Alle aktuellen Artikel Alle aktuellen Artikel
Edertalsperre in Norhessen

Quelle: Fotolia / ASonne30

Wasser ist neben der Luft unsere wichtigste Ressource. Beobachten, Messen, Analysieren, Bewerten und Bewirtschaften sind Grundvoraussetzungen für den nachhaltigen Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource. Die moderne Hydrologie und die Wasserwirtschaft von heute haben in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung für Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie.

Mit der Bewirtschaftung der Bundeswasserstraßen übernimmt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) umfangreiche Aufgaben der Hydrologie in Deutschland. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) betreibt dazu mit Unterstützung der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit fast 2.000 Messstellen das größte hydrologische Messnetz in Deutschland. Das hydrologische Messnetz dient Unterhaltung, Betrieb, Ausbau und Neubau von Bundeswasserstraßen. Hierbei werden im und am Gewässer hydrologische, wasserwirtschaftliche, hydraulische und morphologische Wechselbeziehungen kurz- bzw. langfristig ermittelt.

Vorhersagesysteme helfen der Schifffahrt, die Wasserwege optimal zu nutzen. Auch Bürgerinnen und Bürger können heute über das Internet die Wasserstandsentwicklung der schiffbaren Gewässer direkt mitverfolgen. Der Behördenverbund im Verkehrsbereich arbeitet dabei eng mit den weiteren Akteuren an den Gewässern bei Bund, Ländern und Kommunen sowie Verbänden und Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Damit werden Synergien für andere wichtige Arbeitsgebiete wie Hochwasserschutz, Küstenschutz, Energiegewinnung, Wasserqualität und Naturschutz erzeugt. Über Gremien, wie die Internationalen Flussgebietskommissionen und Europäische Institutionen, besteht eine intensive Zusammenarbeit auch mit unseren Nachbarstaaten.

Gewässerkundliche Informationssysteme des BMVI

Das hydrologische Messnetz der WSV und damit verbundene gewässerkundliche Informationssysteme (PEGELONLINE und ELWIS) liefern bundesweit einheitliche Darstellungen von aktuellen Wasserständen, Abflüssen und Vorhersagen. Sie dienen dem Betrieb und der Unterhaltung der Bundeswasserstraßen sowie der Information der Schifffahrtstreibenden und dem Transportgewerbe, erfahren aber insbesondere bei extremen Abflusssituationen ein sehr großes Interesse in der Öffentlichkeit.

ELWIS

Pfeil runter
Hochwasser

Quelle: Axel Bueckert_GettyImages

Der Elektronische Wasserstraßen-Informationsservice ELWIS ist ein internetbasierter Dienst der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) für alle Nutzer der Wasserstraßen, Schifffahrtstreibende, Gewerbe und Freizeit - und sonstige Interessierte an den Wasserstraßen.

ELWIS bietet für die Schifffahrt zusätzlich neben der Bekanntgabe und Vorhersage von Wasserständen an schifffahrtsrelevanten Pegeln auch weitere aktuelle Informationen zur Schiffbarkeit der Bundeswasserstraßen. Diese beinhalten unter anderem Nachrichten für die Binnenschifffahrt (NfB), Schleuseninformationen, Fahrrinnen-, Tauch- und Abladetiefen sowie Eislage-Berichte und -vorhersagen. Seit 2019 werden über ELWIS auch wahrscheinlichkeitsbasierte 10-Tages Wasserstandsvorhersagen für abladerelevante Rheinpegel veröffentlicht. Diese werden von der Bundesanstalt für Gewässerkunde mit hydrologischen, hydraulischen und statistischen Modellen arbeitstäglich auf Grundlage umfangreichen Echtzeitdaten aus dem Rheineinzugsgebiet berechnet.

Jeder ELWIS-Nutzer kann die automatische Übersendung von Informationen als E-Mail oder SMS (z.B. bei Überschreiten bestimmter Wasserstände) einrichten.

