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1. Einleitung

Nach seiner Gründung im April durch Vertretungen von Bund, Ländern und Kommunen, hat das Nationale Kompetenznetzwerk für nachhaltige urbane Mobilität (NaKoMo) seine Arbeit aufgenommen. Am 5. April 2019 fand in Darmstadt ein erster Workshop zum Thema Verkehrslenkung statt.

Neben der Gründung des NaKoMo unterstützt die Bundesregierung im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 - 2020“ die Kommunen mit besonders hohen Stickstoffdioxid-Belastungen bei der Gestaltung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität. Mit der Förderrichtlinie zur „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ (DkV) werden dabei Vorhaben im Bereich der Digitalisierung des Verkehrssystems gefördert, die kurz- bis mittelfristig zur Emissionsreduzierung der Luftschadstoffe beitragen können.

Unter Teilnahme von Vertretungen der im Rahmen der Förderrichtlinie DkV geförderten Projekte wurde am 2. Juli 2019 der zweite Workshop zum Themenbereich Datennutzung in Hamburg durchgeführt. In diesen Themenbereich fallen beispielsweise Vorhaben zu Umweltsensornetzen und Messtechniken, stationärer Detektion, V2Xvehicle to everything-Infrastruktur, automatisierte Verkehrsmengenerfassung sowie Mobilitätsdaten-Plattformen.

2. Themenfeld „Digitale Datennutzung für nachhaltige Mobilitätslösungen“

Um verkehrsspezifische digitale Anwendungen bereitzustellen, ist die Verknüpfung unterschiedlicher Daten über entsprechende Kommunikationsinfrastrukturen erforderlich. Auf dieser Basis können vielfältige Dienste und Anwendungen entwickelt werden, die der Vernetzung des Verkehrs dienen und die Effizienz der Verkehrssteuerung erhöhen. Durch die Digitalisierung des Verkehrswesens sollen zudem die verschiedenen Verkehrsangebote einfacher und komfortabler gestaltet werden.

Als Praxisbeispiele, wie die Erhebung und Nutzung von Verkehrsdaten zur intelligenten Verkehrssteuerung genutzt werden können, dienten die Vorträge zum Mobilitäts-Daten Marktplatz sowie zur automatisierten Verkehrsmengenerfassung und der Urban Data Platform Hamburgs.

2.1 Mobilitäts-Daten Marktplatz MDM (Vortrag Dr. Rittershaus)

Der Mobilitäts-Daten Marktplatz (MDM) wurde im Jahr 2009 aufgesetzt und dient heute als nationaler Zugangspunkt zum Austausch von Verkehrsdaten. Dabei richtet sich der MDM an Straßenbetreiber, Automobilhersteller, Verkehrsmanager und private Stellen.

Die Ziele des MDM sind:

  • Erleichterung des Datenaustauschs zwischen öffentlichen Stellen, Unternehmen und privaten Akteuren
  • Vereinfachung von Geschäftsprozessen
  • Nutzung innovativer Möglichkeiten im Verkehrsmanagement und Erschließung neuer Dienste durch private Anbieter

Die zentralen Aufgaben des MDM lassen sich dabei unterteilen in:

  • Zentrale Portalfunktion (Metadatenverzeichnis) für Informationen und verfügbare Daten einzelner Organisationen. Zu den verfügbaren Daten gehören u. a. Messwerte, Baustellendaten, Parkrauminformationen und Verkehrsmanagementmaßnahmen, Gefahren-und Ereignismeldungen sowie Kraftstoffpreise und Öffnungszeiten von Tankstellen
  • Brokerfunktion - Besitzer müssen Daten nur einmal versenden, der MDM übernimmt die Verteilung an verschiedene Abonnenten. Dabei ist der MDM nicht Eigentümer der Daten, sondern stellt nur Sichtbarkeit und Verteilung der Daten sicher

Zu den künftigen Herausforderungen des MDM gehören:

