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30D-Geschichte von Ernst Gombert

Quelle: BMVI

  • Fuhr seinen Sohn und dessen Freund im August 2005 zur Messe „Games Convention“ in Leipzig.
  • Erkundete während der Messe gemeinsam mit einem Leipziger aus einem Fahrrad-Forum mit dem Rad die Stadt.
  • Gombert ist seitdem jedes Jahr mit seiner Frau auf der Fahrradmesse „Historica Leipzig“.
30D-Geschichte von Ernst Gombert

Quelle: Privat - Ernst Gombert

2019 vor dem Start in Panitsch alte Rennbahn.

30 Jahre Mauerfall, meine schönste Geschichte dazu:

Das Ganze hat begonnen mit dem Hobby meines Sohnes Niklas, der sich eigentlich sehr zu meinem Leidwesen in seinen jungen Jahren recht intensiv mit Online-Spielen jedwelcher Art beschäftigt hat. Und was lag zu Beginn des neuen Jahrtausends näher als ein Besuch der Games Convention, die ab 2002 auf dem Messegelände in Leipzig stattfand. Das Problem für meinen Sohn und dessen Freund bestand nun natürlich darin, mit kleinem Budget von Monschau (ganz im Westen an der belgischen Grenze) kostengünstig nach Leipzig zu gelangen. Das Bahnticket dorthin war für die beiden Schüler definitiv zu teuer. Nach einigen Überlegungen meinerseits habe ich mich dann in Absprache mit meiner Frau dazu bereit erklärt, die beiden für einen kleinen Betrag nach Leipzig zur Messe zur Games Convention zu chauffieren und damit verbunden einen kompletten Samstag zu opfern.

Nur stellte sich für mich die Frage: Was stellst du mit deiner freien Zeit von vormittags bis nachmittags in Leipzig an? Es gab damals keinerlei Anlaufstelle, wo ich den Tag hätte sinnvoll verbringen können. Da ich in meiner Freizeit viel und gerne mit dem Rennrad unterwegs bin, kam mir der Gedanke, meinen fahrbaren Untersatz ins Auto zu laden und die Region Leipzig per Rad zu erkundigen, nur ist das so eine Sache, wenn man sich in der Region nicht auskennt; die schönen Routen erschließen sich so ohne weiteres nicht. An die Anschaffung eines Navigationsgerätes a la GARMIN habe ich zu dieser Zeit noch nicht gedacht.

Also habe ich über ein damaliges Rennrad-Forum versucht, für die Region einen „Guide“ für die Region Leipzig ausfindig zu machen. Und siehe da, sehr rasch meldete sich ein Mitfahrer, der auch just zu der Zeit bereit war, mit mir eine Runde in der Region Leipzig zu drehen.

Gesagt getan, habe ich dann meinen Sohn und den Freund am 20. August 2005 in meinen Kombi nebst Rennrad geladen, und wir sind nach Leipzig gefahren, den letzten Abschnitt im Übrigen über die großzügig ausgebaute Autobahn.

Nachdem ich die beiden im Messegelände ausgesetzt habe, bin ich zum verabredeten Rennradtreffpunkt, und siehe da, mein Mitradler kam kurz danach im Rennoutfit ebenfalls an, und wir konnten nach kurzer Begrüßung die Tour beginnen. Daniel Weise, so hieß mein Guide, hat mir dann die Region südwestlich von Leipzig gezeigt, und wir konnten das Ganze dann nach ca. 100 km in einem netten Gasthaus beenden.

So weit so gut, nach der Rückreise habe ich mich dann noch einige Male mit GT-Danni, so der Spitzname von Daniel Weise, austauschen können, aber wie das so ist, schlafen solche Kontakte dann eher ein.

Mein Radfahrhobby habe ich dann weiter betrieben und neben neuen Rädern in Carbon speziell auch alte Rennräder (Vintagebikes) angeschafft und auch gefahren. Bekannt ist hier die Veranstaltung L’heroica, ursprünglich in der Toscana beheimatet, bei der inzwischen weltweit nur alte Stahlrennräder ab einem gewissen Alter zugelassen werden.

Beim Suchen im Internet 2015 stieß ich rein zufällig auf eine ähnlich geartete Veranstaltung in Leipzig und siehe da, in einem Fotostream konnte ich meinen damaligen Mitradler „GT-Danni“ ausfindig machen.

Das nächste Event „Die Historica Leipzig“ war für August 2016 geplant und eine Anmeldung über online ging rasch vonstatten. Veranstalter war der Radclub Hallzig (Halle_Leipzig), die eine Reihe von Veranstaltungen auch zu Gunsten des Kinderhospizes „Bärenherz“ in Leipzig durchführen.

Ich bin dann gemeinsam mit meiner Frau und unseren beiden alten Rennern nach Leipzig gefahren und wir haben an der Radtouristikfahrt 2016 das erste Mal teilgenommen. Wir kamen sehr schnell mit den Verantwortlichen ins Gespräch und man war erstaunt, dass wir so weit anreisen, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Am meisten habe ich mich aber über das Wiedersehen mit meinem damaligen Mitradler Daniel Weise gefreut, der eine der Kontrollstationen in Fremdiswalde betreut hat.

Seit 2016 sind wir nun jedes Jahr zur Historica Leipzig gefahren und haben uns neben Leipzig noch andere sehenswerte Orte, u.a. Wittenberg und auch Görlitz, angesehen.

Zu den Verantwortlichen vom Radclub „Hallzig“ haben wir inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis, auch weil ich und meine Frau die Unterstützung eines Kinderhospizes sehr befürworten und unterstützen. Wir haben die Menschen aus dem Kreise der Radler als äußerst hilfsbereit, weltoffen und freundlich kennengelernt.

Es ist selbstredend, dass die nächste Historica 2020 bei mir und meiner Frau fest eingeplant ist.