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Bundesminister Andreas Scheuer

Quelle: BMVI

Der Verkehr ist zurzeit noch zu über 95 Prozent vom Einsatz fossiler Energien abhängig. Daher brauchen wir dringend Mobilität, die auf erneuerbare Energien setzt. Grüner Wasserstoff und Brennstoffzellen sind eine sinnvolle Ergänzung zu den leistungs- und reichweitenbeschränkten Batteriefahrzeugen – quer über alle Verkehrsträger hinweg – und spielen eine entscheidende Rolle für das Erreichen unserer Klimaziele im Verkehrsbereich. Deshalb bauen wir bedarfsgerecht und sukzessive die Wasserstoff-Tankinfrastruktur in Deutschland auf.

Was haben wir dazu bereits unternommen?

  • Mit den HYLAND-Projekten (im Rahmen des NIP) werden erste integrierte, regionale Konzepte adressiert. Dabei werden in drei Stufen (HyStarter, HyExpert, HyPerformer) Regionen von der Netzwerkarbeit über die Konzeptionierung bis zur Förderung der Technologie durch das NIP unterstützt. Durch den integrierten Ansatz wird sichergestellt, dass erste Geschäftsmodelle mit Berücksichtigung der Anwendung, der Infrastruktur und der Wasserstoffversorgung umgesetzt werden können. Wir ermöglichen in der ersten Phase damit die Entwicklung von drei ersten Wasserstoffregionen in Deutschland (HyPerformer). Mit 13 HyExpert und 9 HyStarter Regionen werden weitere Regionen für die Markteinführung von Wasserstofftechnologien vorbereitet. Unser Ziel: eine lokale Wasserstoff-Wirtschaft aufbauen. Der Wasserstoff soll möglichst aus erneuerbaren Energien vor Ort hergestellt und dann auch in der Region verbraucht werden.
  • Wir haben am 10. November 2020 einen Standortwettbewerb für ein Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie (ITZ) veröffentlicht. Bis zum 20. Januar 2021 konnten sich Konsortien mit einer ersten Idee für einen Standort bewerben. Eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines IST-Standortes erhalten Duisburg, Chemnitz und Pfeffenhausen. Auch die Bewerbungen von Bremerhaven, Hamburg und Stade waren so interessant, dass das BMVI ihnen eine gemeinsame Untersuchung mit Fokus auf die Luftfahrt und Schifffahrt fördert. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Machbarkeitsstudien soll die finale Standortentscheidung spätestens im September 2021 getroffen und veröffentlicht werden. Durch das ITZ soll eine Entwicklungs-, Zertifizierungs- und Standardisierungseinrichtung bereitgestellt werden, die aufgrund der frühen Marktphase nicht ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand etabliert werden kann. So soll – auch in Umsetzung der Maßnahmen der 10. Nationalen Wasserstofftechnologie – insbesondere KMUs und Start-Ups eine Entwicklungsumgebung geboten werden, um sich für den internationalen Wettbewerb aufstellen zu können.
  • Wir sind derzeit an dem auf EU-Ebene durchgeführten Wasserstoff-IPCEI („Important Projects of Common European Interest“) maßgeblich beteiligt. Erstmals bieten wir deutschen Unternehmen die Chance, grenzüberschreitende Projekte mit europäischen Partnern im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie umzusetzen. Wir haben auf nationaler Ebene die Federführung für Wasserstoff-Vorhaben mit Verkehrsbezug. Bis zum 19. Februar 2021 konnten Unternehmen ihre Skizzen zur Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren einreichen. Von den insgesamt 229 eingereichten Skizzen sind 59 dem Verkehr zuzuordnen. Die von BMVI adressierten Themen sind 1. Brennstoffzellenproduktion und -entwicklung; 2. Flottenanwendungen; 3. Tankinfrastruktur. Die Einstufung eines Projekts als IPCEI im Rahmen einer beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission ermöglicht es den Mitgliedstaaten der EU, strategische Investitionsprojekte mit nationalen öffentlichen Mitteln deutlich über den sonst zulässigen Rahmen des EU-Beihilferechts hinaus zu fördern.

Was kommt in Kürze?

  • Weitere bis zu 30 Tankstellen sollen in 2021 aufgebaut werden – auch verstärkt für Busse und Nutzfahrzeuge. Damit sind die Voraussetzungen für den Hochlauf der Brennstoffzellenmobilität geschaffen.
  • Das Programm HyLand wird angesichts der großen Nachfrage in eine weitere Runde gehen: Noch im ersten Halbjahr 2021 ist ein weiterer Aufruf im Rahmen der BMVI-H2-Regionenförderung vorgesehen.
  • Zum Wasserstoff-IPCEI werden noch im 1. Halbjahr 2021 auf Grundlage der eingereichten Projektskizzen Unternehmen und Konsortien aus dem Verkehrsbereich identifiziert, die für ein IPCEI infrage kommen und für die ein Genehmigungsverfahren bei der EU-KOM angestrebt wird.