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BM Scheuer zum Brenner-Zulauf

Quelle: BMVI

Anlass und Hintergrund

Für den Brennernordzulauf der Eisenbahn hatte Bundesminister a.D. Alexander Dobrindt im März 2017 in einer Bürgerversammlung in Rosenheim zugesagt, die Verkehrsentwicklung und damit den in der Region hinterfragten Ausbaubedarf bis 2050 unter unterschiedlichen Prämissen in einer Studie untersuchen zu lassen. Diese im Auftrag des BMVI erstellte Studie zu den Verkehrsentwicklungsszenarien 2050 mit dem Fokus auf die Entwicklung des Eisenbahngüterverkehrs auf dem Brennerkorridor liegt nun vor.

Inhalt

Aufbauend auf der Verkehrsprognose 2030 betrachtet die Studie unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Entwicklungen vier Szenarien der möglichen (Güter-) Verkehrsentwicklung bis 2050. Es werden jeweils die damit verbundene Güterverkehrsnachfrage in Tonnen sowie die sich hieraus ableitende Zahl von Zügen über den Abschnitt Rosenheim-Kufstein bestimmt.

Fazit zum Ausbaubedarf

Die in den Szenarien dargestellten möglichen Entwicklungen im Güterverkehr bis 2050 auf dem nördlichen Brennerzulauf zeigen, dass die Streckenkapazität von derzeit knapp 260 Zügen pro Tag überschritten werden wird. Auch nach Ausrüstung mit ETCS wird die gesteigerte Kapazität in zwei Szenarien nicht ausreichen. Der Eintritt der Szenarien zeichnet sich bereits heute ab. Bei allen Szenarien zuzüglich der auch untersuchten Verkehrsverlagerungseffekte ist erkennbar, dass ein Ausbau nach 2030 erforderlich und bereits heute zu planen ist. Nennenswerte Verlagerungen von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene könnten nur realisiert werden, wenn ein Ausbau der Strecke über den geplanten ETCS-Ausbau hinaus erfolgt.

Statement BM Scheuer zu Gesprächen Brenner-Zulauf

Ergebnisse in Kurzform

Szenario 1 „BIP 2050“:
In diesem Szenario wird die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Abhängigkeit vom erwarteten Wachstum des Bruttoinlandprodukts bis 2050 („BIP 2050“) betrachtet.

  • Das Güteraufkommen (= transportierte Tonnen) steigt auf rd. 40 Mio. t (rd. + 47 % gegenüber 2030).
  • Das Verkehrsaufkommen steigt auf 258 Züge pro Tag; davon 159 Güterzüge.
  • bei Umsetzung von angestrebten Verlagerungen von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene steigt das Verkehrsaufkommen auf bis zu 401 Züge pro Tag; davon 302 Güterzüge.

Szenario 2 „BIP 2050 + DtEck“:

Hier wird die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Abhängigkeit vom erwarteten Wachstum des Bruttoinlandprodukts bis 2050 („BIP 2050“) sowie von der Veränderung der österreichischen Korridorverkehre über das sogenannte deutsche Eck zwischen Salzburg und Kufstein („DtEck“) betrachtet.

  • Das Verkehrsaufkommen steigt auf 288 Züge pro Tag; davon 189 Güterzüge.
  • Bei Umsetzung von angestrebten Verlagerungen von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene steigt das Verkehrsaufkommen auf bis zu 431 Züge pro Tag; davon 332 Güterzüge.

Szenario 3 „BIP 2050 + ital. Häfen“:

Betrachtet wird hier die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Abhängigkeit vom erwarteten Wachstum des Bruttoinlandprodukts bis 2050 („BIP 2050“) sowie von einer stärkeren Partizipation italienischer Häfen an den Seehafenhinterlandverkehren der Nordseerangehäfen und skandinavischen Transshipmentverkehren („ital. Häfen“).

  • Das Verkehrsaufkommen steigt auf 322 Züge pro Tag; davon 223 Güterzüge.
  • Bei Umsetzung von angestrebten Verlagerungen von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene steigt das Verkehrsaufkommen auf bis zu 528 Züge pro Tag; davon 429 Güterzüge.

Szenario 4 „BIP 2050 + ital. Häfen + DtEck“:

Dieses Szenario betrachtet die Entwicklung des Schienengüterverkehrs in Abhängigkeit vom erwarteten Wachstum des Bruttoinlandprodukts bis 2050 („BIP 2050“), von einer stärkeren Partizipation italienischer Häfen an den Seehafenhinterlandverkehren der Nordseerangehäfen und skandinavischen Transshipmentverkehren („ital. Häfen“) sowie von der Veränderung der österreichischen Korridorverkehre über das sogenannte deutsche Eck zwischen Salzburg und Kufstein („DtEck“).

  • Das Verkehrsaufkommen steigt auf 352 Züge pro Tag; davon 253 Güterzüge.
  • Bei etwaigen Verlagerungen von Güterverkehren von der Straße auf die Schiene steigt das Verkehrsaufkommen auf bis zu 558 Züge pro Tag; davon 459 Güterzüge.

In den Szenarienbetrachtungen sind nicht berücksichtigt eine Geschwindigkeitserhöhung des Personenfernverkehrs und eine Angebotserweiterung/Taktverdichtung des Personennahverkehrs. Beide Maßnahmen würden jeweils zusätzlichen Kapazitätsbedarf auf der Schiene zur Folge