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Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Mit Radschnellwegen können wir mehr Pendlerverkehr auf den Sattel verlagern. In Baden-Württemberg fördern wir nun gleich vier weitere neue Radschnellwege-Projekte. Rund 8.300 Radler werden allein auf der neuen Verbindung zwischen Karlsruhe und Ettlingen erwartet. Bei Böblingen fördern wir erstmals eine Radschnellwegebrücke, auf der Radler schnell, sicher und vor allem staufrei an ihr Ziel kommen. Das ist ein großer Gewinn für die Menschen in der Region.

Zu den Projekten in Karlsruhe:

RSW Karlsruhe – Ettlingen

Das BMVI fördert mit rund 300.000 Euro die Planung des 5 Kilometer langen Radschnellwegs von Karlsruhe bis Ettlingen. Der Streckenabschnitt ist Teil der 30-Kilometer langen Radschnellwegeverbindung von Ettlingen bis Bruchsal. Die geplante Verbindung soll von der Weiherfeldbrücke in Karlsruhe bis zur Rheinstraße in Ettlingen (S-Bahn Station "Ettlingen West") führen. Für den Radschnellweg wird aktuell mit mehr als 8.300 Radfahrenden pro Tag gerechnet.

RSW Karlsruhe – Rastatt

Das BMVI fördert die Planung des 21,5 km langen Radschnellwegs von Karlsruhe bis Rastatt mit rund 734.000 Euro. Dieser Streckenabschnitt ist Teil der 53 km langen Radschnellwegeverbindung von Leopoldshafen über Baden-Baden bis nach Bühl. Der geplante Radschnellweg wird von Karlsruhe mit Anschluss an die Ringroute am Manfred-Hadinger-Weg, von wo aus Verbindungen in die Weststadt und an den Bahnhof Karlsruhe West bestehen, bis zum Bahnhof Rastatt führen. Es wird mit 2.500 Radfahrenden pro Tag gerechnet.

Zu dem Projekt in Tübingen:

RSW Tübingen – Rottenburg am Neckar

Das BMVI fördert die Planung des 12,1 km langen Radschnellwegs von Tübingen bis Rottenburg mit rund 2,3 Mio. Euro. Nach dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie verläuft die Vorzugstrasse der Radschnellverbindung Tübingen -Rottenburg vom zentralen Omnibusbahnhof in Tübingen am Europaplatz/der Europastraße und über die zu Tübingen gehörenden Ortsteile Weilheim, Kilchberg, Bühl zu den zu Rottenburg gehörenden Ortsteil Kiebingen bis nach Rottenburg. Im Durchschnitt wird mit rund 2.400 Radfahrenden pro Tag gerechnet.

Für die zwei Projekte in Karlsruhe sowie das Projekt in Tübingen werden im nächsten Schritt detaillierte Variantenvergleiche durchgeführt, um jeweils die geeignetste und nach Möglichkeit umweltverträglichste Trassenführung zu ermitteln.

Zum Projekt der Radschnellwegbrücke bei Böblingen:

Das BMVI fördert mit rund 263.000 Euro die Planung einer Radschnellwegebrücke bei Böblingen. Die Brücke ist Teil der 25 Kilometer langen Radschnellwegeverbindung zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart. Die geplante Brücke soll an der Kreuzung „K1057/Waldburgstraße/Römerstraße“ über die Panzerstraße (Kreisstraße K1057) führen. So sollen Verkehrssicherheit und Komfort erhöht sowie Fahrzeit reduziert werden. Grund für den notwendigen Umbau der Kreuzung ist der Ausbau der Kreisstraße und die weitere Erschließung.

Lageplan zur Radschnellwegbrücke bei Böblingen

Quelle: sbp gmbh

Seit Mai 2019 ist der erste Abschnitt des Radschnellwegs mit einer Länge von insgesamt knapp acht Kilometern von Stuttgart bis Böblingen befahrbar.

Allgemein zu Radschnellwegen:

Radschnellwege sind:

  • in der Regel über 10 Kilometer lang;
  • haben prognostiziert mindestens 2000 Fahrradfahrten täglich;
  • sind in der Regel 3 Meter (einspurig) und 4 Meter (zweispurig) breit;
  • sind von anderen Verkehrsmitteln getrennt;
  • haben sichere und komfortable Kreuzungspunkte;
  • haben eine hohe Belagsqualität und eine geringe Steigung;
  • werden dauerhaft und verkehrssicher betrieben und unterhalten – einschließlich Winterdienst.

Damit sind Radschnellwege besonders für urbane Räume und Metropolregionen interessant. Sie eignen sich für Pendlerverkehre, helfen dabei, Staus zu vermeiden und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Sie reduzieren Lärmbelastung und Schadstoffemissionen und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz.

Zur Förderung:

Das BMVI stellt seit 2017 jährlich 25 Millionen Euro für Radschnellwege bereit. Im Zuge des beschlossenen Klimapaketes ist vorgesehen, diese Förderung ab dem Jahr 2021 bis 2023 auf 50 Mio. Euro zu verdoppeln. Der Bund beteiligt sich mit durchschnittlich 75 Prozent an den Kosten für die Planung und den Bau. Gefördert werden auch der Umbau von Kreuzungspunkten sowie die Sicherheitsausstattung der Wege inklusive Beleuchtung. Interessierte Gemeinden bzw. Gemeindeverbände können beim jeweiligen Land Anträge stellen. Dieses beantragt dann die Bundesförderung.

Weitere Radschnellwege, die bereits eine Förderung des BMVI erhalten haben, sind:

  • Heidelberg – Mannheim
  • Achim , zwischen Bremen und Verden
  • Königsweg – Kronprinzessinnenweg in Berlin
  • Heilbronn – Bad Wimpfen
  • Schorndorf – Fellbach
  • „Wiesental“ von Lörrach bis Schopfheim
  • Ludwigsburg – Waiblingen
  • „Neckartal“ von Esslingen nach Plochingen und Reichenbach
  • Freiburg nach Waldkirch und Emmendingen
  • Braunschweig nach Wolfenbüttel und nach Salzgitter-Thiede
  • Friedrichshafen bis Baindt
  • Aachen - Herzogenrath
  • „Ruhr“ Streckenabschnitt Bochum
  • „Ruhr“ Streckenabschnitt Gelsenkirchen

Möglich wurde diese Förderung durch eine Änderung des Bundesfernstraßengesetzes.

Weitere Informationen:

Weitere Informationen finden Sie in der Verwaltungsvereinbarung unter nachfolgendem Link: www.bmvi.de/Radschnellwege.