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Ahrtal-Bahn

Quelle: DB AG

Bundesminister Andreas Scheuer hat am 08. November 2021 an der Verkehrsfreigabe der wiederhergestellten Teilstrecke Remagen-Ahrweiler teilgenommen.

Andreas Scheuer:

Schritt für Schritt, Strecke für Strecke, Hoffnung und Signal zugleich. Ab Montag ist Ahrweiler wieder etwas besser angebunden. Ab nächsten Monat geht dann auch die Strecke nach Walporzheim wieder in Betrieb. Angesichts der Schwere der Schäden kommen wir gut voran. Wir werden zwar noch längere Zeit mit den Langfristfolgen dieser Flutkatastrophe zu kämpfen haben, aber ich versichere Ihnen, dass wir in unserem Engagement beim Wiederaufbau der Infrastruktur nicht nachlassen werden. Die notwendigen Gelder stehen bereit, die Arbeiten laufen mit Hochdruck. Ich danke allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz.

Zur Ahrtalbahn:

Wiederbefahrbarkeit: Ab dem 08.11.2021 ist die Strecke zwischen Remagen und Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder eingleisig befahrbar (Halbstundentakt je Richtung ohne Haltepunkt in Heimersheim). Bis zum 12.12.2021 soll die Befahrbarkeit bis Walporzheim ausgeweitet werden. Im Sommer 2023 wird die Strecke dann nach aktueller Planung wieder zweigleisig befahrbar sein. Für die Instandsetzung des Streckenabschnitts zwischen Remagen und Ahrweiler hat die DB insgesamt 4.200 Tonnen Kies sowie 7.800 Tonnen Schotter verbaut. Zudem mussten fünf Kilometer Kabel, ein Kilometer Schiene, 1.500 Schwellen sowie zwei Bahnübergänge erneuert werden

Klimafreundlicher Ausbau: Bei der Wiederherstellung der Strecke werden planerische und bauliche Synergieeffekte genutzt, um die Strecke klimafreundlich auszubauen: z. B. Elektrifizierung, Ladeinfrastruktur für alternative Antriebe von Zügen. Nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) ist eine anteilige Finanzierung von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten des klimafreundlichen Ausbaus mit Bundesmitteln möglich, sofern die entsprechenden Fördervoraussetzungen erfüllt sind und das Land die Förderung beantragt. Die Gespräche zwischen Bund und Land dazu laufen.

Allgemeiner Überblick:

Gesamtschaden: Rund 1.300 Mio. Euro: Das Hochwasser hat Anlagen der Schieneninfrastruktur der Eisenbahnen des Bundes stark beschädigt oder zerstört. Der Gesamtschaden (Schienenstrecken / Verkehrsstationen / Energieanlagen) wird durch die DB AG in Summe auf rund 1.300 Mio. Euro geschätzt, davon entfallen allein rund 570 Mio. Euro auf Rheinland-Pfalz. Die Ermittlung des Gesamtschadens ist nahezu abgeschlossen.

Schneller Wiederaufbau: Der Wiederaufbau soll schnellstmöglich erfolgen, damit in die betroffenen Regionen ein "Stück Normalität" zurückkehrt. Insofern konzentriert sich der Wiederaufbau der Infrastruktur grundsätzlich auf einen 1:1-Ersatz der Anlagen auf dem Stand der Technik. Zudem sind Regelungen getroffen worden, die Planrechtsverfahren weitestgehend vermeiden und Erleichterungen von den vereinbarten Vergaberegelungen vorsehen.

Wiederinbetriebnahme der Strecken: Von den vom Hochwasser ursprünglich gesperrten Streckenkilometern sind bereits über 70 % wieder befahrbar. Bis Ende des Jahres soll die Quote auf 80 % ansteigen.

Zerstörte Strecken: Eine vollständige Wiederherstellung der Befahrbarkeit stark zerstörter Schienenstrecken (unter anderem auch die Ahrtalbahn / Remagen - Ahrweiler - Ahrbrück) wird erst in den kommenden Jahren möglich sein, da ganze Streckenteile weggespült und Brücken/Stützbauwerke oder die Leit- und Sicherungstechnik stark beschädigt oder komplett zerstört worden sind. Faktisch handelt es sich bei der Wiederherstellung um einen Neubau.

Finanzierung des Wiederaufbaus: Die Finanzierung des Wiederaufbaus der Schieneninfrastruktur erfolgt im Rahmen des neu geschaffenen Aufbauhilfefonds (Gesamtvolumen 30 Mrd. Euro).