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Die mittelfristigen Forschungsschwerpunkte und -ziele können unter der Überschrift zusammengefasst werden: Gestaltung des Mobilitätswandels in der Stadt und auf dem Land.
Darunter lassen sich die folgenden Forschungsschwerpunkte für die mittelfristige Mobilitätsforschung ableiten:

Grafik Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte des BMVI

Quelle: BMVI

Dazu kommen dann noch die weiteren Forschungsaufgaben. Unter "weiteren Forschungsaufgaben" werden all jene Forschungsaufgaben adressiert, die über die oben genannten Forschungsschwerpunkte hinaus für die Vielzahl der Ressortaufgaben einschließlich der Umsetzung rechtlicher Verpflichtungen erforderlich sind.

Die Forschungsschwerpunkte stehen nicht losgelöst nebeneinander, vielmehr sind sie eng miteinander verknüpft und stehen in enger Beziehung. Es gibt eine Fülle von Wechselwirkungen. Sie dienen dem großen Ziel, wissenschaftsbasiert den Mobilitätswandel aktiv zu gestalten.

1. Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur

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Die gute Verkehrsinfrastruktur ist ein Standortvorteil Deutschlands. Jeder Verkehrsträger hat seine Stärken und seine Rolle in einem modernen Mobilitätsmix. Mit erheblichen Investitionsmitteln wird die Infrastruktur stetig weiterentwickelt und verbessert. Dringender Handlungsbedarf besteht beispielsweise beim Erhalt und sinnvollen Ausbau der Straßen-, Schienen- und Wasserwege einschließlich der Bauwerke wie Brücken, Tunnel, Bahnhöfe und Flughäfen als Fundament für eine funktionierende Mobilität. Darüber hinaus ist der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für alternative Antriebstechnologien, wie z.B. Tank- und Ladeinfrastruktur sowie dazugehörige Energiespeicher, voranzutreiben. Diese Investitionsentscheidungen bedürfen solider wissenschaftlicher Entscheidungsgrundlagen. Der Forschungsschwerpunkt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur widmet sich diesem Anliegen.

Die Ziele der Ressortforschung zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur sind
insgesamt ausgerichtet auf

  • Innovationen und Verbesserungen im Verkehrswegebau
  • Weiterentwicklung von Verfahren, Konzepten, Methoden, Datengrundlagen
    und Prognosen
  • Innovationen und Verbesserungen in der technischen Infrastruktur
  • Verlässlichkeit und Resilienz

2. Nachhaltige und sichere Mobilität

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Wohlstand, Wachstum, internationale Verflechtungen, veränderte Lebenseinstellungen und technologische Entwicklungen führen zu einer mobileren Wirtschaft und Gesellschaft und neuen Mobilitätsoptionen. Gleichzeitig sind die Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele der Bundesregierung, die Verbesserung des Umwelt- und Lärmschutzes und Anpassungen an den Klimawandel zentrale Aufgaben einer verantwortungsvollen vorsorgenden Politik der nächsten Jahre. Die Anforderungen an die Mobilität von morgen gehen über die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur zur Sicherung der individuellen Mobilität und des bedarfsgerechten Gütertransports deutlich hinaus. Einerseits ist ein hohes bedarfsgerechtes Mobilitätsniveau sicherzustellen, gleichzeitig aber auch ökonomische und soziale Ansprüche zu erfüllen und Umwelt- und Klimabelastungen zu minimieren. Umweltfreundliche Mobilitätsformen sind zu stärken. Daher ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt eine nachhaltige und sichere Mobilität. Hierzu gehören beispielsweise Forschungen zur Energieeinsparung, zur Nutzung regenerativer Energien und Senkung der Umweltauswirkungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für den Schutz der Umwelt. Bei den langen Planungsvorläufen, den hohen Investitionen und der Lebensdauer der Infrastruktur ist es zudem unerlässlich, durch Forschung den Anpassungsbedarf, (z.B. im Bereich der Infrastruktur, Fahrzeuge und Seeschifffahrt) an den Klimawandel zu ermitteln und zu berücksichtigen. Nachhaltige Mobilität muss auch sicher sein: Eine sichere Mobilität ist durch Vermeidung von Unfällen und Verringerung der Unfallfolgen gekennzeichnet. Zielgerichtete Forschung dient dazu, neue Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu entwickeln. Der Forschungsbedarf bezieht sich auf die drei Aktionsfelder der Verkehrssicherheit: Mensch, Fahrzeugtechnik und Weiterentwicklung der Infrastruktur zur Erhaltung und Verbesserung des Sicherheitsniveaus.

