Alle aktuellen Artikel Alle aktuellen Artikel

Für das BMVI ist der Klimawandel mit seinen Folgewirkungen ein zentrales Thema. Für Wasserstraßen und Schifffahrt in Deutschland sind substantielle Veränderungen der klimatischen Verhältnisse durch den Klimawandel zu erwarten. Extremereignisse wie Dürren, Starkregen, Hochwasser, Sturzfluten, Hitzewellen und Stürme, aber auch Verschiebungen in langjährigen Mittelwerten des Meeresspiegels, des Wasserdargebots, der Temperatur sowie des Niederschlags- und der Abflussregime sind nur einige der heute schon erlebbaren Auswirkungen. Das BMVI trägt mit seinen Klimaschutzmaßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens bei und bereitet sich gleichzeitig mit Forschung und geeigneten Anpassungsmaßnahmen auf die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels vor, um das Verkehrssystem resilient zu gestalten.

Mittelrhein Jungferngrund

Quelle: BAW

Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS, 2008) setzt den ressortübergreifenden politischen Rahmen für die Aktivitäten der Bundesregierung zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland. Ziel der DAS ist es, die Verwundbarkeit Deutschlands gegenüber den Klimaänderungen und deren Auswirkungen unabhängig von deren Ursachen zu mindern und die Anpassungsfähigkeit zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund wurde ein Gesamtangebot des Bundes für Klimadienste und Dienste zur Unterstützung der Klimaanpassung beschlossen. Die Säulen sind der Deutsche Klimadienst (DKD) beim Deutschen Wetterdienst (DWD) und der Klimaanpassungsdienst (KlimAdapt) beim Umweltbundesamt (UBA) sowie flankierende operationelle Dienste, wie beispielsweise der DAS-Basisdienst „Klima und Wasser“ (s.u.). Das KLiVO Portal bündelt Daten und Informationen zum Klimawandel sowie Dienste zur zielgerichteten Anpassung an die Klimafolgen. Der Gesamtprozess wird von der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassung an den Klimawandel (IMAA) des Bundes unter Federführung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gesteuert und in Zusammenarbeit mit den Ländern, Kommunen und der Wissenschaft kontinuierlich weiterentwickelt.

Forschung schafft wissenschaftliches Fundament

Die Bundesverkehrspolitik stellt sich den Herausforderungen durch den Klimawandel schon seit vielen Jahren. Mit dem Forschungsprogramm „KLIWAS - Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt – Entwicklung von Anpassungsoptionen“ hat das BMVI bereits zwischen 2009 und 2013 das wissenschaftliche Fundament für die Anpassung an den Klimawandel geschaffen. Im BMVI-Expertennetzwerk forschen seit 2016 sieben Behörden des BMVI (BAG, BSH, BfG, BASt, BAW, DWD und DZSF/EBA) in kontinuierlichem Austausch mit den potenziellen Nutzern innerhalb und außerhalb des BMVI zu drängenden Zukunftsfragen im Verkehrsbereich. Der unmittelbare Transfer der Erkenntnisse in die Praxis ist dadurch sichergestellt. Die erste Phase des BMVI-Expertennetzwerks wurde Ende 2019 erfolgreich abgeschlossen. Die zweite Phase ist im Januar 2020 gestartet und wurde unter intensiver Beteiligung der Fachreferate und der Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bis 2025 konzipiert. Die Forschungsthemen fokussieren auf die Risiken des Klimawandels und extreme Wetterereignisse, die Berücksichtigung von Umweltaspekten, die Alterung der Verkehrsinfrastruktur, aber auch auf die Chancen der Digitalisierung und die Nutzung erneuerbarer Energien. Mit seinen Ressortforschungseinrichtungen und dem Expertennetzwerk verfügt das BMVI über eine hervorragende Expertise, das Verkehrssystem vor dem Hintergrund des Klimawandels robuster und widerstandsfähiger zu gestalten.

Von der Forschung zum operationellen DAS-Basisdienst „Klima und Wasser"

Für die Anpassung des Verkehrssystems an die Auswirkungen des Klimawandels, wie auch extremer Wetterereignisse, werden fortlaufend objektive und belastbare Grundlagen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse (IPCC Sachstandsberichte) benötigt. Für Deutschland übernimmt diese Aufgabe der DAS-Basisdienst „Klima und Wasser“. Dieser wird zurzeit schrittweise als Daueraufgabe im Geschäftsbereich des BMVI beim Deutscher Wetterdienst, der Bundesanstalt für Gewässerkunde, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und der Bundesanstalt für Wasserbau eingerichtet. Er wird eine aktuelle und übergreifende Datenbasis für klimatologische, ozeanographische und hydrologische Parameter und Dienstleistungen bereitstellen. Auf Basis von Datensätzen für die Vergangenheit sowie Klimaprojektionen für die Zukunft können Aktivitäten zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels, wie auch extremer Wetterereignisse, abgeleitet werden. Die erste Phase des DAS-Basisdienst „Klima und Wasser“ hat begonnen.

Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein"

Als konkretes Beispiel zur Initiierung von Klimaanpassungsmaßnahmen im Bereich des Verkehrsträgers Wasserstraße, ist der Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ zu nennen. Im Aktionsplan sind in den Handlungsfeldern „Informationsbereitstellung“, „Transport und Logistik“, „Infrastruktur“ und „Langfristige Lösungsansätze“ wirkungsvolle Handlungsoptionen identifiziert worden, mit denen auch bei einer Häufung klimawandelbedingter extremer Niedrigwasserereignisse zuverlässig kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein sichergestellt werden sollen und den klimawandelbedingten Herausforderungen für die Industriestandorte am Rhein und seinen Nebenflüssen begegnet werden soll.

Weitere Informationen zum Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein" finden Sie hier.

WSV-Climate-Proofing

Im Zuständigkeitsbereich der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) werden konkrete Schritt unternommen, den Aspekt Klimawandel systematisch in Planungsvorgänge zu integrieren. Das WSV-Climate-Proofing integriert Datendienste, Leitfäden und Schulungsprogramme.