  • Lösungen für den direkten Zugriff von (privaten) Endgeräten per App. Momentan ist dies lediglich auf der B2B-Ebene möglich
  • Etablierung einer Metadatenschnittstelle für die zukünftige Suche durch Maschinen
  • Unterstützung der Umsetzung des automatisierten Fahrens; Latenzzeiten für den Austausch von Massendaten müssen verringert und sensible Daten, z. B. zu Einzelfahrzeugen, geschützt werden
  • Konsolidierung der Datenplattformen des BMVI in einer Plattform (mCloud)
  • Umsetzung der EU-Delegiertenverordnung zur Bündelung multimodaler Reiseinformationen auf einer Plattform bis Jahresende

Von den Teilnehmenden wurde die Frage geäußert, inwieweit der MDM ein Metadaten-Harvesting für die existenten, aber nicht an einer zentralen Stelle verfügbaren Verkehrsdaten betreiben könnte. Der MDM ist eine Schnittstelle als Angebot zur Verteilung, wird jedoch kein Daten-Harvesting betreiben. Dies könnte evtl. im Zuge einer mCloud-Konsolidierung geleistet werden.

Weiterhin wurde der Wunsch geäußert, auch historische Daten zur Verfügung zu stellen. Der MDM kann dies jedoch nicht leisten, da die Menge der Daten nicht gespeichert werden kann. Über eine künftige App-Funktion könnten jedoch Anbieter historischer Daten angedockt werden.

In der Diskussion zeigt sich auch, dass Kommunen aufgrund der bestehenden Schnittstellen Schwierigkeiten damit haben, Daten in Datex (MDM-Format) zu übertragen. Dennoch sind sie verpflichtet, Daten an den nationalen Zugangspunkt zu liefern. Insbesondere kleinere Kommunen stellt das vor große Herausforderungen. Datex II stellt jedoch bereits einen sehr guten Standard dar, welcher über eine Modellierungsfunktion verfügt. Die Schnittstellen werden außerdem weiterentwickelt, das Problem der Bereitstellung könne auch über eine App gelöst werden.

2.2 Gastgeber Hamburg: Urban Data Platform Hamburg (Vortrag Hr. Tegtmeyer)

Die Urban Data Platform Hamburg ist in die Strategie „Digitale Stadt“ der Stadt Hamburg eingebunden und bildet den technologischen Kern der Strategie. Sie wird vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung entwickelt und verwaltet. Datenbereitstellung und -nutzung erfolgt allerdings auch durch alle anderen Behörden der Stadt Hamburg. Dadurch stehen Daten aus den Bereichen, Mobilität, Verwaltung, Bildung oder dem Kulturbereich zur Verfügung (Bildung von Datensilos).

Ziel der Plattform ist es, vorhandene und künftige IT-Systeme bzw. IT-Services so miteinander zu verbinden, dass sie nicht nur voneinander wissen und Daten austauschen, sondern deren logische und analytische Fähigkeiten in interaktiven Prozessen wechselseitig nutzen und verwenden. Dabei wurden folgende Leitprinzipien festgelegt:

  • Digitale Verfügbarmachung und Mehrfachnutzung von Daten
  • Standardisierung durch Daten Governance und offene Schnittstellen
  • Interoperabilität
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Nutzenorientierung

Die Zielgruppen stammen aus der Verwaltung, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft (z. B. für Bürgerbeteiligungsverfahren) sowie aus der Wissenschaft.
Der sogenannte Tech Stack umfasst unterschiedliche Bestandteile und Anbieter, um alle Anforderungen der Urban Data Platform abdecken zu können. In der praktischen Umsetzung wird die Plattform im Bereich Mobilität beispielsweise für 3D-Stadtmodelle, Parkhausbelegung, Belegung der Elektro-Ladesäulen oder Verkehrsstärkenerfassungen genutzt.

