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schiff auf dem wasser im Hintergrund landschaft mit windkrafträdern

Quelle: KI-LU-HA_Navisense

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Projekts KI-LU-HA wurde ein KI-gestütztes Assistenz- und Analysesystem für Hafenfirmen, insbesondere Hafenschlepper entwickelt. Ziel des Planungssystems ist es, eine vorausschauende und damit kraftstoffsparende Einsatzplanung von Schleppern zu ermöglichen. Im Ergebnis sollen sowohl positive Effekte für die Luftreinhaltung im Hafen als auch Kostensenkungen bei den Hafenschleppreedereien erreicht werden.

Mit Hilfe empfangener AIS Signalen und KI-Modellen zur Datenanalyse wurde der Status Quo ausgewertet und analysiert. AIS steht für Automatic Identifaction System, welchen Navigations- und Schiffsdaten per Funk übermittelt. In einem zweiten Schritt wurde eine mobile Einsatz-App entwickelt, die Einsparpotentiale aufzeigt und die Grundlage für eine bessere Einsatzplanung bietet.

Ergebnisse und Wirkungen

Die Analyse der deutschen Seehäfen hat gezeigt, dass weniger als die Hälfte der Schleppereinsätze mit ökonomischer Fahrweise (sog. Eco Speed) durchgeführt werden. In diesem Projekt liegt der Eco Speed bei 8 Knoten. Ein Drittel dieser Einsatzfahrten erfolgt mit einer Geschwindigkeit von über 12 Knoten. Daraus ergibt sich ein Einsparungspotenzial von ca. 3.000 Tonnen Co2 und über 500.000 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr.

Die mobile App befähigt den Schlepperkapitän zur Optimierung seiner Fahrweise. Er kann genau sehen, wie viel Treibstoff nicht nur er, sondern auch seine Kollegen bei laufenden und vergangenen Einsätzen verbraucht haben. Dieser „nudging“ Effekt hat auch in der Luftfahrt Treibstoffeinsparungen realisiert. Die beteiligte Unterweser Reederei beabsichtigt dieses Planungstool künftig in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren.

Die Projektergebnisse bilden eine gute Grundlage für weiterführende Anwendungen in der Hafenwirtschaft über die erfolgreich erprobten Hafenschlepper hinaus. Durch die Skalierbarkeit des Analyse- und Assistenzsystems bestehen Potenziale, signifikante Verbesserungen im Bereich der Brennstoffverbräuche, Maschinenabnutzungen aber besonders der Emissionsreduzierung vieler Hafenakteure zu erzielen.

Verbundkoordinator/
Zuwendungsempfänger
Navisense GmbH, Hamburg
ProjektvolumenSumme € 201.624
(davon 50 % Förderanteil durch BMVI)
Projektlaufzeit03/2020 – 05/2021
Projektpartner
  • Unterweser Reederei GmbH (URAG), Bremen
AnsprechpartnerNavisense GmbH
Eva Beykirch
+49 174 33 012 00
eva@navisense.de