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Visualisierung eines Lkws, der mit Kraftstoff betankt wird

Quelle: BMDV

Erneuerbare Kraftstoffe sind neben der Elektromobilität mit Batterie wesentlich dafür, wie wir unsere Mobilität klimafreundlich gestalten können. Wir brauchen erneuerbare Kraftstoffe insbesondere für Schiffe und Flugzeuge, aber auch im Straßenverkehr. Die Handlungsoptionen sind in diesem Feld breit: von fortschrittlichen Biokraftstoffen zu strombasierten Kraftstoffen, jeweils in flüssiger oder gasförmiger Form. Mit dem Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen wollen wir 10 Millionen Tonnen an CO2 im Jahr 2030 einsparen.

Was haben wir dazu bereits unternommen?

  • Wir haben Anfang 2021 ein neues Förderkonzept für erneuerbare Kraftstoffe erarbeitet und gestartet. Das Förderkonzept umfasst mehrere Maßnahmen zur technologieoffenen Unterstützung erneuerbarer Kraftstoffe.
  • Wir fördern Entwicklungsvorhaben regenerativer Kraftstoffe mit 640 Millionen Euro. Ziel ist die Weiterentwicklung und Optimierung von einzelnen Produktionsschritten und –verfahren. Auch geht es dabei u.a. um die Herstellung von flüssigen und gasförmigen Biokraftstoffen aus Abfall- und Reststoffen sowie strombasierten Kraftstoffen (Wasserstoff, Power-to-Gas, Power-to-Liquid). Im Entwicklungsbereich sind zwei Fördermaßnahmen vorgesehen:

    • Die Förderrichtlinie für Maßnahmen zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe wurde am 11. Mai 2021 veröffentlicht. Eine erstmalige Skizzeneinreichung war zum 30. September 2021 möglich. Ab 2022 sind jeweils im März und September weitere Stichtage für Skizzeneinreichungen. Im Fokus der Förderung liegen angewandte Vorhaben wie Pilot- und Demonstrationsanlagen und Innovationscluster.
    • Der wettbewerbliche Förderaufruf für die Errichtung und den Betrieb einer Entwicklungsplattform für strombasierte Kraftstoffe für den Luft- und Schiffverkehr wurde am 23. August 2021 veröffentlicht. Mit der Plattform soll eine Forschungs- und Demonstrationsanlage im semi-industriellen Maßstab (Produktionsvolumen von bis zu 10.000 Tonnen PtL-Kraftstoffe pro Jahr) umgesetzt werden, um dadurch den Übergang zum Markteintritt von PtL-Kraftstoffen zu schaffen.
  • Mit weiteren 900 Millionen Euro fördern wir die Erzeugung und den Markthochlauf von erneuerbaren Kraftstoffen.

    • Wir erarbeiten aktuell eine Richtlinie zur Förderung der Produktion von strombasiertem Kerosin im industriellen Maßstab. Derzeit läuft eine Vorstudie zu Ausgestaltungsmöglichkeiten des Förderdesigns und im Rahmen dessen wurde am 3. August 2021 ein unverbindliches Markttestverfahren gestartet, um das Feedback von Marktteilnehmern für die Konkretisierung des finalen Förderverfahrens zu nutzen.
  • Als zentraler Baustein für den Markthochlauf von Power-to-Liquid (PtL) Kerosin wurde eine gemeinsame PtL-Roadmap unter der Leitung des Bundesministeriums und des Bund der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und mit Beteiligung weiterer Bundesressorts, der Bundesländer, der Luftfahrtindustrie, der Anlagenbauer sowie der Mineralölwirtschaft erarbeitet und am 7. Mai 2021 veröffentlicht. Mit diesem gemeinsamen Fahrplan verständigen sich Politik und Wirtschaft auf die nötigen Anforderungen und erforderlichen Maßnahmen, um die Produktion von PtL-Kerosin in den nächsten Jahren auf- und auszubauen. Die Roadmap zeigt Wege auf, wie die Produktion und der Einsatz von PtL-Kerosin zu marktfähigen Preisen angereizt werden kann, um mit der Perspektive 2050 ein CO2-neutrales und nachhaltiges Fliegen zu ermöglichen.
  • Zudem unterstützt das BMDV die Ausgestaltung von regulatorischen Maßnahmen, um die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen attraktiver zu machen und deren Absatz anzureizen:

    • Mit dem Gesetzentwurf vom 3. Februar 2021 zur nationalen Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Energien Direktive (RED II) haben wir einen guten regulatorischen Rahmen für die Produktion und Nutzung von erneuerbaren Kraftstoffen gesetzt. Im parlamentarischen Verfahren wurde im Mai 2021 das Ambitionsniveau des Entwurfes nochmals angehoben. Mit der Billigung durch den Bundesrat vom 17. September 2021 konnte das Gesetz dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet werden und in Kraft treten.
    • Zudem hat das Bundeskabinett am 19. Mai 2021 mit der Verordnung zur Umsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2021 den Weg zur EEG-Umlagebefreiung bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff geebnet. Der Kern der Verordnung ist die Definition, wann Wasserstoff als „Grüner Wasserstoff“ für die Zwecke der EEG-Umlagebefreiung anzusehen ist.
    • Im Rahmen des „Fit for 55“ Pakets hat die Europäische Kommission am 14. Juli 2021. einen Vorschlag zur Revision der RED II veröffentlicht. Dieser Vorschlag wird gegenwärtig geprüft. In Bezug auf den Verkehrssektor ist die wesentliche Änderung die Umstellung von einem Ziel für den Anteil erneuerbare Energien auf ein Treibhausgaseinsparziel. Das Treibhausgaseinsparziel für die Inverkehrbringer von Kraftstoffen beträgt 13% im Jahr 2030, wobei keine Mehrfachanrechnungen vorgesehen sind, sondern die Erfüllungsoptionen nur mit ihren realen Treibhausgaseinsparungen angerechnet werden. Die Verhandlungen auf EU Ebene haben im September 2021 begonnen und werden sich in das Jahr 2022 ziehen.

Was kommt in Kürze?

  • Eine Förderrichtlinie für Investitionen in Umrüstung oder Neubau von Erzeugungsanlagen für fortschrittliche Biokraftstoffe und strombasierte Kraftstoffe soll Mitte 2022 veröffentlicht werden.
  • Aufbauend auf dem abgeschlossenen Markttestverfahren soll ein verbindliches wettbewerbliches Förderverfahren für den Markthochlauf von strombasiertem Kerosin voraussichtlich ebenfalls Mitte 2022 starten.