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Bundesminister Andreas Scheuer:

Wir wollen noch mehr Schutz im Straßenverkehr - vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Mit 1,7 Millionen Euro fördern wir jetzt ein Pilotprojekt mit großer Wirkung: Darmstadt testet in der Praxis, wie Straßenkreuzungen für alle Verkehrsteilnehmer - Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer - sicherer gemacht werden können. Die sicherste Lösung soll dann gebaut werden. Den Umbau zur geschützten Kreuzung fördern wir gleich mit. Die Ergebnisse aus Darmstadt sollen auch anderen Kommunen helfen, ihre Kreuzungen sicherer umzubauen.

Zum Projekt:

  • Das BMVI fördert mit rund 1,7 Mio. Euro den Umbau der Kreuzung an der Landgraf-Georg-Straße zu einer sogenannten „geschützten Kreuzung“.
  • Das Vorhaben schließt an das vom BMVI geförderte Forschungsprojekt der Hochschule Darmstadt University of Applied Sciences an, in dem unterschiedliche Varianten von geschützten Kreuzungen nach niederländischem Vorbild untersucht werden.

    • Dabei wird erforscht, welches Kreuzungsdesign sich mit dem Verkehrsverhalten, der Akzeptanz der Verkehrsteilnehmenden und der Deutschen Planungspraxis am besten vereinbaren lässt.
    • Das Forschungsprojekt läuft über das Programm zur Förderung nicht investiver Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) bis zum 30.11.2023 und wird mit rund 150.000 Euro gefördert.
  • Nun sollen verschiedene Kreuzungsvarianten aufgebaut und in mehreren Praxistests evaluiert werden. Die University of Applied Sciences Damstadt wertet die gewonnenen Erkenntnisse aus. Das barrierefreie Design soll dabei die Bedürfnisse und Sicherheit des Radverkehrs, Fußverkehrs und KfZ-Verkehrs berücksichtigen.
  • Die Kreuzung an der Landgraf-Georg-Straße wird anschließend nach dem als optimal identifizierten Kreuzungsdesign dauerhaft umgebaut.
  • Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen zudem in einen Leitfaden mit Musterlösungen, der es Kommunen ermöglichen soll, das Kreuzungsdesign vor Ort nachzubauen.
  • Das gesamte Projekt soll bis Ende 2024 fertiggestellt sein.

Zum Konzept der „geschützten Kreuzung“

Die sogenannte „geschützte Kreuzung“ wird in den Niederlanden häufig zur Vermeidung von Konflikten zwischen Radfahrern und dem Pkw-Verkehr an Kreuzungspunkten gewählt. Bei diesem Modell wird der Radverkehr mit Hilfe von baulichen Maßnahmen, zum Beispiel durch Verkehrsinseln oder Poller, vom Pkw-Verkehr getrennt. Das soll insbesondere Abbiegeunfälle zwischen rechtsabbiegenden Pkw und geradeausfahrenden Radfahrern verhindern. Für dieses Kreuzungsmodell existieren mehrere Umsetzungsvarianten – insbesondere für die Einbindung des Fußverkehrs gibt es noch keine Musterlösung.

Zum Förderprogramm:

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesverkehrsministeriums für innovative Modellprojekte im Radverkehr gefördert. Für das Förderprogramm stellt das BMVI von 2020 bis 2026 insgesamt rund 170 Mio. Euro zur Verfügung.

Seit dem Förderaufruf 2019 sind etwa 150 Interessenbekundungen eingegangen. Davon wurden bisher 39 Vorhaben als grundsätzlich förderwürdig bewertet. Neben der Warnowbrücke in Rostock, fördert das BMVI z.B. bereits den Umbau des „Ballindamm“ in Hamburg sowie die Planung einer Radvorrangroute in Nordrhein-Westfalen zwischen Düren und Jülich.

Bei diesem Programm werden Projekte gefördert,

  • die zur Verbesserung der Verhältnisse für den Radverkehr beitragen, etwa durch richtungsweisende infrastrukturelle Bauwerke, wie Fahrradbrücken, Unterführungen, vollautomatische Fahrradparkhäuser oder fahrradgerechte Kreuzungslösungen an großen Knotenpunkten

und/oder

  • die eine nachhaltige Mobilität durch den Radverkehr sichern, etwa durch urbane oder quartiersbezogene Mobilitätskonzepte und -maßnahmen zum Radverkehr einschließlich seiner Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln und dem Fußverkehr.
    Gefördert werden die Planung sowie die bauliche Umsetzung von Hoch- und Tiefbaumaßnahmen. Die Projekte sollen Erkenntnisse aus der Praxis, aber auch Ideen und Konzepte für weitere Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs liefern und damit bundesweit Strahlkraft entfalten.