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Rollstuhlfahrer am Flughafen

Quelle: Fotolia / cunaplus

Wir wollen Menschen mit Behinderungen dabei unterstützen, durch den Einsatz smarter Technologien selbstständig zu leben.

Konstantin Madaus, CEO/Geschäftsführer, munevo GmbH

Erkrankungen wie Querschnittslähmung oder Multiple Sklerose können die Bewegungsfreiheit eines Menschen und seine damit verbundene Selbstständigkeit stark einschränken: Betroffene sind häufig auf elektrische Rollstühle angewiesen, um im Alltag mobil zu bleiben. Doch nicht für jeden ist die Steuerung mit gängigen Mitteln wie der Handsteuerung möglich. Diese Nutzer benötigen dann eine Sondersteuerung, allerdings haben sich diese in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert.

Hier knüpft munevo an: Bei munevo DRIVE handelt es sich um eine Smart-Glass-Applikation, die dem Nutzer die Steuerung des Rollstuhls durch Bewegungen des Kopfes erlaubt. Die Applikation nutzt dafür die in Smart Glasses verbaute Sensorik, um Kopfbewegungen in Steuersignale zu übersetzen. Diese Signale werden mittels eines Adapters an die Kontrolleinheit des Rollstuhls weitergeleitet, wodurch dieser sich in die gewünschte Richtung bewegt. Darüber hinaus kann mithilfe der smarten Brille ein Notrufsignal abgesetzt oder ein Foto geschossen und versendet werden. Die Nutzung einer Bluetooth-Schnittstelle ermöglicht zusätzlich die Kommunikation und Interaktion mit anderen Geräten, wie zum Beispiel Smart Phones oder Roboterarmen. Eine implementierte Software sorgt hierbei für Datensicherheit und schützt gegen externe Manipulation.

Gut zu wissen

  • Das Projekt entstand im Zuge eines Universitätskurses am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München. Im März 2018 wurde es in die munevo GmbH überführt.
  • Zukünftig sollen über die App auch Smart-Home-Lösungen, Computer oder Fernseher ansteuerbar sein.
  • 1. Preis: Bayerischer Innovationspreis Gesundheitstelematik, 2017.