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Gleisbahnhof

Quelle: Deutsche Bahn

Das Kuppeln von Güterwagen vor der Abfahrt eines Zuges ist bis heute ein aufwendiger und körperlich anstrengender Prozess. Durch eine DAK kann dieser Prozess beschleunigt und vereinfacht werden. In vielen Ländern außerhalb Europas sind automatische Kupplungen darum längst etabliert. Neben dem automatischen Kuppeln verfügt die DAK über eine Strom- und Datenleitung und ermöglicht dadurch zugleich eine weitreichende Digitalisierung des Schienengüterverkehrs. So können beispielsweise Telematikanwendungen genutzt und gängige Prozesse, zum Beispiel die Bremsprobe vor der Abfahrt eines Zuges, deutlich vereinfacht werden. Mit der DAK können deutliche Produktivitätssteigerungen im Schienengüterverkehr realisiert werden.

Die DAK ist ein europäisches Projekt

Schienengüterverkehr ist international. Etwa die Hälfte aller in Deutschland verkehrenden Güterzüge überquert auf ihrer Fahrt mindestens einmal die Bundesgrenze. Der Schienengüterverkehr kann darum nur reibungslos funktionieren, wenn es europäische Standards und kompatible Prozesse gibt. Darum ist auch die Einführung der DAK ein europäisches Projekt und kann nur gelingen, wenn sich alle Beteiligten auf gemeinsame Prozesse und Standrads einigen. Nur durch eine EU-einheitliche Planung, Organisation und Durchführung des Migrationsprozesses kann sichergestellt werden, dass die Interoperabilität des europäischen Schienengüterverkehrs langfristig sichergestellt wird. Dabei muss auch ein europäischer Finanzierungsmechanismus gefunden werden. Das BMVI hat darum einen externen Gutachter beauftragt, den Fahrplan für eine europaweite Migration der DAK zu erstellen. Während der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat das BMVI zudem in der Berliner Erklärung verankert, dass bis 2022 auf der europäischen Ebene eine gemeinsame Strategie zu den Normen sowie zur Verteilung der Lasten bezüglich der Einführung der DAK vereinbart wird.

Der DAK-Demonstratorzug ist gestartet

Um die Einführung der DAK anzustoßen, beauftragte und finanziert das BMVI das Projekt „DAK-Demonstrator“, bei dem durch das internationale Konsortium „DAC4EU“ verschiedene DAK-Kupplungstypen getestet werden. Die Bewertung der Testergebnisse und die abschließende Auswahl eines Kupplungstyps erfolgt durch das European DAC Delivery Programme (EDDP). Ziel ist es, durch diese Erprobung zu europaweiten Standards für die DAK zu kommen. Das Auftragsforschungsprojekt hat eine geplante Laufzeit von rund 2,5 Jahren und einen Mittelansatz von etwa 13 Mio. Euro. Das Vorhaben wurde im Juni 2020 gestartet.