2.3 DkV Projekt: Automatisierte Verkehrsmengenerfassung - und Bereitstellung von Verkehrsinformationen in der Freien und Hansestadt Hamburg (Vortrag Hr. Kühnenhenrich)

Das Vorhaben verfolgt verschiedene Projektziele:

  • Echtzeitverkehrsmengenerfassung für PKW und LKW, bei Führung auf der Fahrbahn auch für Radverkehr, ansonsten Erfassung über Hamburger Radverkehrszählnetz
  • Archivierung der erfassten Verkehrsmengen für Langzeitanalysen
  • Erfassung Echtzeit-Verkehrslage
  • Reisezeitermittlung
  • Quelle-Ziel-Relationen
  • Verkehrsbeobachtungen
  • Veröffentlichung der Daten in der Urban Data Platform

Die Vorhaben sind unter anderem Grundlage für Ankerprojekte der ITS-Strategie sowie andere Fachplanungen, z. B. in der Luftreinhaltung und im Bereich Lärmschutz, für die Prognose und Modellierung von Verkehren, für die Planung und Evaluierung von Baustellen, Großveranstaltungen und Maßnahmen sowie für Synergieeffekte mit der Steuerung von LSA. Eingesetzt werden zurzeit hauptsächlich Wärmebildkameras, die Zählung und Klassifizierung mehrerer Fahrspuren ermöglichen. Problematisch ist bei der Nutzung von Kameras das Thema Datenschutz. Es dürfen keine Personen oder Kennzeichen erkannt werden, die Bilder dürfen nicht gespeichert werden und nur geringe Auflösungen sowie kein Zoom zum Einsatz kommen. Live-Wärmebilder dürfen nur in der Verkehrsleitzentrale verwendet werden.

Die Datenanbindung der erhobenen Daten zur Verkehrsmengenerfassung erfolgt über die Urban Data Platform. Langfristig sollen unterschiedliche Benutzeroberflächen angeboten werden, die sich zurzeit noch in der Bearbeitung befinden.

3. Gemeinsame Fragestellungen und Herausforderungen

Während des Workshops wurde ersichtlich, dass viele Projekte vor ähnlichen Herausforderungen stehen (siehe Abbildung 1). Diese wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert, eine Reihe von gemeinsamen Herausforderungen konnte identifiziert werden. Die Diskussion bildete die Grundlage für das Arbeiten in Kleingruppen.

Grafik Erörterte Themenkomplexe und Herausforderungen
Abbildung 1: Erörterte Themenkomplexe und Herausforderungen

Quelle: BMVI



Personelle Ressourcen

  • Der Personalaufwand bei der Einführung neuer Technologien ist sehr hoch und erfordert gut ausgebildetes, spezialisiertes Personal. Kommunen können häufig keine geeigneten Mitarbeitenden finden.
  • Verwaltungs- und Entscheidungsstrukturen in Kommunen schränken die zeitnahe Einstellung von geeignetem Personal ein. Vorhandene personelle Ressourcen sind häufig bereits ohne die Durchführung von Fördervorhaben ausgelastet bzw. überlastet.
  • Der zeitliche Aufwand durch lange Vergabeverfahren für Aufträge ist oftmals sehr viel größer als zu Projektbeginn erwartet.

Dateneigentum

  • Die im Rahmen der Verkehrssteuerung erhobenen Daten liegen oftmals im Besitz privater Unternehmen. Dies erschwert zumeist den Zugang zu den relevanten Daten für die Kommunen.
  • Die bei den Unternehmen lagernden Daten können z. T. detaillierte Einsichten in verschiedene Bereiche der Gesellschaft bieten.

Datenvolumen und Datenqualität

  • Um die digitale Verkehrslenkung effizient zu gestalten, muss ein hohes Volumen qualitativ hochwertiger Daten erhoben und ausgearbeitet werden.
  • Eine ausreichende Qualität der Daten ist in manchen Fällen nicht gegeben. Dies zeichnet sich auch bei der Wahl zwischen intern generierten Daten oder Open-Data ab. Allerdings ist es schwer, diese vollständig und aktuell sowie in ausreichender Qualität zu beschaffen.

