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Luftaufnahme von Lkw-Parkplätzen

Quelle: Unsplash

Gute Nachrichten für Lkw-Fahrer: Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, will die Lkw-Parkplatzsituation an Bundesautobahnen verbessern. Das BMVI hat einen 5-Punkte-Plan erarbeitet, damit Lkw-Fahrer nachts einen Stellplatz finden.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Unsere Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer sorgen dafür, dass Handel und Wirtschaft in Deutschland in Bewegung bleiben. Sie sind jedes Jahr Zehntausende Kilometer auf den Autobahnen unterwegs. Das ist ein anstrengender Job – und macht erholsame Pausen umso wichtiger. Wir schaffen moderne, digitale Parkleitsysteme, um vorhandenen Platz bestmöglich zu nutzen. Und investieren gezielt in den Ausbau von Stellplätzen – erstmals auch auf Autohöfen und in Gewerbegebieten.

Hintergrund ist eine bundesweite Erhebung zur Lkw-Parksituation. Fast 2200 Standorte wurden im April 2018 erfasst – in erster Linie bewirtschaftete und unbewirtschaftete Rastanlagen sowie die 224 privat betriebenen Autohöfe. Dort wurden die vorhandenen Lkw-Abstellmöglichkeiten und die Zahl der nachts tatsächlich geparkten Lkw gezählt.

Das Ergebnis: Seit 2008 ist die Zahl der Lkw-Abstellmöglichkeiten um 31 Prozent von 53.900 auf 70.800 gestiegen. Aber: Dank des Wirtschaftsbooms ist auch der Lkw-Verkehr gewachsen. Gezählt wurden  94.100 Lkw . Das sind 38 Prozent mehr als 2008.

Das Bundesverkehrsministerium hat den Bedarf erkannt – und investiert. In den vergangenen 12 Jahren sind bereits mehr als 1,2 Milliarden Euro in den Bau neuer Lkw-Parkmöglichkeiten geflossen. Auch 2020 sind 100 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingeplant.

Bundesminister Scheuer legt nun noch eine Schippe oben drauf. Sein 5-Punkte-Plan sieht vor:

1. Neue Lkw-Parkmöglichkeiten auf den Rastanlagen des Bundes schaffen.

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  • Das BMVI hat in den letzten 12 Jahren mehr als 1,2 Milliarde Euro aus dem Bundeshaushalt in neue Lkw-Parkmöglichkeiten investiert.
  • Allein im Jahr 2020 sind 100 Millionen Euro für den Bau von Rastanlagen an Bundesautobahnen eingeplant. Diese Summe umfasst alle Baukosten der Verkehrsanlagen, u.a. auch Erdarbeiten, Beleuchtung und Lärmschutzmaßnahmen.
  • 2020 wird das BMVI gemeinsam mit den Auftragsverwaltungen der Länder die Fortschreibung des Netzkonzeptes für Lkw-Parken beginnen.

2. Verstärkter Einsatz telematischer Parkverfahren (Kolonnen- und Kompaktparken).

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  • Durch den Einsatz des telematischen Kolonnen- und Kompaktparkens können Lkw auf vorhandenen Flächen verdichtet parken. Somit kann im Idealfall bereits vorhandener Lkw-Parkraum um bis zu 50 Prozent gesteigert werden – bei gleichem Flächenverbrauch.

    • Im Rahmen der Fortschreibung der Netzkonzepte im Jahr 2020 wird das BMVI gemeinsam mit den Ländern den breiteren Einsatz telematischer Parkverfahren prüfen.
    • Erste Anlagen telematischer Parkverfahren sind bereits erfolgreich in Bayern und Rheinland-Pfalz in Betrieb, weitere Projekte sind in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland in Planung bzw. in Bauvorbereitung und werden sukzessive in Bau gehen.

3. Reduzierung des Lkw-Parksuchverkehrs durch den Einsatz von Parkleitsystemen.

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  • Bundeseinheitliches Parkleitsystem: Bisher liegen nur für einzelne Rastanlagen Informationen über freie Parkkapazitäten vor. Der Einsatz von Parkleitsystemen (digital oder infrastrukturell) kann Parksuchverkehre vermeiden und zielgerichtet freie Kapazitäten anzeigen. Damit wird auch die Sicherheit verbessert, Parksuchverkehre werden reduziert.

    • Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellt unter enger Begleitung einer Bund/Länder Arbeitsgruppe auf Initiative und im Auftrag des BMVI ein „Konzept für ein bundeseinheitliches Lkw-Parkleitsystem (PLS) auf Autobahnen.
  • Steuerung der Parknachfrage: Im Rahmen des bestehenden mFUND-Projekts „ITP – Intelligent Truck Parking“ wird die Vernetzung aller derzeit verfügbaren digitalen Informationen (Rastanlagen, Autohöfe, private Anbieter von Lkw-Parkständen, Kommunen etc.) vorangetrieben. Weitergehende Informationen zum Projekt sind hier abrufbar: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/DG/mfund-projekte/lkw-parken-als-europaeischer-datendienst-mfund-itp.html.

4. Optimierte Nutzung des vorhandenen Lkw-Parkraums.

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  • Beispiel I: Verstärkte Mischnutzung Pkw-Lkw: Pkw-Fahrer rasten überwiegend tagsüber, Lkw-Fahrer überwiegend nachts. Durch die Freigabe der Pkw-Stellflächen für Lkw in den Nachtstunden kann zusätzlicher Lkw-Parkraum nachts geschaffen werden.
  • Beispiel II: Ausnutzung von verfügbaren Flächenressourcen auf Rastanlagen: Die bisher vorgegebene Obergrenze von 50 Lkw-Parkständen für unbewirtschaftete Rastanlagen wurde aufgehoben.

5. Prüfung neuer Parkraummodelle in Autobahnnähe.

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  • Bislang werden neben der Bundesautobahn Lkw-Stellplätze in Gewerbegebieten von privaten Investoren gebaut und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben (Autohöfe). Ein wichtiger Baustein zur Lösung der Lkw-Parkplatzproblematik kann die finanzielle Förderung von privaten Investitionen sein. Das BMVI arbeitet gegenwärtig an einer Förderrichtlinie für Lkw-Stellplätze im Nahbereich von Autobahn-Anschlussstellen insbesondere im Bereich von Industrie- und Gewerbegebieten. 

 

Konkret bedeutet das: Es werden nicht nur neue Lkw-Plätze auf den staatlichen Rastanlagen an den Autobahnen gebaut. Erstmals soll es auch Fördergelder für private Investoren geben, die Stellplätze neben der Autobahn, z.B. in Gewerbegebieten schaffen wollen. Eine entsprechende Förderrichtlinie ist aktuell im Bundesverkehrsministerium in Arbeit. 

Eine weitere Idee, die bereits erprobt wird: Mit modernen Parkleitsystemen sollen Brummifahrer frühzeitig erfahren, wo Plätze frei sind. Und dann vor Ort dank Telematikanlagen verdichtet parken, indem sie ihre Lkw entsprechend der Abfahrtszeit hintereinander abstellen. Auf gleicher Fläche finden damit bis zu 50 Prozent mehr Lkw Platz.

Bundesminister Scheuer gibt sich entschlossen:

Nur wenn Lastwagenfahrer gut ausgeruht und versorgt sind, können sie ihre Tour sicher und erholt fortsetzen.