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Schaubild zur Digitalisierung des Schienenverkehrs

Quelle: DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH

Gerade in Deutschland als Transitland ist die Einführung des europäischen Zugsicherungssystems European Train Control System von herausragender Bedeutung, um den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr auf der Schiene zu stärken. Mit der Einführung von ETCS und Digitalen Stellwerken (DSTW) sollen eine höhere Zuverlässigkeit und mehr Kapazität bei gleichzeitiger Reduktion der Betriebs- und Instandhaltungskosten im Bereich der Schiene erreicht werden. Somit kann der Bau zusätzlicher Gleise verringert, aber trotzdem mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden.

Das BMVI treibt die Digitalisierung im Schienenverkehr aktiv voran. In die Einführung von ETCS iiinvestiert der Bund bereits seit 2015. Begonnen wurde in Deutschland mit der Ausrüstung der transeuropäischen Kernnetzkorridore. Hier stehen zunächst der Korridor Rhein-Alpen und sieben Grenzübergänge im Vordergrund.

Die Digitalisierung der Schiene ist sowohl auf Grund europäischer Vorgaben, abgängiger Technik und des demographischen Wandels als auch zur Erreichung der Wachstums- und Kapazitätsziele unabdingbar. Um diese Herausforderungen anzugehen, wurde die Digitale Schiene Deutschland (DSD) ins Leben gerufen. Sie ist ein Programm zur Digitalisierung des Systems Schiene und soll insbesondere die notwendigen Entwicklungen und den Rollout von ETCS und DSTW im gesamten bundeseigenen Streckennetz vorantreiben. Ebenso sollen damit die Grundlagen für den digitalen Bahnbetrieb geschaffen werden, um damit weitere Kapazitäten und zusätzliche Nutzen zu erreichen.

Die weitere Ausrüstung der Schiene in Deutschland mit ETCS und DSTW beginnt mit einem sogenannten Starterpaket und wird anschließend in einem Flächenrollout von ETCS und DSTW fortgeführt. Nach Abschluss des Starterpaketes soll die Flächenausrüstung netzbezirksweise erfolgen. Die Reihenfolge der Ausrüstung der Netzbezirke wird im Rahmen der Rolloutplanung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kriterien (z.B. Lage der Transeuropäischen Korridore, verkehrliche Bedeutung der Strecken, Alter der Stellwerke, ...) festgelegt und kontinuierlich fortgeschrieben.

Zum Starterpaket gehören der transeuropäische Korridor Skandinavien-Mittelmeer, die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main und der Digitale Knoten Stuttgart. Das Starterpaket soll bis Ende 2030 realisiert sein.

Darüber hinaus fördert der Bund die ETCS-Ausrüstung der vom Digitalen Knoten Stuttgart betroffenen Fahrzeuge im Rahmen eines Modellvorhabens im Volumen von bis zu Mio. Euro. Neben einer Reihe von Erst- und Serienausrüstungen sollen mit dem Modellvorhaben Erfahrungen bezüglich der Prozesse der Fahrzeugausrüstung mit ETCS gesammelt werden. Die entsprechende Förderrichtlinie trat Anfang 2021 in Kraft. Im aktuellen Bundeshaushalt stellt die Bundesregierung für das Starterpaket, ETCS und DSTW in Jahresscheiben bis 2030 ca. 4,3 Mrd. Euro zur Verfügung.

Zusätzlich hat der Bund in den Jahren 2020/2021 im Rahmen eines Sonderprogramms (sog. Schnellläuferprogramm) zur Beschleunigung des Rollouts der Digitalen Schiene Deutschland Mittel im Gesamtvolumen von bis zu 500 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das Programm läuft bis zum 31. Dezember 2021.

Laut einer vom BMVI beauftragten Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 werden die Kosten für die infrastrukturseitige Ausrüstung des gesamten bundeseigenen Schienennetzes mit ETCS und DSTW bis ca. 2040 voraussichtlich ca. 28 Mrd. Euro betragen.