PEGELONLINE

Pfeil runter
Pegel im Eis

Quelle: BfG

PEGELONLINE ist ein gewässerkundlichen Informationssystem der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. PEGELONLINE publiziert kostenfrei tagesaktuelle Rohwerte des Wasserstands, aber auch anderer gewässerkundlicher Parameter der Binnen- und Küstenpegel der Bundeswasserstraßen bis maximal 30 Tage rückwirkend. Eine Deutschlandkarte ermöglicht einen ersten Gesamteindruck über die Wasserstandssituation in Deutschland. Zudem werden in detaillierten Einzelansichten die aktuellen Ganglinien einzelner Pegel visualisiert.

Weiterhin steht eine Reihe von Webservices bereit, mit denen die Ganglinien und Messwerte in eigene Applikationen übernommen werden können. PEGELONLINE liefert Daten und ist Informationsquelle für eine Vielzahl von Bundes- und Landesverwaltungen sowie der Forschung. PEGELONLINE verfügt jedoch nicht über Messwerte von Landespegeln und Hochwasservorhersagen. Diese Daten werden ausschließlich in Verantwortung der Länder erhoben und veröffentlicht.

Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine im Geschäftsbereich des BMVI eingerichtete Bundesoberbehörde. Als solche ist sie das wissenschaftliche Institut des Bundes für Forschung, Begutachtung und Beratung auf den Gebieten Hydrologie, Gewässernutzung, Gewässerbeschaffenheit sowie Ökologie und Gewässerschutz. Weitere Informationen finden Sie unter www.bafg.de.

Im hydrologischen Messnetz der WSV werden seit vielen Jahrzehnten Wasserstände und Abflüsse bzw. Durchflüsse im Küstengebiet und an den Binnenwasserstraßen gemessen. Die BfG nutzt die Messungen für hydrologische Zustandsanalysen, zur Entwicklung von Vorhersagesystemen für Eis- und Wasserstand, für Prognosen der Wasserverfügbarkeit und für langfristige Projektionen zukünftiger Abflussentwicklungen. Dies ist insbesondere für Wasserstandsvorhersagen und bei der Beurteilung der Folgen des Klimawandels von großer Bedeutung. Zudem spielt die Entwicklung von Messgeräten und -verfahren sowie die Qualitätssicherung der gewonnenen Daten eine wichtige Rolle.

Das Global Runoff Data Center (GRDC) ist ein internationales Weltdatenzentrum, das unter der Schirmherrschaft der World Meteorological Organization (WMO) betrieben wird und bei der BfG angesiedelt ist. Im GRDC werden Daten von Flüssen aller Kontinente für die Forschung zusammengetragen. Es liefert dadurch einen wichtigen Beitrag bei der Erforschung des globalen Klimawandels und des integrierten Wasserressourcenmanagements. Entsprechend seinem UN-Mandat steht GRDC mit vielen Organisationen und Partner-Datenzentren in Kontakt und leistet Beiträge zu internationalen Forschungsprogrammen und Programmen und Projekten der Vereinten Nationen. Das Zentrum leistet einen Beitrag zum Global Terrestrial Network - Hydrology (GTN-H).

Pegel Koblenz

Quelle: BfG

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Für die deutsche Nordsee- und Ostseeküste einschließlich der Ästuare betreibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) einen Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst.

Zur Unterstützung von Schifffahrt, Verkehrszentralen, Hafenämtern und vielen weiteren Nutzern gibt der Vorhersagedienst des BSH viermal täglich Wasserstandsvorhersagen für die kommenden Hoch- und Niedrigwasser an der deutschen Nordseeküste und zweimal täglich Wasserstandvorhersagen für die deutsche Ostseeküste heraus. Sie werden über den Rundfunk, im Internet unter www.bsh.de und über neue Medien (Apps) veröffentlicht. Sturmflutwarnungen werden zusätzlich über einen elektronischen Warnverteiler und z.T. über das Fernsehen verbreitet.

Sobald eisbedingte Schifffahrtsbehinderungen im Nord- oder Ostseeraum auftreten, informiert der Eisnachrichtendienst des BSH über die Eisverhältnisse und durch Eis verursachte Behinderungen und Beschränkungen der Schifffahrt an den deutschen Küsten. Verschiedene Eisberichte, die die Eislage beschreiben und kurz- bis mittelfristige Prognosen enthalten, sowie Eiskarten werden ebenfalls über das Internet unter www.bsh.de bereitgestellt. Der Eisdienst berät zudem die deutsche Schifffahrt auch zu Eisverhältnissen in ausländischen Gewässern.