industrie-Verband e.V. und der Verbund Service und Fahrrad g.e.V

Ausführliche Informationen zu den Nominierten, die Jurybegründung, Factsheets zu den Gewinnern sowie Bilder der Preisverleihung finden Sie auf der Website des Deutschen Fahrradpreises.

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrradfahrer im Wald. (Quelle: BMVI)

Radweg Deutsche Einheit

Mit dem Fahrrad von Bonn nach Berlin – oder umgekehrt?

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 2015 hat das BMVI das Projekt Radweg Deutsche Einheit initiiert. Der Radweg verbindet die Städte Bonn und Berlin; er steht symbolisch für das Zusammenwachsen der deutsch-deutschen Verkehrsinfrastruktur. Dabei führt er durch insgesamt sieben Länder: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Unterwegs radeln Sie an rund 100 historischen Schauplätzen und Erinnerungsstätten vorbei.

Sie werden staunen!

Waren Sie zum Beispiel schon mal am Deutschen Eck in Koblenz oder in der Sacrower Heilandskirche in Potsdam? Entlang der gesamten Route können Sie bald moderne Radstätten mit freiem WLAN, digitalen Touchpads und Solarzellentechnik kostenfrei nutzen. Hier können Sie Ihr Elektrofahrrad aufladen, sich über die Region informieren, Ihre weitere Route planen oder die nächste Unterkunft buchen. Damit Sie unterwegs auf Bus und Bahn umsteigen können, ist der Radweg an über 180 Knotenpunkten an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden, darunter an 135 Bahnhöfe und 19 Fernbusbahnhöfe. Anfangs- bzw. Endpunkte des Radwegs sind die Standorte des BMVI in Bonn und Berlin.

Über die komoot-App können Sie sich den Radweg auf Ihr Smartphone holen und auch einzelne Etappen bequem planen.

komoot-App für Android (Google)
komoot-App für Android (Google)

Quelle: Radweg Deutsche Einheit

komoot-App für iOS (Apple)
komoot-App für iOS (Apple)

Quelle: Radweg Deutsche Einheit

Weiterführende Informationen

Drei Generationen beim Ausflug mit dem Rad. (Quelle: Fotolia / ARochau)

Fahrradportal

Digitale Vernetzung – immer am Puls der Zeit

Als größte deutschsprachige Informations- und Kommunikationsplattform für den Radverkehr bündelt das Fahrradportal - ein zentrales Instrument des Nationalen Radverkehrsplans - für Fachleute aus Verwaltung und Forschung, aber auch für Bürgerinnen und Bürger, aktuelle Informationen rund um den Radverkehr. Hierzu zählen die neuesten Maßnahmen, Entwicklungen und Statistiken, Neuerungen in den Regelwerken, Veranstaltungen, Forschungsberichte und Veröffentlichungen, gute Praxisbeispiele sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Berichtet wird vorwiegend aus dem Inland, aber ausgewählte Entwicklungen, Veröffentlichungen, Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele aus dem Ausland bieten auch den Blick über den Tellerrand. Damit ist das Fahrradportal ein wichtiges Instrument, um die Umsetzung einer radverkehrsfreundlichen Politik durch Wissensaustausch und Kommunikation zu fördern.

Radfahren begeistert mich. Es ist umweltfreundlich und gesundheitsfördernd.

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur

Weiterführende Informationen

Fahrradpedal. (Quelle: BMVI - Hans Jürgen Schalski)

Innovationen made in Germany

Das Fahrrad ist eine herausragende Erfindung und hat sich in unserer Gesellschaft als modernes Verkehrsmittel etabliert. Seit 1817 gehört das Fahrradfahren zu den schönsten Formen der Fortbewegung.

Kaum eine Erfindung begleitet uns so treu durch unser Leben wie das Fahrrad. Von den ersten wackeligen Fahrversuchen als Kind bis zu gemütlichen Spazierfahrten im hohen Alter bleibt unser Fahrvergnügen ungebrochen. Egal wie alt wir sind, das Fahrradfahren verlernen wir nie. Dabei ist das Rad viel mehr als nur ein Fortbewegungsmittel: In zwei Jahrhunderten wurde in Deutschland das Rad immer wieder neu erfunden und so unsere Welt und unseren Alltag nachhaltig verändert. Seit seiner Erfindung durch Karl Drais vor 200 Jahren wurde das Fahrrad stetig weiterentwickelt. Ob als Renn-, Falt-, Liege-, Lasten- oder Elektrorad – ob mit einem, zwei oder drei Rädern: Mit seinen vielen Modellvarianten ist das Fahrrad der beste Beweis dafür, dass Leidenschaft erfinderisch macht.

Weiterführende Informationen