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Bundesminister Scheuer

Quelle: BMVI

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Unsere Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer machen tagtäglich einen ultraharten Job: Trotz Corona-Krise sind sie unermüdlich im Land unterwegs, um den Waren- und Güterverkehr am Laufen zu halten. Umso wichtiger ist, dass sie selbst gut versorgt werden – mit Essen, Toiletten und Duschen. Das aber ist nicht überall der Fall: An einigen Rampen werden sie nicht mit dem Respekt behandelt, den sie verdienen. Sie dürfen nicht aussteigen, nicht Händewaschen. Das kann ich nicht akzeptieren. Mit der Initiative #LogistikHilft wollen wir ab sofort Defizite aufdecken und unbürokratisch beheben. Hier geht es um Solidarität. Ich will die Unternehmen, die Hilfe brauchen, mit jenen zusammenbringen, bei denen durch die Corona-Krise Stillstand herrscht. Firmen, die in normalen Zeiten Volksfeste, Messen, Konzerte oder Baustellen mit Sanitäranlagen versorgen, könnten ihre Container nun da aufstellen, wo es hapert. Davon profitieren beide Seiten. Ich appelliere daher an alle Unternehmen: Engagieren Sie sich! Wir als Bund flankieren die Aktion, indem wir auf den besonders stark genutzten, unbewirtschafteten Rastplätzen zusätzlich zu den vorhandenen Toiletten Duschcontainer aufstellen lassen. Den ersten schon heute.

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik:

Gemeinsam mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und DocStop wollen wir als Startprojekt von #LogistikHilft die Anschaffung und Aufstellung von Dusch- und WC-Containern für die Fahrer organisieren. Wir hoffen hier auf maximale Unterstützung aller Akteure der Logistikbranche wie auch der Anbieter und Nachfrager von Logistikdienstleistungen. Außerdem kann ich nur alle Lkw-Fahrer ermuntern, den Verbänden und auch uns weiter alle Missstände bei den hygienischen Bedingungen zu melden. Sie tun das nicht umsonst! Wir kümmern uns gemeinsam darum, dass sich die Situation spürbar und nachhaltig verbessert.

Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL):

Die mittelständischen Transportunternehmen und die dort beschäftigten Lkw-Fahrer sorgen jeden Tag für die Versorgung unserer Gesellschaft. Hierfür ist es absolut notwendig, dass das Lkw-Fahrpersonal auch selbst gut versorgt wird. Dazu gehört in erster Linie ein uneingeschränkter Zugang zu sanitären Anlagen. Da dies bedauerlicherweise nicht überall selbstverständlich ist, möchten wir mit der gemeinsamen Initiative #LogistikHilft und vielen Unterstützern aus der Branche kurzfristig und unbürokratisch helfen

Sofortmaßnahmen:

Kurzfristig für die Hochphase der Corona-Krise wird die Initiative #LogistikHilft dort Dusch- und WC-Container aufstellen, wo zurzeit keine Waschgelegenheiten vorhanden sind. Auch Atemschutzmasken, Wasch-, Dusch- und Desinfektionsmittel sollen beschafft werden.

Eine Reihe von Standorten wurde bisher identifiziert, an denen Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer Zugang zu sanitären Anlagen benötigen – dazu zählen Be- und Entladestellen, Logistikzentren, Containerterminals und Umschlagbahnhöfe sowie unbewirtschaftete Rastanlagen an Bundesfernstraßen. Während der Sofortmaßnahme haben die betroffenen Unternehmen Zeit, eine dauerhafte Lösung zu finden, z.B. durch Umbauten oder Dauer-Miete der Sanitär-Container.

Zugleich appelliert die Initiative #LogistikHilft an die Logistikwirtschaft, bestehende Ressourcen optimal zu nutzen und den Zugang zu sanitären Einrichtungen an allen Be- und Entladestellen zu gewährleisten. SaniStop, die Hygiene-Aktion des Vereins „DocStop für Europäer“, wird die gemeldeten Standorte auf einer Übersichtskarte auf ihrer Website anzeigen.

Zur Initiative #LogistikHilft:

#LogistikHilft ist eine gemeinsame Initiative des BMVI, des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Logistics Alliance Germany (LAG), des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) und von „DocStop für Europäer“. Der gemeinnützige Verein „DocStop für Europäer e.V.“ will die medizinische Versorgung für Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Lkw auf den transeuropäischen Verkehrswegen verbessern.

Schirmherren der Initiative #LogistikHilft sind Bundesminister Andreas Scheuer und der Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger.

Ziel der Initiative ist es, faire und angemessene Arbeitsbedingungen für all jene zu schaffen, die durch ihre Arbeit im Transport- und Logistikbereich die Versorgung in Deutschland sicherstellen. Nicht nur in Zeiten der Corona-Krise, sondern auch langfristig – gerade mit Blick auf die Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer. Eingebunden werden u.a. Handel, Industrie und Logistik sowie Betreiber von Parkplätzen, Rast- und Autohöfen.