Die Ziele der Ressortforschung für eine nachhaltige und sichere Mobilität sind insgesamt ausgerichtet auf

  • emissionsarme Mobilität und Stärkung des Umweltschutzes
  • klimaneutrale Mobilität und Stärkung des Klimaschutzes
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Nachhaltigkeit
  • Verbesserung der Sicherheit (Safety)

3. Alternative Antriebstechnologien und Kraftstoffe

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Heute ist der Verkehr noch zu mehr als 90 Prozent von erdölbasierten Kraftstoffen abhängig. Zur Erreichung der Klimaschutzziele muss sich die Energiebasis des Verkehrs bis 2050 schrittweise hin zu klimafreundlichen alternativen Kraftstoffen und vor allem hin zu mehr erneuerbaren Energien entwickeln. Ein besonderes Augenmerk muss gleichzeitig der Energieeffizienz der Verkehrsträger gelten. Der Forschungsschwerpunkt „Alternative Antriebstechnologien und Kraftstoffe“ widmet sich im Wesentlichen der Fragestellung, wie alternative Antriebssysteme und Kraftstoffe unter Berücksichtigung der zugehörigen Versorgungsinfrastruktur im Verkehr schrittweise implementiert werden können, um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen.

Die Ziele der Ressortforschung zu Antriebstechnologien und Kraftstoffen sind insgesamt ausgerichtet auf

  • Alternative Antriebstechnologien bei allen Verkehrsträgern
  • Fortschrittliche Kraftstoffe

4. Automatisierung, digitale Infrastruktur und digitale Innovationen

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Die Digitalisierung führt zu weitreichenden Umbrüchen sowohl in der Mobilitätsnachfrage als auch in der Art und Weise, wie Mobilität ermöglicht und realisiert wird. Auch bei der Nachhaltigkeit und dem Klimaschutz wird auf die zunehmende Digitalisierung gesetzt. Durch digitale Entwicklungen entstehen viele Chancen und Herausforderungen. Die künstliche Intelligenz (KI) gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber der nächsten Jahre und als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit. Automatisierung und digitale Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur auf Straße, Schiene, Wasserwegen und im Luftverkehr werden den Verkehr revolutionieren. Hierzu gehört auch die Verbesserung der Hafenlogistik und die Entwicklung innovativer Seehafentechnologien, um u. a. die deutschen See- und Binnenhäfen wettbewerbsfähiger zu machen, die Umschlagsleistungen der Hafenterminals zu erhöhen sowie die digitale Infrastruktur und Hafentechnologien für den Umwelt- und Klimaschutz zu verbessern. Wesentliche Voraussetzung für die Automatisierung und digitale Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur und damit verbundenen Fortschritte ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur, insbesondere der Glasfasernetze und des Mobilfunkstandards 5G. Der Forschungsschwerpunkt dient daher der verantwortungsvollen Gestaltung der digitalen Transformation.

Ebenfalls ist es Ziel der Forschung, kritische Infrastrukturen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere schwerwiegende Folgen eintreten würden, noch besser zu schützen und Risiken zu minimieren. Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist eine Kernaufgabe staatlicher Sicherheitsvorsorge und ein wichtiger Baustein der Sicherheitspolitik. Die Infrastruktur erweist sich auf Grund des hohen Technisierungsgrades und der zunehmenden Vernetzung von Anwendungen als besonders schutzbedürftig beispielsweise hinsichtlich Cyber-Angriffen.

