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Elektrofahrrad (Pedelec) für Damen und Herren

Quelle: BMVI

Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) ist die Strategie der Bundesregierung zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland.

Das Förderprogramm zur Umsetzung des NRVP ist am 31.12.2020 ausgelaufen. Das neue Förderprogramm wird derzeit erarbeitet. Bis zu einer Veröffentlichung des neuen Förderprogramms können weiterhin Anträge zur nicht-investiven Förderung von Vorhaben des Radverkehrs eingereicht werden. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird diese Anträge nach pflichtgemäßem Ermessen unter Berücksichtigung verfügbarer Haushaltsmittel prüfen. Entsprechende Anträge sind weiterhin über das easy-Online Portal des Bundes digital abrufbar.

Der neue Nationale Radverkehrsplan – NRVP 3.0 – wurde am 21.04.2021 vom Bundeskabinett beschlossen. Auf dem Nationalen Radverkehrskongress am 27. und 28. April 2021 wird er der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziele und Maßnahmen des NRVP 3.0 wurden in einem Dialogprozess mit Fachverbänden, Landes- und Kommunalvertretern abgestimmt. Zudem sind Anregungen aus einer Online-Bürgerbeteiligung eingeflossen.

Informationen zu den Ergebnissen des Dialogforums finden Sie hier.

Der Prozess zum NRVP 3.0

Prozessgrafik NRVK 2019-2021

Quelle: BMVI

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Andreas Scheuer, Bundesminister

Quelle: http://www.andreas-scheuer.de/presse/

2.220 Ideen, Anregungen und Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland und über 26.000 Bewertungen – herzlichen Dank für Ihre Beteiligung und Ihren Input! Die Auswertung zeigt: Lückenlose Infrastruktur und das Fahrradpendeln sind Ihre wichtigsten Zukunftsthemen. Wir haben Ihre Beiträge sorgfältig ausgewertet, jetzt nehmen wir sie mit in den anstehenden Fachdialog mit den Expertinnen und Experten und dann in den Aufstellungsprozess zum Nationalen Radverkehrsplan.

Statistik zur Auswertung der Leitziele

Quelle: BMVI

Die Leitziele des NRVP 3.0

Leitziel: Lückenloser Radverkehr in Deutschland

Eine zum Radfahren motivierende Infrastruktur ist in allen Regionen der entscheidende Schlüssel für die Höhe des Radverkehrsanteils und wird von den Radfahrenden immer stärker eingefordert. Durch eine sichere und attraktive Infrastruktur – bestehend aus gut ausgebauten Radwegen und Kreuzungen sowie Park-Infrastruktur und Sharing-Systemen – werden die umfassenden Potenziale des Radverkehrs genutzt, Konflikte unter den Verkehrsteilnehmern verringert und das Verkehrssystem als Ganzes optimiert.

Leitziel: Fahrrad-Pendlerland Deutschland

Das Fahrrad wird das Verkehrsmittel der Wahl im Berufsverkehr. Sowohl der tägliche Arbeitsweg als auch Dienstwege während der Arbeitszeit werden bevorzugt mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Leitziel: Governance für einen starken Radverkehr

Der Radverkehr ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige, nachhaltige Mobilität. Es bedarf eines politischen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, damit sich die gefahrenen Kilometer per Rad in Deutschland bis 2030 gegenüber 2017 verdoppeln. Ein moderner Rechtsrahmen sowie ausreichende Finanzierung sind von zentraler Bedeutung.

Leitziel: Radverkehr erobert Stadt und Land

Durch attraktive öffentliche Räume mit passenden Angeboten für den Radverkehr in der Stadt und auf dem Land werden Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert und Bewohnerinnen und Bewohner zur aktiven Bewegung motiviert. So entstehen lebendige und attraktive Städte und Regionen.

Leitziel: Vision Zero

Alle Altersgruppen, von Kindern bis Senioren, sollen in Deutschland sicher Fahrrad fahren. Das zeigt sich sowohl in der objektiven Sicherheit als auch durch das subjektive Sicherheitsempfinden.

Gegenüber 2017 reduziert sich die Zahl der getöteten Radfahrenden bis 2030 um mindestens 40 Prozent.

Leitziel: Lasten- und Wirtschafttsverkehr nutzt das Fahrrad

Intelligente City-Logistik bedeutet eine immer stärkere Einbeziehung des Fahrrads. Das (Lasten-) Fahrrad schöpft seine Potenziale in der Lieferkette voll aus und sorgt für eine emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile.

Leitziel: Fahrradstandort Deutschland

Das Image sowie das Wissen über das Fahrrad und den Radverkehr werden sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachöffentlichkeit konsequent verbessert. Daraus entstehen Innovations- und Wirtschaftspotenziale, die konsequent genutzt und gefördert werden.

Leitziel: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt

Digitalisierung treibt Innovation – auch im Radverkehr. Daten ermöglichen eine passgenaue Planung von Infrastruktur und Verkehrssteuerung, optimieren die Vernetzung zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten und machen Radfahren schneller, sicherer und attraktiver.

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung werden im anstehenden Fachdialog, dem sogenannten Dialogforum, aufgegriffen und fließen anschließend in den Erstellungsprozess des neuen NRVP 3.0 ein.

Der Radverkehr stellt einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Darüber hinaus liefert er mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen Beiträge zu vielen aktuellen und zukünftigen verkehrspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund misst die Bundesregierung der Förderung des Radverkehrs als Teil eines modernen Verkehrssystems in Städten und ländlichen Räumen einen hohen Stellenwert bei.

Die Förderung des Radverkehrs kommt allen Menschen zugute, auch denjenigen, die überwiegend das Auto nutzen oder zu Fuß gehen. Denn der Radverkehr ist als umweltfreundlicher Verkehr weder mit Lärm noch mit schädlichen Emissionen verbunden. Sein Flächenbedarf ist gering. Zusammen mit dem ÖPNV und dem Fußverkehr bietet er die Möglichkeit, insbesondere die Innenstädte vom Kraftfahrzeugverkehr und damit vom Stau sowie von Schadstoffen und Lärm zu entlasten. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden Städte, Gemeinden und Regionen mit hohen Radverkehrsanteilen meistens als besonders lebendig und lebenswert bewertet. Zudem ist der Radverkehr ein Wirtschaftsfaktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Durch deutlich mehr und längere Wege sollen sich die mit dem Rad gefahrenen Kilometer bis 2030 verdoppeln.

Die Anzahl der Wege nimmt von rund 120 im Jahr 2017 auf 180 Wege je Person und Jahr zu.

Die durchschnittliche Länge der mit dem Rad zurückgelegten Wege erhöht sich von 3,7 Kilometer auf 6 Kilometer.

Um die Nutzung des Fahrrades insgesamt steigern zu können, sind viele Einzelmaßnahmen aller Verantwortlichen in Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen erforderlich. Damit in Zukunft noch mehr Menschen in Deutschland das Fahrrad nutzen, müssen daher alle an einem Strang ziehen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Umstieg bzw. Wechsel auf das Fahrrad ist eine gute Radverkehrsinfrastruktur, die die Nutzung des Fahrrades komfortabel und sicher macht.

Mehrere Fahrradfahrer

Quelle: Fotolia / zozzzzo

Die Förderung des Radverkehrs ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Der Bund hat mit dem NRVP eine aktive Rolle als Moderator, Koordinator und Impulsgeber für eine bundesweite Radverkehrsförderung übernommen. Außerdem finanziert der Bund den Bau von Radwegen entlang von Bundesstraßen. Im Rahmen der föderalen Aufgabenteilung sind aber in erster Linie Länder und Kommunen verantwortlich für die Radwegeinfrastruktur und für die Radverkehrsförderung vor Ort. Deshalb richtet sich der NRVP als Plan des Bundes mit seinen Empfehlungen gerade auch an Länder und Kommunen.