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Eine spielende Roboter Hand

Quelle: Adobe Stock / Sergey

Mit dem C-Brace helfen wir Menschen mit inkompletter Querschnittslähmung wieder auf die Beine. Viele Patienten können dank der computergesteuerten Orthese auf ihren Rollstuhl verzichten. Sie erleben neue Mobilität und Lebensqualität – und können ihren Alltag aktiver und selbstbestimmter gestalten.

Philipp Schulte-Noelle, CEO, Ottobock SE & Co. KGaA

Die Anzahl von Menschen, die infolge von Schlaganfällen, degenerativen Erkrankungen oder traumatischen Nervenschädigungen von Lähmungen betroffen sind, nimmt stetig zu. Handelt es sich um eine inkomplette Lähmung in den unteren Extremitäten, wird das betroffene Bein häufig mit einer Orthese versteift. Das gibt dem Anwender eine gewisse Sicherheit und Mobilität zurück, jedoch treten Folgeerkrankungen durch Kompensationsbewegungen auf und der Bewegungsradius ist erheblich eingeschränkt. Hier setzt die Entwicklung des C-Brace an.

Während sich existierende Lösungen auf das reine Sperren und Öffnen des Orthesengelenks beschränken, unterstützt das C-Brace den Anwender während des gesamten Gangzyklus und passt sich in Echtzeit an jede Alltagssituation an. Dabei erkennen 3-D-Bewegungssensoren, in welcher Position sich das Bein des Anwenders befindet. Über Smart-Phone-Apps kann einerseits das Gelenk an den medizinischen Status des Patienten angepasst werden; andererseits kann der Patient zwischen verschiedenen, individuell einstellbaren Modi wählen, die auf wechselnde Alltagssituationen ausgerichtet sind, zum Beispiel Gehen, Sitzen oder Fahrradfahren. Somit muss sich der Patient nicht mehr auf seinen Gang oder die Beschaffenheit des Untergrunds konzentrieren und kann wieder deutlich stärker am Leben teilhaben.

Gut zu wissen

  • Das C-Brace ist das weltweit erste mechatronisch gesteuerte Orthesensystem, das sowohl die Stand- als auch die Schwungphase des Gehens kontrolliert.
  • Die Orthese besteht aus individuell gefertigtem Oberschenkel-, Unterschenkel- und Fußteil. Ein Knöchelgelenk oder ein individuelles Federelement verbindet das Fußteil mit dem Unterschenkelteil.
  • 170 Personen aus unterschiedlichsten Bereichen haben an der Entwicklung mitgearbeitet.