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Cover der Broschüre: Bausteine für Netzinfrastrukturen von Gebäuden

Quelle: BMVI

Schnelles Internet ist heute ebenso unabdingbare Voraussetzung für Wohnqualität, wie Energie-, Wärme, Wasser und Abwasser. Voraussetzung hierfür sind jedoch nicht nur eine gute Netzanbindung der Gebäude, sondern auch moderne, hochgeschwindigkeitsfähige Netzinfrastrukturen im Gebäude.

Während die Telekommunikationsanbieter ihre Netze seit Jahren immer weiter aufrüsten und die Bundesregierung bereits flächendeckende Gigabitnetze bis 2025 zum Ziel erklärt hat, fehlt es bislang jedoch an verbindlichen praxisnahen Vorgaben zur Planung und Bauausführung für gebäudeinterne Netzinfrastruktur, die den künftigen Bandbreiten nachhaltig gewachsen sind.

Daher treffen die hochaufgerüsteten Netze der Telekommunikationsanbieter nicht nur in Bestandsbauten, sondern auch in Neubauten regelmäßig nur auf unzureichende Netzinfrastrukturen, die entweder unterdimensioniert oder mangels Abschirmung störanfällig sind. Angebotene Telekommunikationsdienstleistungen können damit zunehmend nicht oder nicht in vollem Umfang genutzt werden. Nachrüstungen sind aufwändig, lästig und teuer.

Es ist daher wichtig, bereits beim Bau auf nachhaltige gebäudeinterne Netzinfrastruktur zu achten. Um hierfür frühzeitig geeignete Rahmenbedingungen zu setzen, hat die Bundesregierung bereits 2016 mit dem DigiNetz-Gesetz hochgeschwindigkeitsfähige Netzinfrastruktur beim Neubau von Mehrfamilienhäusern vorgeschrieben.

§ 77k TKG Netzinfrastruktur von Gebäuden
(aktueller Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Handreichung)
(4) Neu errichtete Gebäude, die über Anschlüsse für Endnutzer von Telekommunikationsdienstleistungen verfügen sollen, sind gebäudeintern bis zu den Netzabschlusspunkten mit hochgeschwindigkeitsfähigen passiven Netzinfrastrukturen
sowie einem Zugangspunkt zu diesen passiven gebäudeinternen Netzkomponenten auszustatten.
[…]
(7) Die zuständigen Behörden haben darüber zu wachen, dass die nach Absatz 4 bis 6 festgesetzten Anforderungen erfüllt werden. […]

Welche der zahlreichen Ausstattungsvarianten gebäudeinterner Netze zeitgemäß und nachhaltig sind, hat der Gesetzgeber nicht festgelegt, um der fortschreitenden Netzinnovation keine Zügel anzulegen. Eben diese Netz- und Angebotsvielfalt der Telekommunikationsbranche machen die richtige Auswahl jedoch ebenso schwer, wie die sich sprunghaft fortentwickelnde Netzinfrastruktur. Die örtlich vorhandenen Netzangebote müssen bei der Ausbauentscheidung ebenso Berücksichtigung finden, wie die durch rechts- und ordnungspolitische Vorgaben sowie die absehbare technische Entwicklung zu erwartende künftige Angebotslandschaft.

Die sich seit 2016 mit der Umsetzung des DigiNetz-Gesetzes befassende branchenübergreifende Arbeitsgruppe Digitale Netze beim BMVI hat sich den Lückenschluss von Theorie und Praxis zur Aufgabe gemacht. In der Unterarbeitsgruppe Inhouse haben Experten der Telekommunikations-, Wohnungs- und Baubranche, Vertreter des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zwei Jahre lang um eine ausgewogene und wettbewerbsneutrale Handreichung gerungen. Herausgekommen ist die vorliegende Broschüre, deren Ziel es ist, Wohnungseigentümer und Wohnungswirtschaft, Architekten und Bauausführende, Genehmigungsbehörden und Ausrüster das Handwerkszeug für eine ausgewogene Ausbauentscheidung an die Hand zu geben.

Die Broschüre begnügt sich dabei vorerst mit einer Darstellung der bautechnischen Möglichkeiten im vorgezeichneten Rechtsrahmen. Fragen des offenen Netzzugangs, der Mitnutzung durch Drittanbieter, Mitnutzungsentgelte oder Vertragsgestaltungen sind nicht Thema dieser Handreichung. Es ist allerdings beabsichtigt, die Broschüre fortlaufend zu aktualisieren und zu erweitern. Die jeweils aktuelle Fassung finden Sie auf den Webseiten des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur sowie beim Gigabitbüro des Bundes.