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Aufgaben politikberatender Ressortforschung werden auch in dem BMVI nachgeordneten Behörden wahrgenommen. Zu diesen gehören:

  • Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), 
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG),
  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), 
  • Deutscher Wetterdienst (DWD), 
  • Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt),
  • Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF)

1. Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

Die BAW ist die zentrale technisch-wissenschaftliche Bundesoberbehörde zur Beratung und Unterstützung des BMVI und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) im Rahmen der verkehrswasserbaulichen Aufgaben an den Bundeswasserstraßen. Die Dienststelle Ilmenau der BAW ist das zentrale Dienstleistungszentrum für Informationstechnik der Bundesverwaltung für Verkehr. Darüber hinaus ist die BAW Trägerin der Geschäftsstelle für die in der Küstenforschung tätigen Verwaltungen des Bundes und der Länder (Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurwesen).
Die BAW berät und unterstützt das BMVI und die WSV als wissenschaftlich eigenständige Einrichtung in den Fachgebieten Bautechnik, Geotechnik, Wasserbau, Schiffstechnik und Informationstechnik.
Die BAW bearbeitet eigene FuE-Vorhaben, die insbesondere abzielen auf:

  • die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf den Wasserstraßen,
  • die Optimierung des Betriebs, der Unterhaltung und des Ausbaus sowie
  • die Optimierung der Verfahren und Methoden.

Der weit überwiegende Anteil der Ressourcen der BAW dient der fachwissenschaftlichen Beratung zu Projekten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) sowie des BMVI. Zu einem geringen Anteil werden Forschungsvorhaben betreut, die ihren Anlass in der fachlichen Beratungstätigkeit haben und deren Ergebnisse wieder in die Beratung einfließen.

Zur Internetseite der Bundesanstalt für Wasserbau.

2. Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

Die BfG ist das zentrale wissenschaftlich eigenständige Institut des Bundes für wasserstraßenbezogene Beratung, Begutachtung und Forschung auf den Gebieten Gewässerkunde, Wasserbewirtschaftung, Ökologie und Gewässerschutz. Sie berät die WSV, die Bundesministerien, insbesondere das BMVI und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Grundsatz- und Fachfragen. Außerdem ist die BfG im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StSchVG) zuständig für die Überwachung von Wasser, Schwebstoffen und Sedimenten in den Bundeswasserstraßen. Charakteristikum der Arbeit der BfG ist die interdisziplinäre Projekt- und Aufgabenbearbeitung.

Als gewässerkundliches Institut des Bundes und durch ihre Unabhängigkeit als Behörde besitzt die BfG bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal u. a. für folgende Fachgebiete:

  • Ökologie großer Fließgewässer und Kanäle.
  • Wasserhaushalt der Bundesrepublik Deutschland.
  • Wasserstandsvorhersage für Niedrig- bis Hochwasser.
  • Ökomorphologie großer Flüsse und Ästuare.
  • Chemische und ökotoxikologische Qualität des aquatischen Lebensraumes (Wasser und Sediment) im Binnen- und Küstenbereich.

Angewandte Forschung und Entwicklung sind notwendiger Bestandteil der Facharbeit der BfG, um neue Erkenntnisse, Methoden und Konzepte nutzbar zu machen bzw. selbst zu entwickeln. Gewässerkundliche Daten und Informationen werden in den Dienst der Grundlagen- und angewandten Forschung gestellt.

Stellvertretend sind fünf Themenbereiche im Hinblick auf die Bundeswasserstraßen zu nennen: Klimafolgenforschung, Risikobewertung, Gewährleistung von Qualitätsstandards, Sedimentmanagement, Durchgängigkeit von Fließgewässern.

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3. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Das BSH verfügt über breite wissenschaftliche Kompetenz entsprechend seinem Status als zentrale maritime Behörde des Bundes. Zu nennen sind insbesondere wissenschaftliche Fachkompetenz in der Ozeanographie, der Meeresphysik, Meereschemie, Geologie und der hydrographischen Vermessung. Hohes Fachwissen besteht außerdem in der wissenschaftlichen nautischen Technik - Entwicklung und Standardisierung - sowie Rechts- und Verwaltungswissenschaften - Verfahrens- und Rechtsentwicklung -.

Das Leistungsspektrum umfasst:

  • Seevermessung in Nord und Ostsee (Datenpool für Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Basis für nautische Veröffentlichungen);
  • Vorhersagedienste für Öffentlichkeit und Wirtschaft, insbesondere Schifffahrt (Gezeiten, Wasserstand, Sturmflut, Meereseis);
  • Überwachung der Meeresumwelt, u. a. Auswirkungen der Klimaveränderungen (z. B. Wassertemperatur, Nährstoffgehalte, Radioaktivität);
  • Verfolgung von Umweltverstößen (z. B. verbotene Einleitung von Öl aus Schiffen);
  • Genehmigung von Offshore-Aktivitäten in der AWZ (Windenergieanlagen, Pipelines und Seekabel);
  • Marktüberwachung sowie Prüfung und Zulassung nautischer Geräte und Anlagen;
  • Zeugnisse für Seeleute;
  • Versicherungsbescheinigungen für Schiffe;
  • Internationales Seeschifffahrtsregister;
  • maritime Gefahrenabwehr.