Hardware-/Sensorik-Lösungen

  • Nicht jede Hardware-/Sensorik-Lösung ist für alle Anforderungen passend, oftmals ist der Einsatz von individuell zugeschnittenen Lösungen notwendig.
  • Der Einsatz der Hardware/Sensorik muss sich rechnen und brauchbare Ergebnisse bringen, Qualität und Kosten in Einklang stehen.

Datenschutz

  • Überwachung der Verbote bzw. Auslegung der Datenschutzverordnung durch die Datenschutzbeauftragten in Bund, Ländern und Kommunen ist nicht immer einheitlich.
  • Aufgrund dieses Interpretationsspielraums sind die Vorhaben bei der Umsetzung der Maßnahmen, die mit datenschutzrechtlichen Belangen kollidieren, mit einem hohen Abstimmungs- und ggf. Anpassungsbedarf konfrontiert.

4. Ergebnisse

Die identifizierten Fragen und Problemstellungen wurden in drei Kleingruppen mit den thematischen Schwerpunkten MDM/Mobilitätsplattformen, Daten-/Verkehrsmengen-erfassung sowie Datenschutz erörtert.
Dabei konnten folgende Lösungsansätze erarbeitet werden:

MDM/Mobilitätsplattformen

  • Im Bereich Open Data müssen sicherheitsrelevante Daten, z. B. für das automatisierte Fahren, geschützt werden.
  • Es sollte eine Qualitätssicherung der Daten stattfinden und Open Data Bestände sollten auf einer Plattform mit verschiedenen Rechten für die Nutzer zur Verfügung gestellt werden.
  • Daten sollten durch gesetzliche Regelungen verfügbar gemacht werden (Beispiel Hamburg).
  • Hinsichtlich der Information und Öffentlichkeitsarbeit sind Verbesserungen notwendig. Als Best Practice ist die Stadt Wien mit der Vermarktung einer Mobilitätsplattform und der Einbindung von Partnern, wie z. B. Mobilfunkanbietern, genannt worden.

Daten-/Verkehrsmengenerfassung

  • Eine Flexibilisierung der Verwaltung, z. B. im Bereich der Stellenplanung, könnte die Rekrutierung von geeignetem Personal erleichtern. Im Rahmen der Förderrichtlinie DkV besteht die Möglichkeit, externe Dienstleister zu beauftragen.
  • Zur Lösung von Hardware- bzw. Sensorik-Problemen können themenspezifische Erhebungen beitragen, die Überschneidungen abbilden und gemeinsame Wege zur Lösungsfindung fördern können.

Datenschutz

  • Kommunen sollten eine intensive Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Datenschutzbeauftragten anstreben. Die Datenschutzbeauftragten sollten vor Beginn eines Projekts mit eingebunden werden, um die Zusammenarbeit zu stärken und eine Sensibilisierung im Projekt zu erreichen.
  • Bei Konflikten können Mediatoren bei der Abstimmung von Lösungen helfen. Häufig entschärft die Einbindung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger Konflikte.
  • Transparenz bei der Umsetzung von Maßnahmen kann für mehr Verständnis unter der Bevölkerung sorgen.

5. Ausblick

Der Workshop hat gezeigt, dass ein regelmäßiger Austausch mit anderen Kommunen gewünscht ist. Die Workshop-Reihe soll als Workshop „Digitale Datennutzung für nachhaltige Mobilitätslösungen“ weitergeführt werden. Der Workshop kann dann sukzessive für weitere Kommunen und Akteure geöffnet werden.

Es haben sich folgende offene Fragen/Punkte ergeben:

  • Austausch von Argumentationslinien und Formulierungen insbesondere zum Thema Datenschutz. Ausgangspunkt hierzu soll eine Bestandsaufnahme, welche DkV-Vorhaben mit Problemen im Bereich Datenschutz zu tun haben, bilden.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und das Thema Datenschutz sollte weiter diskutiert werden.
  • Einrichtung eines interaktiven Austauschformats oder eines Forums, um gemeinsame Probleme schneller identifizieren und diskutieren zu können.
  • Die Zusammenarbeit der Kommunen an konkreten Frage- bzw. Problemstellungen sollte intensiviert werden.

