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Schloss Favorite, Rastatt

Quelle: AdobeStock / Sina Ettmer

Projektbeschreibung

Key Facts/Steckbrief:

  • Förderprogramm: Weiße Flecken
  • Ort: Landkreis Rastatt (18 kreisangehörige Gemeinden)
  • Gesamtfinanzierung: 39.388.093 €
    davon Bundesförderung: 19.694.046 €
    davon Landesförderung: 8.280.665 €
    davon kommunaler Eigenanteil: 11.413.382 €
  • Anzahl neuer Anschlüsse:
    1.670 Anschlüsse in Wohngebieten, 1.765 Anschlüsse in Gewerbegebieten, 53 Schulen, 9 Verwaltungsgebäude und 1 Krankenhaus mit jeweils 1 Gbit/s
  • Erschließung: 198 Tiefbau-, 756 Glasfaser- und 311 Leerrohrkilometer

Der Landkreis Rastatt in der Region „Mittlerer Oberrhein“ befindet sich im Endspurt seines Breitbandausbaus. In den 18 kreisangehörigen Gemeinden werden mehr als 1.600 Haushalte, 1.700 Unternehmen sowie über 50 Schulen flächendeckend ans Glasfasernetz angeschlossen. Der Bau der gigabitfähigen Breitbandnetze ist eine wichtige Maßnahme zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der ländlich geprägten deutsch-französischen Grenzregion. Angesichts der bis dato vorherrschenden Defizite bei der Internetversorgung, insbesondere in den Gewerbegebieten, wurden nun für die zahlreichen mittelständischen Gewerbetreibenden die Voraussetzungen geschaffen, an zukunftsfähige digitale Formate anzuschließen.

Auf Basis eines Markterkundungsverfahrens hat sich der Landkreis bei der Projektumsetzung für das Betreibermodell entschieden. Im Sinne eines gemeinsamen Vorgehens der Kommunen wurde Anfang 2019 der „Eigenbetrieb Breitbandversorgung“ im Landkreis Rastatt gegründet. Dieser errichtete zunächst ein sogenanntes Backbone-Netz, welches den verbindenden Kernbereich des Telekommunikationsnetzes mit äußerst hohen Datenübertragungsraten darstellt – sozusagen die Hauptschlagader des Netzes. Zusätzlich zum Backbone-Netz wurden die stark unterversorgten „weißen Flecken“ mit gigabitfähigen Glasfaserkabeln sowie FTTB-Technologie erschlossen.
Während rund 148 km der erforderlichen passiven Infrastruktur (z.B. Leerrohre) bereits vorhanden waren, wurden den topografischen Herausforderungen in der nördlichen Schwarzwald-Region zum Trotz etwa 200 km passive Infrastruktur neu verlegt. Den Zuschlag für den Bau erhielt das Bauunternehmen Netze BW GmbH. Für die Nutzung der passiven Breitbandinfrastruktur gegen Pachtentgelt zur Vermarktung der Produkte an den Endkunden überzeugte im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs im März 2019 das Unternehmen HLkomm Telekommunikations GmbH.

Nach dem erfolgreichen Ende der Baumaßnahmen im März 2022 fand am 26. Mai 2022 bereits die feierliche Inbetriebnahme von fünf Schulen statt. Die Freigabe aller übrigen Anschlüsse ist im August 2022 geplant. Zudem stehen nun seitens des Landkreises Überlegungen im Raum, Ankopplungen des Backbone-Netzes an die digitale Infrastruktur der benachbarten deutschen Landkreise sowie in den grenznahen französischen Nachbarorten durchzuführen.

Das Beispiel des Landkreis Rastatt zeigt, wie proaktive öffentliche Träger mit privaten Unternehmen Seite an Seite auch kostenintensive Digitalisierungsvorhaben effektiv durchführen und damit nicht nur die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit einer Region absichern, sondern auch weitere innovative und grenzüberschreitende Impulse geben können.