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S-Bahn wartet am Bahnsteig

Quelle: Fotolia / Petair

Basierend auf der Messung der aktuellen Zugauslastung zeigt die Leuchtende Bahnsteigkante die günstigste Warteposition für Fahrgäste an und ermöglicht eine bessere Zugabfertigung.

Besonders im eng getakteten S-Bahn-Verkehr zählt jede Sekunde. Moderne Mobilität heißt, alles auszuprobieren, was unsere Qualität verbessert. Die dynamische Wegeleitung mit Leuchtstreifen verbessert nicht nur den Kundenservice am Bahnhof, sondern soll auch zu lange Haltezeiten vermeiden.

Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender S-Bahn Stuttgart

Weil die Infrastruktur vielerorts an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt ist, wird die stetig wachsende Anzahl an Fahrgästen zu einer immer größeren Herausforderung für die Betriebsqualität von S-Bahnen. Insbesondere zu Stoßzeiten, wenn durch die enge Zugtaktung nur eine begrenzte Zeit für das Ein- und Aussteigen verbleibt, kommt es durch die hohe Anzahl von Reisenden an den Bahnsteigen zu Zeitverzögerungen bei der Zugabfertigung. Ziel des Projekts Leuchtende Bahnsteigkante der Stuttgarter S-Bahn ist es, das Einstiegsverhalten am Bahnsteig zu verbessern und so die Zughaltezeiten zu verkürzen.

Dafür wurde ein Leuchtbetonstreifen mit eingegossenen Lichtwellenleitern am Bahnsteig eingebaut, der signalisiert, wo für die Fahrgäste die günstigste Warteposition ist. Vor Einfahrt einer S-Bahn wird auf der gesamten Länge des Bahnsteiges mit Leuchtmustern angezeigt, wo der Zug hält, wie lang der Zug ist und wo sich seine Türbereiche befinden. Kombiniert mit einer Messung der aktuellen Zugauslastung via datenschutzkonformer Bildauswertung wird bei Modellzügen die Platzbelegung in Echtzeit durch unterschiedliche Farbgebung angezeigt.

Unser Lichtfaserbeton zeigt Symbole, die intuitiv verständlich sind und mit denen sich Fahrgäste besser orientieren können. Dank der innovativen Software unseres Londoner Partners OpenCapacity können wir Fahrgästen am Bahnsteig auch anzeigen, in welchen Wagen es noch freie Plätze gibt.

Vincent Genz, Geschäftsführer von SIUT

Gut zu wissen:

  • Der Prototyp der Leuchtenden Bahnsteigkante wird auf dem 210 Meter langen Bahnsteig in Bad Cannstatt getestet.
  • Für die Analyse der Auslastungsdaten werden Technologien der Datenanalyse wie das überwachte maschinelle Lernen und künstliche Intelligenz genutzt.
  • Zukünftig soll die Technologie Aufschluss über ungenutzte Zugkapazität, Ein- und Aussteigemuster sowie Einflüsse durch externe Parameter wie Wetter oder Veranstaltungen geben