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Andreas Scheuer bei der Eröffnung der beiden neuen Testfelder A8 und A2

Quelle: BMVI

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Weg vom Zeitalter der Blechschilder, hin ins digitale Zeitalter. Wir werden die Straßen in Bezug auf Infrastruktur und Fahrzeuge intelligenter machen. Die Mobilität der Zukunft beginnt jetzt! Deshalb untersuchen wir, wie hochautomatisiertes und autonomes Fahren auf unseren Autobahnen integriert werden kann. Wir haben jetzt schon Strecken, die mit intelligenten Verkehrsbeeinflussungsanlagen die Verkehrsteilnehmer informieren und ihnen eine Geschwindigkeit vorgeben. Auf der A 2 und der A 8 werden wir die Verkehrssicherheit, den Verkehrsablauf und die Wirkung unterschiedlicher Fahrgeschwindigkeiten im Verkehr mit hochautomatisierten, autonomen und eben nicht automatisierten Fahrzeugen testen.

Die fortschreitende Digitalisierung und damit einhergehende Vernetzung des Verkehrs eröffnet enorme Chancen – insbesondere bei der Verkehrssicherheit. Hochautomatisiertes und autonomes Fahren ist ein wichtiger Bestandteil moderner Mobilität. Mit diesen Technologien soll der Straßenverkehr sicherer, komfortabler, effizienter und umweltverträglicher gestaltet werden. Bei der Schaffung der Rahmenbedingungen für das hochautomatisierte und autonome Fahren hat Deutschland eine internationale Vorreiterrolle erreicht, die es weiter auszubauen gilt.

Wie können automatisierte und nicht-automatisierte Fahrzeuge unsere Straßen sicher und verträglich gemeinsam nutzen?

Um das zu untersuchen, eignet sich insbesondere das Netz der Bundesautobahnen.

Schwerpunkte der Untersuchungen sind die Wirkungen auf die Verkehrssicherheit (Verkehrsunfälle), den Verkehrsablauf (gefahrene Geschwindigkeiten, Staus etc.) und die Umwelt.

Ein weiterer Aspekt wird die Wirkung unterschiedlicher Fahrgeschwindigkeiten/ Geschwindigkeitsprofile auf das hochautomatisierte und autonome Fahren unter den Bedingungen eines Mischverkehrs sein.

Die Vorbereitungen zum Projekt starteten im Frühjahr 2020 und gehen über einen Zeitraum von drei Jahren. Die ersten Zwischenergebnisse sollen bereits Ende 2021 vorliegen.

Untersuchungen auf der A 8

Auf einem Streckenabschnitt der A 8 soll in festgelegten zeitlichen Intervallen die Wirkung des Verkehrs von hochautomatisierten und autonomen Fahrzeugen (Level 3 und höher) und nicht automatisierten Fahrzeugen untersucht werden.

Voraussetzung für die Untersuchungsstrecke sind Geschwindigkeitsregelungen, die mit modernen technischen Mitteln zeitnah angeordnet werden können. So können gegebenenfalls unterschiedliche Geschwindigkeitsregelungen berücksichtigt werden.

Untersuchung in Bezug auf den Mischverkehr unter Zugrundelegung folgender Daten:

  • Unfalldaten
  • Erreichte durchschnittliche Geschwindigkeit
  • Verkehrsmengen
  • Umweltdaten und Streckeninformationen
  • Informationen von hochautomatisierten und autonomen Fahrzeugen

Untersuchungen auf der A 2

Auf mindestens zwei vergleichbaren Streckenabschnitten der A 2 soll zur selben Zeit ebenfalls die Wirkung des Verkehrs von hochautomatisierten und autonomen Fahrzeugen (Level 3 und höher) und nicht automatisierten Fahrzeugen untersucht werden. Alle erhobenen Daten sollen nach Auswahl der geeigneten statistischen Methode analysiert.

Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und stellvertretender Ministerpräsident:

Die Frage über den Verkehr der Zukunft wird mit Blick auf Sicherheit, Verkehrsfluss, Geschwindigkeit und autonomes Fahren breit diskutiert. Daher freue ich mich, dass wir in Niedersachsen dazu beitragen, diese Debatte sachlich und mit neusten Erkenntnissen zu führen. Die A 2 ist mit ihren digitalen Anzeigetafeln und als Abschnitt des Testfelds Niedersachsen für ein gemeinsames Modellprojekt hervorragend geeignet. Ich bin sicher, dass die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag für intelligente Verkehrslösungen von morgen leisten werden.

Mehr Informationen zur Untersuchung

Automatisierte Fahrzeuge sind längst keine Science Fiction mehr. Künftig bleiben wir dank selbstfahrender Fahrzeuge bis ins hohe Alter an jedem Ort mobil.

In Kombination mit Intelligenten Verkehrssystemen lassen sich durch automatisiertes und vernetztes Fahren die Verkehrssicherheit und der Fahrkomfort steigern, der Verkehrsfluss effizienter gestalten und damit auch die verkehrsbedingten Emissionen senken.

Es ist davon auszugehen, dass die Unfallzahlen stark zurückgehen werden, weil heute mehr als 90 Prozent der Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind.

Deutschland hat sich als Vorreiter und internationaler Impulsgeber beim automatisierten und vernetzten Fahren etabliert. Diese Position gilt es zu halten und weiter auszubauen. Wichtig ist, die neuen Mobilitätslösungen im normalen Verkehr zu erproben.