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S-Bahn wartet am Bahnsteig

Quelle: Fotolia / Petair

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert bereits seit mehreren Jahren innovative Entwicklungen im Öffentlichen Personenverkehr (ÖPV), wie beispielsweise das eTicket Deutschland sowie die Durchgängige Elektronische Fahrgastinformation. Insbesondere die Einführung von elektronischen Fahrscheinen sowie deren Verknüpfung mit einer digitalen Fahrplanauskunft sind hervorragend dazu geeignet, jene Zugangsbarrieren zum ÖPV zu senken, die eine verstärkte Nutzung von Bussen und Bahnen sowie einen Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel hemmen.

Während die Kunden einen einfachen und problemlosen Zugang zum ÖPV – möglichst die Fahrt von A nach B mit einigen wenigen Clicks auf dem Smartphone – erwarten, ist der öffentliche Mobilitätsmarkt nach wie vor kleinteilig strukturiert. Dies gilt sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Hinsicht. Auf horizontaler Ebene findet eine Vernetzung über Länder- und Verbundraumgrenzen hinweg praktisch kaum statt. In vertikaler Perspektive sind Informations-, Buchungs- und Bezahlsysteme noch zu selten miteinander vernetzt. Dadurch wird eine deutschlandweite Reisegestaltung von Tür zu Tür erheblich erschwert.

Die Bundesregierung sieht es weiterhin als ihre Aufgabe an, Innovationen voranzutreiben und Zugangsbarrieren zu senken, um insgesamt eine verstärkte Nutzung von Bussen und Bahnen herbeizuführen. Deshalb hat das BMDV die "Initiative zur digitalen Vernetzung im ÖPV" ins Leben gerufen. Die Initiative verfolgt seither das Ziel, ein flächendeckendes, diskriminierungsfreies, inter- und multimodales sowie vernetztes ÖPV-Angebot über Stadt- und Landesgrenzen hinweg zu ermöglichen. Kernelement ist ein im Frühjahr 2015 gestarteter Dialog- und Stakeholderprozess mit Vertretern der Länder, der Aufgabenträger, der Kommunen, der Verkehrsunternehmen und -verbünde, der Industrie sowie der Verbraucherverbände.

Als erster Meilenstein des bisherigen Prozesses ist eine "Roadmap" erarbeitet und umgesetzt, die Handlungserfordernisse, die notwendigen Schritte und die entsprechenden Verantwortlichkeiten für einen digital-vernetzten Öffentlichen Personenverkehr der Zukunft skizziert. Die Aktualisierung der “Roadmap” erfolgte im Dezember 2020. Die “Roadmap 2.0” spiegelt die Bereitschaft und den Einsatz aller Akteure zur intensiven und branchenübergreifenden Vernetzung wider, um gemeinsam an kundenzentrierten Lösungen zu arbeiten und dem Leitbild der vernetzten Mobilität stetig ein Stück näher zu kommen, sodass Kunden ein flächendeckend vernetztes ÖPV-Angebot über Stadt- und Landesgrenzen hinweg nutzen können und im Ergebnis eine Reisekette von Tür zu Tür ermöglicht wird. Der Dialog- und Stakeholderprozess wird im Rahmen des “Förderprogramms zur Stärkung des ÖPNV” fortgeführt. Dabei unterstützt das BMDV die Akteure darin, die in der Roadmap definierten Ziele zu erreichen und den Visionen deutlich näher zu kommen.

Ein weiterer Meilenstein dieses Dialog- und Stakeholderprozesses der “Initiative zur digitalen Vernetzung im ÖPV” war die Veröffentlichung des “Vernetzungsleitfaden”. Der Leitfaden bildet die Handlungserfordernisse für die digitale Vernetzung im ÖPV ab und dient dazu, dass Fördermittelgeber (z. B. Landes- und Bundesministerien), Aufgabenträger (z. B. Zweckverbände) sowie Verkehrsunternehmen und -verbünde Empfehlungen erhalten, welche Mindestanforderungen gelten und welche Standards eingehalten werden sollten, um so einen wichtigen Beitrag zur Herstellung der Interoperabilität im ÖPV zu leisten und damit eine möglichst nahtlose Mobilität für die Kunden zu erzielen.