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Eine Brücke

Quelle: BMVI

Deutschland hat eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Um dies auch für die Zukunft zu garantieren, startet Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, jetzt das Sonderprogramm „Brücken-Link“.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Brücken verbinden. Über Flüsse, Täler und Landesgrenzen hinweg, von Mensch zu Mensch. In Deutschland gibt es alleine im Zuge der Autobahnen und Bundesstraßen fast 40.000 solcher Bauwerke. Umso wichtiger ist, dass sie in einem guten und leistungsfähigen Zustand sind und bleiben. Mit unserer Strategie und dem Brückenmodernisierungsprogramm haben wir bereits einen wichtigen Schritt getan. Nun satteln wir noch oben auf: Mit dem Sonderprogramm ‚Brücken-Link‘ beschleunigen wir die Arbeiten auf besonders wichtigen, hochbelasteten Streckenabschnitten. Dies wird vor allem auch möglich, weil wir mit der Autobahn GmbH jetzt eine bundesweite Gesellschaft haben, bei der künftig alles in einer Hand liegt. Wir machen nicht mehr an Ländergrenzen halt! Bis 2026 investieren wir mehr als 2 Milliarden Euro. Das ist gut angelegtes Geld. Für die Menschen. Für die Wirtschaft. Für die Zukunft.

Zum Sonderprogramm „Brücken-Link“:

Deutschland ist ein Land der Brücken: Fast 40.000 gibt es im Netz der Bundesfernstraßen. Sofern eine Brücke für jede Richtungsfahrbahn ein separates Bauwerk hat, besteht diese Brücke aus zwei Teilbauwerken, so dass sich insgesamt sogar fast 52.000 Brücken-Teilbauwerke zählen lassen.

Das neue Sonderprogramm „Brücken-Link“ setzt auf dem „Brückenmodernisierungsprogramm“ des BMVI auf (mehr zum „Brückenmodernisierungsprogramm“ weiter unten). Der Begriff „Link“ steht im Englischen für „Verbindung“. In diesem Fall geht es jedoch nicht nur um die einzelne Brücke, sondern um großräumige Verbindungen und Abschnitte im Autobahnnetz, die Regionen und Metropolen wirksam und spürbar miteinander verknüpfen.

Das Sonderprogramm sorgt dafür, dass einzelne Strecken aus dem Brückenmodernisierungsnetz in den kommenden Jahren zielgerichteter in Angriff genommen werden. Die Autobahn GmbH des Bundes kann diese Aufgabe über Ländergrenzen hinweg gezielt und gebündelt angehen.

Bei den Strecken handelt es sich um Abschnitte, die besonders wichtig und stark befahren sind. Diese wurden gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes u.a. mit Blick auf Bauwerkszustand, Brückencharakteristika und Verkehrsbelastung ermittelt. Die Autobahn GmbH hatte zuvor eine systematische Analyse durchgeführt. Auch bereits laufende oder demnächst startende Bauprojekte wurden berücksichtigt.

Bis zum Jahr 2026 sollen fünf Streckenabschnitte mit insgesamt 515 Brücken-Teilbauwerken modernisiert werden:

A 1:

  • Streckenabschnitt AS Osnabrück Hafen bis AS Ascheberg
    (114 Brückenteilbauwerke, 6-streifiger Ausbau)
  • Streckenabschnitt AK Kamener Kreuz bis AS Wuppertal – Langerfeld
    (157 Brückenteilbauwerke, teilw. 6-streifiger Ausbau)

A 3:

  • Streckenabschnitt AK Frankfurt bis AS Aschaffenburg-Ost
    (84 Brückenteilbauwerke, teilw. 6/8-streifiger Ausbau)
  • Streckenabschnitt AK Fürth/Erlangen bis AS Rosenhof
    (170 Brückenteilbauwerke, teilw. 6-streifiger Ausbau)

A 7:

  • Streckenabschnitt AD Hattenbach bis AK Biebelried
    (152 Brückenteilbauwerke, 6-streifiger Ausbau)

Das Fünf-Jahres-Programm soll noch dieses Jahr mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro (netto) starten. Enthalten sind hierbei die Kosten für die Ersatzneubauten und Rückbau der alten Bestandsbauwerke. Die Kosten für zu beauftragende Ingenieurleistungen Dritter werden auf circa 500 Millionen Euro geschätzt und extra abgerechnet.

Die Autobahn GmbH des Bundes hat hierfür eigens eine Brücken-Task-Force eingerichtet. Diese steuert zentral die Abarbeitung und organisiert in Zusammenarbeit mit dem Bund das Controlling.

Grundsätzliches zum Thema Brückenmodernisierung:

Die Bundesautobahnen und Bundesstraßen in Bundesverwaltung (Berlin, Bremen und Hamburg) werden seit dem 01.01.2021 von der Autobahn GmbH des Bundes, die sonstigen Bundesstraßen von den Ländern im Auftrag des Bundes verwaltet. Dies umfasst auch die Brücken. Bauwerksprüfingenieure sorgen mit regelmäßiger Überwachung und Prüfung dafür, dass die Brücken stand- und verkehrssicher bleiben. Auf dieser Grundlage werden Brücken fortlaufend erhalten.

In den vergangenen Jahrzehnten hat jedoch das Verkehrsaufkommen – insbesondere der Schwerverkehr – stark zugenommen. Zugleich erreichen speziell in Westdeutschland viele Brücken das Ende ihres Lebenszyklus. Daher sind umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen zur Verbesserung des Zustandes und Erhöhung der Tragfähigkeit notwendig.

Bereits 2015 hat das BMVI das „Brückenmodernisierungsprogramm“ eingeführt. Ziel des Programms ist, das Autobahnnetz systematisch, zielgerichtet und schnell für die Zukunft herzurichten. Hierbei sollen größere Maßnahmen (Bauvolumen mehr als 5 Millionen Euro) wegen der längeren Planungszyklen besonders beschleunigt werden.

Mit dem Programm wurden sukzessive zahlreiche Neuerungen eingeführt, zum Beispiel:

  • der Traglastindex (auch bekannt als „Brücken-TÜV“), der ein noch genaueres Bild über die Leistungsfähigkeit einer Brücke ermöglicht,
  • das Brückenmodernisierungsnetz, das durchgängige Autobahnstrecken definiert, die vorrangig behandelt werden sollen,
  • ein neues Priorisierungstool, mit dem der Zeitpunkt für bauliche Maßnahmen optimiert wird und
  • aktuelle technische Regelwerke, die die Bauwerke auf den neuesten Stand der Technik bringen.

Insgesamt hat BMVI in den letzten fünf Jahren die Investitionen in die Erhaltung der Bundesfernstraßen aufgestockt: Für das Jahr 2021 stehen 4,5 Milliarden Euro Erhaltungsmittel bereit, im Jahr 2022 sind es laut Haushaltsentwurf 4,4 Milliarden Euro. Davon fließen in die Brückenerhaltung im Jahr 2021 rund 1,57 Milliarden Euro, im Jahr 2022 rund 1,64 Milliarden Euro und 2023 rund 1,62 Milliarden Euro.

In der neuen Finanzplanung bis 2025 sind folgende Haushaltsansätze für das Brückenmodernisierungsprogramm vorgesehen:

Haushaltsjahr20212022202320242025
Haushaltsmittel (Mio. €)855950959959959

Die Zuordnung der Mittel erfolgt fortlaufend und bedarfsgerecht. Grundsätzlich gilt, dass jede Maßnahme, die Baurecht erhält, auch finanziert wird.