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Eine Drohne überfliegt eine schneebedeckte Landschaft

Quelle: Unsplash

Der Mobilfunkstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft. Durch die Echtzeitfähigkeit, die Sicherstellung der Datenübertragung und die erhöhte Bandbreite nimmt 5G eine wichtige Rolle für das maschinelle Lernen und die künstliche Intelligenz in kabellosen Übertragungsszenarien ein. Gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen erhält das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Förderbescheid in Höhe von etwa 12 Mio. Euro für den Aufbau eines offenen 5G-Reallabors in der Region Braunschweig-Wolfsburg. Der Bescheid wurde am 5. Dezember 2019 vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, in Berlin übergeben.

5G ist weit mehr als nur schnelles Internet – es ist der Schlüssel zur Zukunft. Kapazität, Konnektivität und Echtzeit sind hier die Zauberwörter. Ein Beispiel: Ein autonomes Fahrzeug wird etwa ein Gigabyte Daten benötigen und zwar pro Minute. Zum Vergleich: Für eine Minute Video in Full HD auf dem Smartphone benötigt man etwa 30 Megabyte. Die Fahrzeuge müssen zudem mit intelligenten Verkehrsleitsystemen kommunizieren − 5G erlaubt die Einbindung von bis zu einer Million internetgesteuerter Dinge im Umkreis von einem Kilometer. Und das Ganze nutzt Ihnen als Mitfahrer nichts, wenn das Fahrzeug nicht auch in Echtzeit bremst. Die geförderten Projekte in der Region Braunschweig-Wolfsburg zeigen, wie 5G unser Leben verändern und vielleicht sogar Leben retten wird. Etwa wenn Autos künftig automatisch eine Rettungsgasse bilden und eine Drohne den Einsatzkräften noch vor ihrem Eintreffen Informationen über die Situation am Unfallort liefert, sagt Bundesminister Andreas Scheuer.

Gruppenfoto: Bundesminister Andreas Scheuer präsentiert die Förderung

Quelle: BMVI


„Die Förderung des 5G-Reallabors ermöglicht uns, in der Gebietskulisse Braunschweig-Wolfsburg das gesamte Spektrum aktueller Kommunikationstechnologien mit hohem Praxisbezug und hoher Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger voranzutreiben“, freut sich Prof. Dr. Katharina Seifert, Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. Sie nahm den Förderbescheid stellvertretend für das Konsortium entgegen. „Wir streben eine enge Integration der nun neu entstehenden Möglichkeiten mit unseren in Niedersachsen bereits bestehenden Infrastrukturen und Plattformen an. Dadurch werden diese auch über die Mobilwirtschaft hinaus wirksam.“

Im Schwerpunktbereich Mobilität untersucht das DLR drei Anwendungsfälle: Straße, Schiene und Luft. Das Institut für Verkehrssystemtechnik erforscht dabei für den Schienenverkehr einen ferngesteuerten Bahnbetrieb über 5G. Im Straßenverkehr wird die Rettungsmobilität mit Unterstützung durch eine harmonisierte Ampelschaltung sowie die Bildung einer Rettungsgasse mit vernetzten und automatisierten Fahrzeugen optimiert. Auch unbemannte Luftfahrzeuge spielen in dem neuen 5G-Reallabor eine Rolle. Hier arbeiten die DLR-Institute für Flugführung, für Verkehrssystemtechnik und für Flugsystemtechnik an der Integration von Drohnen in den Luftraum. Die Fernsteuerung von Rettungsdrohnen über 5G unterstützt die Aufklärung und Absicherung von Unfallstellen in Vernetzung mit dem Straßenverkehr.

Die im Reallabor erarbeiteten Ergebnisse können später in die bestehenden Testfelder Anwendungsplattform intelligente Mobilität (AIM) und das Testfeld Niedersachsen integriert werden. Dafür werden sowohl eine 5G-spezifische Serviceplattform als auch ergänzende Dienste und Services erforscht und entwickelt.

Die Forschungsvorhaben starten noch 2019 und werden Ende 2022 abgeschlossen sein. Unterstützt wird das 5G-Reallabor vom Land Niedersachsen, dem Amt für regionale Landesentwicklung, den Städten Braunschweig und Wolfsburg sowie der Volkswagen AG.