Finanziert wird die Initiative durch Geld- und Sachspenden. Ein Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Mittel und überwacht deren bestimmungsgemäße Verwendung. Es tagt unter dem Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs Steffen Bilger und setzt sich zusammen aus Vertretern des BGL und der Erst-Unterstützer.

Was tut das BMVI außerdem, um die Situation der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer zu verbessern?

Das BMVI arbeitet intensiv daran, eine stabile Grundversorgung sicherzustellen. Gerade in Zeiten der Krise beweist sich, wie wichtig die Transport- und Logistikwirtschaft für Deutschland ist. Daher hat das BMVI auch die Situation der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer fest im Blick - egal ob auf Rastanlagen, Autohöfen oder in Logistikzentren. Denn es gilt: Nur wenn die Menschen hinterm Steuer gut ausgeruht und versorgt sind, können sie ihre Fahrt gesund, sicher und erholt fortsetzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, steht das BMVI im Gespräch mit vielen Akteuren:

  • Im März 2020 hat die Länder gebeten, in ihrem Zuständigkeitsbereich die WC-Anlagen auf unbewirtschafteten Rastanlagen täglich durchgehend offen zu halten und ggf. die Reinigungsintervalle zu erhöhen. Ergänzend haben die Länder vielfach eigene Initiativen ergriffen, um die Situation der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer zu verbessern.
  • Bundesminister Andreas Scheuer steht zudem im ständigen Austausch mit den privaten Betreibern der bewirtschafteten Raststätten. Seit dem 15. Juni 2020 sind die Sanitäranlagen von SANIFAIR für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer, deren Auftraggeber im BGL organisiert sind, mithilfe einer Chipkarte kostenfrei zugänglich - inklusive der Fernfahrerduschen. Diese Vereinbarung wird bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Außerdem hat Tank & Rast eine bundesweite "Brummi-Hotline" eingerichtet, Telefon: 0800 9 555 777. Auch die Versorgung mit Speisen ist sichergestellt: Seit März 2020 wurde das Angebot an warmen Mitnahmegerichten erweitert. Seit dem 15. Juni 2020 sind zudem wieder an allen Standorten die Restaurantbereiche geöffnet.
  • Das BMVI steht ebenso mit der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA) in Kontakt, um die Betreiber der Autohöfe bei der Versorgung der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer zu unterstützen. Seit Lockerung der Regelungen für die Gastronomiebetriebe werden auch hier die Gasträume wieder eröffnet.
  • Nicht nur unterwegs, auch an den Start- und Zielorten muss die Versorgung gewährleistet sein. Nicht an allen Be- und Entladestellen sowie in Logistikzentren haben die Fahrerinnen und Fahrer Zugang zu sanitären Anlagen. Hier setzt die Initiative #LogistikHilft an (wie unter dem Stichpunkt "Sofortmaßnahmen" beschrieben).

Flankiert wird die Initiative von #LogistikHilft außerdem durch eine Sofortmaßnahme des Bundes: Das BMVI hat im April 2020 das Sofortprogramm "Duschcontainer für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer auf Autobahnrastanlagen" gestartet.

Während der Hochphase der Corona-Pandemie stellt das BMVI zusätzliche Duschcontainer auf starkfrequentierten Autobahnrastanlagen auf. In einer ersten Aufbaustufe wurden Standorte für insgesamt 19 Container ausgewählt. Die Container werden in Auftragsverwaltung von den Straßenbaubehörden der Länder angemietet, aufgestellt und betrieben. Die Kosten des Programms trägt der Bund als Baulastträger.

Die erste Pilotanlage wurde am 16.04.2020 an der PWC-Anlage Höllberg Nord an der A 8 zwischen Stuttgart und Pforzheim in Baden-Württemberg durch den Parlamentarischen Staatssekretär und Koordinator für Güterverkehr und Logistik, Steffen Bilger, installiert. Hier wurden Erfahrungswerte für den bundesweiten Roll-out gesammelt.

Mittlerweile wurden auch alle weiteren Container installiert: in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen und Thüringen.

Weitere Informationen:

Mail: Logistikhilft@bgl-ev.de
Website: https://www.logistik-hilft.de/

Hilfskonto:

Empfänger: DocStop e.V.
Kreissparkasse Steinfurt
IBAN: DE80 4035 1060 0073 1743 44
Betreff: LogistikHilft

Weitere Informationen für Beschäftigte und Unternehmen in der Logistik finden Sie hier.

Danke an alle Lkw-Fahrer

Bundesminister Scheuer:

Liebe Lkw-Fahrer, ihr leistet Außergewöhnliches! Für eure harte Arbeit möchte ich euch DANKE sagen. Ihr sorgt für unsere stabile Grundversorgung.