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Quelle: Bundesregierung

Nach den emotionalen und aufwühlenden Ereignissen des Mauerfalls am 09. November 1989 tagte bereits im Januar 1990 erstmals eine deutsch-deutsche Verkehrsexpertengruppe, um den Weg für die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit zu bereiten. Die Auswirkungen der 28 Jahre währenden deutschen Teilung traten bei den Verkehrsprojekten besonders krass hervor. Die Ost-West Lebensadern waren zerschnitten oder ganz zerstört. Nach dem Besuch von Helmut Kohl am 19.12. 1989 in Dresden wurde sehr schnell genau dort eine "deutsch-deutsche Verkehrswegekommission" zur Verbesserung der praktischen Zusammenarbeit eingesetzt.

Schon am 9. Januar 1990 fand in Berlin die konstituierende Sitzung unter Leitung von Sts Dr. Wilhelm Knittel (BMV) und dem neuen DDR-Verkehrsminister Heinrich Scholz statt.

Kultfigur der heiligen Barbara
Kultfigur der heiligen Barbara

Quelle: Dr. Jürgen Huber

Am vordringlichsten war ein Sofortprogramm für die Wiederherstellung der unterbrochenen Straßenverbindungen im unmittelbaren Grenzbereich (Lückenschlussprogramm). Das Programm umfasste 2 Mrd. DM und wurde sofort in die Wege geleitet. Sieger im Wettbewerb war die Dömitzer Elbebrücke, die schon am 18. Dezember 1992 fertig war und wie ein starkes Symbol in einem weit gespannten Bogen die Elbe von Niedersachsen nach Mecklenburg überspannt. Es war dem damaligen Bundesverkehrsminister Dr. Krause, seinem niedersächsischen Kollegen Dr. Fischer und dem Ministerpräsidenten Dr. Seite ein Vergnügen, nach 40 Jahren Unterbrechung dieses Weihnachtsgeschenk der Bevölkerung als ein Beispiel für den politischen

Tunnelpatin Christiane Herzog am Portal
Tunnelpatin Christiane Herzog am Portal

Quelle: Dr. Jürgen Huber

Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

Ein besonderer Schwerpunkt für die Arbeit der dt.-dt. Verkehrswegekommission waren die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE). Auf Vorschlag des Bundesverkehrsministers beschloss die Bundesregierung am 9. April 1990 ein Programm für Projekte, die für das Zusammenwachsen der beiden getrennten Teile des Landes von essentieller Bedeutung waren. Bis zur Erlangung der staatlichen Einheit in Deutschland waren für eine Entscheidung über die Bauprogramme und deren Finanzierung die Bundesländer, bzw. für die alten Bundesländer auch der noch bestehende Deutsche Bundestag zuständig. Es war klar, dass für VDE-Projekte in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit keine baureifen Programme vorgelegt werden konnten. Aber immerhin arbeitete die Kommission intensiv und es ist ihr gelungen, wichtige Vorarbeiten, wie:

  • Zustandswertungen der vorhandenen Infrastruktur
  • Prognosen für den Personen- und Güterverkehr
  • Projektalternativen und deren ökonomische Bewertung

zu erstellen.

Sprengung, wie bestellt
Sprengung, wie bestellt

Quelle: Dr. Jürgen Huber

Dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages wurden zwei umfangreiche Zwischenberichte vorgelegt, die dieser in seinen Sitzungen vom 12. September und 24. Oktober 1990 eingehend beriet. Dem am 2. Dezember 1990 zu wählenden ersten Gesamtdeutschen Bundestag lagen damit für die dann anstehenden Entscheidungen über den künftigen Verkehrswegeplan wertvolle Unterlagen vor. Davon wurde Gebrauch gemacht. Bereits am 09.04.1991 beschloss die Bundesregierung ein Programm der Vorrangfinanzierung und der Planungsbeschleunigung für die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit, sowie die Planungsgesellschaft DEGES. Als eine Art Vorgriff auf die mit der Gründung der DEGES einsetzende stürmische VDE-Investitionsphase soll auch ein Blick auf die Thüringerwald-Querung geworfen werden.