Die wissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten werden im BSH fachübergreifend von Meereskunde, nautischer Hydrographie und Schifffahrt genutzt und entwickelt. Sie sind Teil und notwendige Basis der Aufgabenerfüllung, gleichzeitig werden aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen aufgegriffen und in die Arbeit implementiert sowie wissenschaftliche Entwicklungen beeinflusst und initiiert. Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeiten wie des seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen durchgeführten Monitorings von Nord- und Ostsee werden Zeitreihen wissenschaftlicher Daten über z. B. Sauerstoffgehalt, Temperatur und diverse Schadstoffgehalte gewonnen, die einzigartig sind und auf die zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen für ihre Forschungstätigkeiten zurückgreifen können. Als aktuell wichtige Beispiele für Entwicklungen, an denen das BSH beteiligt ist, sind zu nennen Untersuchungen zu Folgen und Auswirkungen der Klimaveränderungen auf Nord- und Ostsee, insbesondere die Küstenregionen, sowie die Entwicklung der Offshore-Windparks, die Raumordnung auf dem Meer, und die Weiterentwicklung von Verfahren zur langfristigen Untersuchung der Meeresumwelt. Alle Entwicklungen sind eingebunden in internationale Programme.

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4. Deutscher Wetterdienst (DWD)

Die teilrechtsfähige Anstalt „Deutscher Wetterdienst“ (DWD) in Offenbach am Main erbringt gemäß Wetterdienstgesetz (DWD-Gesetz) als nationaler Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland meteorologische Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge, einschließlich Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge, zur Sicherung der Luft- und Seeschifffahrt und zur Grundversorgung der Bevölkerung. Eine weitere Kernaufgabe des DWD ist die kurz- und langfristige Überwachung der Atmosphäre einschließlich der radioaktiven Spurenstoffe und der Vorhersage ihrer Verfrachtung.

Der DWD betreibt eigene Forschung und Entwicklung mit dem Ziel, seine Leistungen entsprechend dem aktuellen Stand von Wissen und Technik erbringen zu können. Schwerpunkte von Forschung und Entwicklung sind entsprechend seiner Aufgabenstellung Verfahren zur Wettervorhersage einschließlich numerischer Wettervorhersagemodelle, Verfahren zur Wetter- und Klimaüberwachung und Beratungsverfahren. Kennzeichnend für die Forschung und Entwicklung im DWD ist die notwendige enge Einbindung in den Betrieb.

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5. Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat die Aufgabe, die Entwicklung des Straßenwesens voranzubringen und hierfür dem BMVI für verkehrspolitische Fragestellungen auf dem Gebiet des Straßenwesens wissenschaftlich gesicherte Entscheidungshilfen zur Verfügung zu stellen. Die BASt wirkt dabei hin auf eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Baues und der Erhaltung von Straßen und Brücken, eine Erhöhung der Sicherheit des Straßenverkehrs sowie der Straßenfahrzeuge, eine Verminderung der straßenverkehrs- und straßenbaubedingten Umweltbelastungen sowie eine Verbesserung der Effizienz der Straßennutzung, u. a. durch eine verbesserte Einbindung des straßengebunden Verkehrs in das Gesamtverkehrssystem.
Die BASt führt eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch und vergibt im Rahmen ihrer Aufgaben und der ihr zugewiesenen Haushaltsmittel Forschungsprojekte an Dritte. Sie wirkt mit an der Prüfung von Baustoffen, Bauteilen und Gegenständen der Straßenausrüstung sowie an der Verbesserung der Prüfgeräte und Prüfverfahren im Straßenwesen. Dabei arbeitet sie mit Stellen des In- und Auslandes, insbesondere des EU-Auslandes zusammen. Sie kann auf Verlangen auch andere Behörden des Bundes, der Länder und sonstige interessierte Stellen beraten. Außerdem betreibt sie auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung im Straßenverkehr zielgerechte Forschungsplanung und -koordinierung und prüft herstellerunabhängig Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit auf ihre Effizienz. Sie nimmt im Bereich des Fahrerlaubniswesens gesetzlich festgelegte Begutachtungsaufgaben wahr.

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6. Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF)

Um die wichtige praktische und schnelle Umsetzung von Innovationen zu erleichtern und das Gesamtsystem Schiene zum Nutzen aller Beteiligten zu stärken, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zwei starke Instrumente geschaffen, die seine bisherigen Forschungsaktivitäten ergänzen: Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) und das Bundesforschungsprogramm Schiene. Mit ihnen soll die wichtige praktische Umsetzung von Innovationen erleichtert und das Gesamtsystem Schiene in Deutschland durch weitere anwendungsorientierte Forschung zum Nutzen aller Beteiligten gestärkt werden.

Das DZSF und Bundesforschungsprogramm Schiene bauen auf den bisherigen Forschungsaktivitäten des BMVI und des Eisenbahn-Bundesamts (EBA), auf den Forschungsüberblicken zur Eisenbahnforschung und zum Stand der Forschung und Technik zum Lärmschutz und vielen Gesprächen mit Wissenschaft und Branche auf. Damit wird in gemeinsamem Einverständnis mit den Akteuren eine gute und profilierte Struktur geschaffen.

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Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung