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Elektrofahrrad (Pedelec) für Damen und Herren

Quelle: BMVI

Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) ist die Strategie der Bundesregierung zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. Im NRVP enthalten sind Leitbilder, Themenschwerpunkte und konkrete Ziele, die Bund, Länder und Kommunen sowie weitere Akteure innerhalb ihrer Zuständigkeiten verfolgen.

Bis einschließlich 2020 gilt der aktuelle NRVP – Zeit, bereits nach vorne zu blicken und den nächsten Radverkehrsplan zu entwickeln.

Bis zum 30. Juni 2019 haben wir Ihre Ideen, Wünsche und Anregungen rund um das Thema Radverkehr unter zukunft-radverkehr.bmvi.de gesammelt. Die Online-Bürgerbeteiligung ist nun abgeschlossen.


Der Prozess zum NRVP 3.0

Prozessgrafik NRVK 2019-2021

Quelle: BMVI

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Andreas Scheuer, Bundesminister

Quelle: http://www.andreas-scheuer.de/presse/

2.220 Ideen, Anregungen und Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland und über 26.000 Bewertungen - herzlichen Dank für Ihre Beteiligung und Ihren Input! Die Auswertung zeigt: Lückenlose Infrastruktur und das Fahrradpendeln sind Ihre wichtigsten Zukunftsthemen. Wir haben Ihre Beiträge sorgfältig ausgewertet, jetzt nehmen wir sie mit in den anstehenden Fachdialog mit den Expertinnen und Experten und dann in den Aufstellungsprozess zum Nationalen Radverkehrsplan.

Statistik zur Auswertung der Leitziele

Quelle: BMVI

Die Leitziele des NRVP 3.0

Leitziel: Lückenloser Radverkehr in Deutschland

Eine zum Radfahren motivierende Infrastruktur ist in allen Regionen der entscheidende Schlüssel für die Höhe des Radverkehrsanteils und wird von den Radfahrenden immer stärker eingefordert. Durch eine sichere und attraktive Infrastruktur – bestehend aus gut ausgebauten Radwegen und Kreuzungen sowie Park-Infrastruktur und Sharing-Systemen – werden die umfassenden Potenziale des Radverkehrs genutzt, Konflikte unter den Verkehrsteilnehmern verringert und das Verkehrssystem als Ganzes optimiert.

Leitziel: Deutschland wird Fahrrad-Pendlerland

Das Fahrrad wird das Verkehrsmittel der Wahl im Berufsverkehr. Sowohl der tägliche Arbeitsweg als auch Dienstwege während der Arbeitszeit werden bevorzugt mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Leitziel: Das Fahrrad im Zentrum moderner Mobilitätssysteme

Durch schlanke Prozesse und effektive Förderungen in Politik und Planung wird Radverkehr als zentraler Bestandteil nachhaltiger Mobilität ambitioniert vorangetrieben. Gesellschaft und Fachakteure werden aktiv in den Prozess eingebunden und so bedarfsgerechte Lösungen erarbeitet.

Leitziel: Radverkehr erobert Stadt und Land

Durch attraktive öffentliche Räume mit passenden Angeboten für den Radverkehr in der Stadt und auf dem Land werden Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert und Bewohnerinnen und Bewohner zur aktiven Bewegung motiviert. So entstehen lebendige und attraktive Städte und Regionen.

Leitziel: Vision Zero im Radverkehr

Alle Altersgruppen, von Kindern bis Senioren, sollen in Deutschland sicher Fahrrad fahren. Das zeigt sich sowohl in der objektiven Sicherheit als auch durch das subjektive Sicherheitsempfinden. Alltagstauglichkeit und individueller Spaß am Radfahren werden ebenso gestärkt wie die Bedeutung des Fahrrads als alltägliches Verkehrsmittel.

Leitziel: Urbaner Lastenverkehr wird Radverkehr

Intelligente City-Logistik bedeutet eine immer stärkere Einbeziehung des Fahrrads. Das (Lasten-) Fahrrad schöpft seine Potenziale in der Lieferkette voll aus und sorgt für eine emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile.

Leitziel: Deutschland wird Fahrradstandort

Das Image sowie das Wissen über das Fahrrad und den Radverkehr werden sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachöffentlichkeit konsequent verbessert. Daraus entstehen Innovations- und Wirtschaftspotenziale, die konsequent genutzt und gefördert werden.

Leitziel: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt

Digitalisierung treibt Innovation – auch im Radverkehr. Daten ermöglichen eine passgenaue Planung von Infrastruktur und Verkehrssteuerung, optimieren die Vernetzung zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten und machen Radfahren schneller, sicherer und attraktiver.

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung werden im anstehenden Fachdialog, dem sogenannten Dialogforum, aufgegriffen und fließen anschließend in den Erstellungsprozess des neuen NRVP 3.0 ein.

Radfahren schützt das Klima und die Umwelt

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Der Radverkehr stellt einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Darüber hinaus liefert er mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen Beiträge zu vielen aktuellen und zukünftigen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund misst die Bundesregierung der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems in Städten und ländlichen Räumen einen hohen Stellenwert bei.

Die Förderung des Radverkehrs kommt allen Menschen zugute, auch denjenigen, die überwiegend das Auto nutzen oder zu Fuß gehen. Denn der Radverkehr ist als umweltfreundlicher Verkehr weder mit Lärm noch mit schädlichen Emissionen verbunden. Sein Flächenbedarf ist gering. Zusammen mit dem ÖPNV und dem Fußverkehr bietet er die Möglichkeit, insbesondere die Innenstädte vom Kraftfahrzeugverkehr und damit vom Stau sowie von Schadstoffen und Lärm zu entlasten. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden Städte, Gemeinden und Regionen mit hohen Radverkehrsanteilen meistens als besonders lebendig und lebenswert bewertet. Zudem ist der Radverkehr ein Wirtschaftsfaktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Anteil des Fahrrads am Verkehrsaufkommen soll steigen

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Zurzeit werden in Deutschland rund 11 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad erledigt. Dieser Anteil soll in den kommenden Jahren deutlich erhöht werden, denn unsere Nachbarländer Dänemark oder Holland zeigen, dass hier noch reichlich Potential liegt: In Dänemark beträgt der Radverkehrsanteil 18 Prozent, in den Niederlanden sogar 27 Prozent.

Um die Nutzung des Fahrrades insgesamt steigern zu können, sind viele Einzelmaßnahmen und Maßnahmenbündel aller Verantwortlichen erforderlich. Damit in Zukunft noch mehr Menschen in Deutschland das Fahrrad nutzen, müssen daher der Bund, die Länder sowie die Städte und Gemeinden an einem Strang ziehen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Umstieg bzw. Wechsel auf das Fahrrad ist eine gute Radverkehrsinfrastruktur, die die Nutzung des Fahrrades komfortabel und sicher macht.

Mehrere Fahrradfahrer

Quelle: Fotolia / zozzzzo


Fahrradverkehr als Teil einer integrierten Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik

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Wesentliches Instrument der integrierten Verkehrspolitik des Bundes ist der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) 2020. Der NRVP 2020 ist ein Strategiepapier, das die grundlegenden Leitlinien für die Radverkehrsförderung darstellt. Mit ihm soll die Radverkehrsförderung auf neue Herausforderungen ausgerichtet werden, u.a. auf neue Anforderungen durch steigende Attraktivität und Akzeptanz des Radverkehrs als energie- und infrastruktursparsames Verkehrsmittel, die Förderung des Radverkehrs in Städten und in ländlichen Räumen als gleichberechtigtes Verkehrsmittel und die zukünftig noch breiteren Nutzungsmöglichkeiten durch Einbeziehung der Elektromobilität. Der NRVP 2020 zeigt anhand von neun Handlungsfeldern auf, welche wesentlichen Handlungserfordernisse zur Weiterentwicklung des Radverkehrs bestehen, und erläutert bzw. empfiehlt - innerhalb der jeweiligen Zuständigkeiten- die konkreten Schritte und Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen. In diesem Rahmen werden konkrete Projekte gefördert.

Zum Thema Dienstfahrradleasing sieht die im Jahressteuergesetz 2018 getroffene Regelung für Arbeitnehmer ab 01. Januar 2019 eine komplette Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils aus Überlassung eines betrieblichen Fahrrads / Pedelecs vom Arbeitgeber vor.
Über die Finanzierung von Radverkehrsinfrastruktur sowie die Förderung von Modellprojekten hinaus hat das BMVI eine wichtige Aufgabe bei der Weiterentwicklung des Rechtsrahmens (z. B. StVO, StVZO).

Gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen

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Die Förderung des Radverkehrs ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Der Bund hat mit dem NRVP eine aktive Rolle als Moderator, Koordinator und Impulsgeber für eine bundesweite Radverkehrsförderung übernommen. Außerdem finanziert der Bund den Bau von Radwegen entlang von Bundesstraßen. Im Rahmen der föderalen Aufgabenteilung sind aber in erster Linie Länder und Kommunen verantwortlich für die Radwegeinfrastruktur und für die Radverkehrsförderung vor Ort. Deshalb richtet sich der NRVP als Plan des Bundes mit seinen Empfehlungen gerade auch an Länder und Kommunen.