6. Beispielvorhaben

Im Rahmen des Workshops wurden weitere laufende Vorhaben aus dem Teilnehmerkreis vorgestellt:

Aufbau eines Umweltsensornetzes in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

- Datenerhebung / Verkehrslenkung -
Inhalt
  • Aufbau eines Umweltsensornetzes mit 20 Messstellen
  • Verbindung des Messnetzes mit echtzeitfähigem Verkehrsrechner der Stadt
  • Bereitstellung der Daten in einer Open-Data-Schnittstelle
Ziel
  • Integration der Daten in zukunftsfähige Steuerungskonzepte zur Optimierung des Verkehrsmanagements
Stand / Besonderheiten
  • Die Stadt verfügt bereits über eine Datenplattform auf die bei verschiedenen Projekten der Verkehrslenkung zurückgegriffen wird.

Bereitstellung aktueller Luftqualitätsdaten für Straßen für umweltsensitive Verkehrslenkung und Förderung des Umweltverbundes in Berlin

- Datenbereitstellung -
Inhalt
  • Aktualisierung der Eingangsdaten für Emissionsberechnungen
  • Kennzeichenerfassung zur Identifizierung der Fahrzeugflottenzusammensetzung
Ziel
  • Digitale Bereitstellung von modellierten, stündlich aktualisierten Luftqualitätsdaten für die Hauptverkehrsstraßen Berlins
Stand / Besonderheiten
  • Große Herausforderung, stündlich aktuelle Daten zu liefern

Ersatz und Modernisierung der stationären Detektion des Straßenverkehrs in Berlin

- Datenerhebung / Verkehrszählung-
Inhalt
  • Zur Erfassung der Verkehrslage kommen verschiedene Messtechniken zum Einsatz, mit denen z. B. die lokale Verkehrs-stärke und die lokale Geschwindigkeit an einem Ort oder die mittlere Geschwindigkeit auf definierten Netzabschnitten bestimmt werden kann.
  • Die Daten der stationären Detektion werden für alle verkehrs-bezogenen Maßnahmen zur Steuerung verkehrsbedingter Emissionen genutzt.
  • Informationen über die Verkehrslage und die Verkehrsnachfrage bilden eine wichtige Grundlage für eine optimale Planung und einen effizienten Betrieb der Verkehrsinfrastruktur.
Ziel
  • Erneuerung der Anlagen zur stationären Detektion
Stand/ Besonderheiten
  • Die stationäre Detektion liefert wesentliche Daten zur aktuellen Verkehrssituation auf dem Hauptverkehrsstraßennetz, unterstützt statistische Auswertungen und liefert Datengrundlagen für übergreifende Auswertungen, insbesondere im Rahmen der Berechnung von Luftschadstoffemissionen des Verkehrs.

Ertüchtigung des stadtweiten Verkehrs-Datennetzwerkes der Stadt Augsburg

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Ertüchtigung des Verkehrs-Datennetzwerkes
  • Verbindung des vorhandenen Verkehrsmanagementsystems, des zentralen Verkehrsrechners, des Parkleitsystems sowie des Kamerasystems mittels Datenleitungen
Ziel
  • Ausbau des vorhandenen Datensystems zur Optimierung der Verkehrssteuerung
Stand / Besonderheiten
  • Bisher sind die Ertüchtigung des Verkehrsmanagementsystems und des Datennetzwerks im ganzen Stadtgebiet umgesetzt worden.
  • Im 4. Call sind Anträge zur Erweiterung des Verkehrsmanagementsystems und der Digitalisierung des Parkraummanagements vorgesehen.