Die Ziele der Ressortforschung zur Gestaltung des digitalen Wandels sind insgesamt ausgerichtet auf

  • Automatisierung und digitale Vernetzung
  • Verbesserung des Datenzugangs, datenbasierte Anwendungen
  • Förderung der Künstlichen Intelligenz und digitaler Systeme
  • Erhöhung der Sicherheit (Security)

5. Integrierte und vernetzte Mobilität

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Die unterschiedlichen Herausforderungen an die Mobilität erfordern eine systemische Betrachtung der Mobilitätsangebote und -möglichkeiten in den einzelnen Regionen, bundesweit und auch im globalen Kontext. Mit einer konsequenten Vernetzung der Verkehrsträger und dem Einsatz intelligenter Verkehrssysteme kann ein wesentlicher Beitrag für einen umwelt- und sozialverträglichen Verkehr geleistet werden. Die Vernetzung hilft auch dabei, den Verkehrsfluss intelligent zu lenken. Hierzu bedarf es innovativer Mobilitätskonzepte, beispielsweise zur Bewältigung der ersten bzw. letzten Meile, Verbesserung der Akzeptanz, Betriebs- und Angebotsqualität umweltfreundlicher Mobilitätsformen einschließlich der Taktung der peripheren Verkehrsströme und Gestaltung der Pendlerverkehre. So können unter anderem multimodale Mobilitätsplattformen bzw. integrierte digitale Angebote zu einer weiteren Attraktivitätssteigerung der öffentlichen Verkehrsmittel und somit der individuellen Mobilität insgesamt beitragen. Forschungsmaßnahmen zur verbesserten Koordination der Güterflüsse durch eine intelligente Verkehrssteuerung für Logistik-Verkehre (Bündelung, Lenkung, Vermeidung) dienen dazu, den wachsenden Gütertransportanforderungen einerseits und einer Reduzierung der Immissionsbelastung andererseits gerecht zu werden. Mit seiner Forschungsförderung in diesem Schwerpunkt trägt das BMVI maßgeblich dazu bei, dass viele sowohl systemisch-technische als auch vertraglich-organisatorische Voraussetzungen für eine regionale und bundesweite integrierte und vernetzte Mobilität geschaffen werden.

Die Ziele der Ressortforschung für eine integrierte und vernetzte Mobilität sind insgesamt ausgerichtet auf

  • integrierte Güterverkehrskonzepte,
    Förderung der Logistik und des Kombinierten Verkehrs
  • Vernetzung, intelligente Verkehrssysteme und alternative Mobilitätskonzepte
  • Verbesserung der Mobilität in der Fläche (gleichwertige Lebensverhältnisse)

6. Weitere Forschungsaufgaben

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Die Ressortforschung für weitere Forschungsaufgaben ist insgesamt ausgerichtet auf

  • Wettbewerb, Wirtschaftswachstum, Beschäftigung
  • Förderung von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
  • Fachwissenschaftliche Unterstützung bei der Rechtssetzung und bei technischen und nichttechnischen Regelwerken
  • Europäische und internationale Zusammenarbeit
  • Partizipation und Wissenstransfer von Informationen und Ergebnissen
  • Verbesserung meteorologischer und hydrologischer Vorhersagen
  • integrierte Meerespolitik
  • Investitionsplanung

Diese Forschungsaufgaben dienen der Erfüllung von Kernaufgaben des Ressorts. Das Schwerpunktthema bei der Forschung zur integrierten Meerespolitik befasst sich mit übergreifenden Fragen, z. B. zur Identifizierung von möglichen Indikatoren für alle Bereiche der Meerespolitik (Wirtschaft, Umwelt, Soziales) zwecks Evaluierung und Ermittlung von möglichen Nachsteuerbedarfen, die von den herkömmlichen meeresbezogenen Forschungsprogrammen des BMVI und der anderen Ressorts nicht erfasst werden.