Digitalisierung des Verkehrs – Wiesbaden

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Zur Erfassung der Verkehrslage kommen verschiedene Messtechniken zum Einsatz, mit denen z. B. die lokale Verkehrsstärke und die lokale Geschwindigkeit an einem Ort oder die mittlere Geschwindigkeit auf definierten Netzabschnitten bestimmt werden kann.
  • Die Daten der stationären Detektion werden für alle verkehrsbezogenen Maßnahmen zur Steuerung verkehrsbedingter Emissionen genutzt.
  • Informationen über die Verkehrslage und die Verkehrsnachfrage bilden eine wichtige Grundlage für eine optimale Planung und einen effizienten Betrieb der Verkehrsinfrastruktur.
Ziel
  • Erneuerung der Anlagen zur stationären Detektion
Stand / Besonderheiten
  • Die stationäre Detektion liefert wesentliche Daten zur aktuellen Verkehrssituation auf dem Hauptverkehrsstraßennetz, unterstützt statistische Auswertungen und liefert Datengrundlagen für übergreifende Auswertungen, insbesondere im Rahmen der Berechnung von Luftschadstoffemissionen des Verkehrs.

Datenbasierte Plattform für die Optimierung des städtischen Verkehrs zur Minderung gesundheitsschädlicher Emissionen

- MDM / Datenplattformen -
Inhalt
  • Entwicklung einer „Internet-of-Things“-Infrastruktur (Plattform) zur Verarbeitung von Verkehrs- und Infrastrukturdaten
  • Integration von Informationstechnologien und Datenquellen in die Plattform
  • Entwicklung von Endanwendungen für Mitarbeitende und Fahrgäste
Ziel
  • Effiziente Ressourcennutzung und Verkehrslenkung zur Minderung von Emissionen durch die Erstellung von Nutzungsszenarien aufbauend auf der „Internet-of-Things“-Plattform
Stand / Besonderheiten
  • Die „Internet-of-Things“-Plattform bietet die Möglichkeit verschiedenste Endgeräte, Sensoren, Aktoren und Empfänger einzubinden und so realistische Nutzungsszenarien und Pilotanwendungen zu entwickeln

V2X Datenerfassung zur Verkehrsflussoptimierung im Hafen Hamburgs

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Ausrüstung der Straßen im Gebiet des Hamburger Hafens mit einer V2Xvehicle to everything-Infrastruktur
  • Installation von 30-60 Roadside Units (RSU) im Hafenbereich und Überwachung über ein zentrales Managementsystem
  • Verteilung der erhobenen Daten an angeschlossene Plattformen, um eine optimale Routenführung zu ermöglichen
Ziel
  • Erfassung von Verkehrsdaten insb. Zur Optimierung des LKW-Verkehrs im Hafengebiet
Stand / Besonderheiten
  • Die Road Side Units sammeln Verkehrsdaten der Fahrzeuge (z. B. Art, Geschwindigkeit und Beladung), welche mit einer On-Board Unit ausgestattet sind. Zukünftige Neufahrzeuge sollen ab Ende 2019 mit diesem System fest ausgestattet werden.

Erhebung, Bereitstellung und Nutzung von Mobilitätsdaten Aachen

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Analyse, Vergleich und Bewertung vollkontinuierlicher Datenbereitstellungssysteme
  • Verkehrsdatenerfassung (Kurzfristige Floating-Car-Data-Analyse, Verkehrslagebericht)
  • Untersuchung des Optimierungspotenzials von Lichtsignalsteuerungen und Qualitätsmanagement der Busbevorrechtigung
  • Infrastrukturbedarf autonomes Fahren / car-to-X Kommunikation
Ziel
  • Verbesserung der Bedingungen für den ÖPNV und autonom verkehrende Fahrzeuge sowie Optimierung der Verkehrsflüsse des MIV
Stand / Besonderheiten
  • Expertendialog zu Verkehrsmanagementsystemen

Wirkungsanalyse von Maßnahmen des Verkehrsmanagements auf Basis von Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten Stadt Frankfurt

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Bereitstellung eines webbasierten Analysewerkzeuges auf Basis von Verkehrsdaten (Detektoren, Floating-Car-Daten, Verkehrsmeldungen), Wetterdaten und Umweltdaten (Messstellen)
  • Die Daten werden in einen Gesamtzusammenhang gestellt, wodurch Ursache/Wirkungsanalysen des operativen Verkehrsmanagements durch grafische, tabellarische und kartografische Aufbereitungen ermöglich werden.
Ziel
  • Anpassungen und Planungen von Verkehrsmanagementmaßnahmen durch Ursache-Wirkungsanalysen auf Grundlage von Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten
Stand / Besonderheiten
  • Einbindung in die „Integrierte Gesamtverkehrsleitzentrale – IGLZ“

Erweiterung des bestehenden Verkehrsmodells um Wirtschaftsverkehr, Radverkehr und Parken Stadt Augsburg

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Datenerhebung bei Unternehmen für das Wirtschaftsmodell
  • Ergänzung der Netzelemente für den Radverkehr sowie die Versorgung radspezifischer Parameter für das Radverkehrsmodell und Zählungen an Hauptverkehrsachsen
  • Integration großer Parkhäuser in das Modell und Eichung hinsichtlich der Kapazität, Preis und Reisezeit
Ziel
  • Bereitstellung einer Grundlage zur präziseren Abbildung des Verkehrsaufkommens zur Umsetzung weitere Maßnahmen des Masterplans im Bereich Wirtschaftsverkehr, Radverkehr, Netzergänzung oder Logistik
Stand/ Besonderheiten
  • Integration neuer Datengruppen in bestehendes Verkehrsmodell
  • Abbildung verschiedener Maßnahmen des Masterplans

„Verbesserung der Verkehrsdatensituation in München“ für die Planung und Bewertung verkehrsplanerischer und -steuernder Maßnahmen, sowie
„Digitaler Zwilling zur Verbesserung der raumbezogenen Datenbasis für die Belange verkehrsplanerischer und -steuernder Maßnahmen in München“

- MDM / Datenplattformen -
Inhalt
  • Verbesserte Datenerfassung und Einbeziehung aller Verkehrsträger auf einer Datenplattform
  • Identifikation wirksamer verkehrsplanerischer und -steuernder Maßnahmen für Städte mittels Simulationen.
  • Perspektivisch Öffnung der Plattform für Anbieter von Mobilitäts- und Informationsdiensten
  • Aufbauend auf dem Vorhaben Verbesserung der Verkehrsdatensituation in München sollen Datenlücken geschlossen und beispielsweise die Auswirkungen von Verkehrs- und Wohnbauprojekten auf die Luftreinheit prognostiziert werden.
Ziel
  • Aufbau einer umfassenden digitalen Plattform für München, mit deren Hilfe die Wirkung flächiger Maßnahmen des Verkehrsmanagements auf die Einhaltung von Emissionsgrenzen sowie die Qualität und Erreichbarkeit der Mobilitätsangebote in der Stadt untersucht werden können
  • Erstellung eines ‚Digitalen Zwillings‘ auf die Stadt München im Interesse einer verbesserten Konzeptions-, Umsetzungs- und Bewertungsgrundlage für verkehrsplanerische und -steuernde Maßnahmen
Stand / Besonderheiten
  • Übertragung des aus dem Bereich Industrie 4.0 bekannten Konzepts eines ‚Digitalen Zwillings‘ zur Abbildung der materiellen und immateriellen Situationen, Simulation von Situationen und Modellierung von Luftschadstoffbelastungen sowie die Einbindung von Augmented Reality-Anwendungen und die Schaffung einer Mobilitätsdatenbank

Aufbau eines flächendeckenden Dauerzählstellennetzes für alle Verkehrsarten in Kiel

- Datenerhebung / Verkehrszählung -
Inhalt
  • Beschaffung von 26 Zählstellen für den Kfz-Verkehr, 4 Zählstellen für den Radverkehr und eine für Fußgänger
  • Übertragung von Echtzeitdaten auf den Mobilitäts-Daten-Marktplatz
Ziel
  • Aufbau eines flächendeckenden Dauerzählnetzes für alle Verkehrsdaten zur späteren Nutzung des städtischen Verkehrsmanagements
Stand / Besonderheiten
  • Darstellung der gezählten Radfahrer auf LED-Displays
  • Die Umsetzung der Dauerzählstellen wird im Laufe des Jahres 2019 erfolgen