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Symbolbild: Mann fährt Mofa

Quelle: Symbolbild AdobeStock / antonloshchinin

Bundesminister Andreas Scheuer:

Mofa-Fahrer können jetzt einfach ihr Kennzeichen als Folie aufkleben. Das ist bürgerfreundlich, praktisch und schont Ressourcen.

Sachinformationen

Was ist neu?

  • Folie statt Aluminium, kleben statt schrauben: Mofa-Kennzeichen werden künftig auch in Form einer Klebefolie zugelassen. Die Folie soll das bisherige Aluminium-Schild langfristig ersetzen.
  • Damit wird das Anbringen des Kennzeichens einfacher, günstiger und fälschungssicherer.

Wie kam es zur neuen Verordnung?

  • Mit der „Ausnahmeverordnung einer Folienlösung für Versicherungskennzeichen“ lässt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine neue Folienlösung für die Versicherungskennzeichen zum Praxistest zu.
  • Ziel ist es, Prozesse für Fahrzeughalter und Versicherungswirtschaft zu vereinfachen, Aufwände zu verringern und Ressourcen zu schonen.
  • Mit den Versicherungsplaketten für Elektrokleinstfahrzeuge wurden bereits erste positive Erfahrungen mit einer Kennzeichenfolie gemacht. Darauf baut das BMVI jetzt auf und möchte die Vorteile auch für die anderen Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen nutzen.

Wie ist es bisher geregelt?

  • Grundsätzlich gilt: Mit jedem neuen Versicherungsjahr sind die Versicherungskennzeichen an Kraftfahrzeugen auszuwechseln, um einen aktuellen Nachweis der erforderlichen Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung gut sichtbar am jeweiligen Fahrzeug zu erbringen.
  • Diese Kennzeichen sind für viele Fahrzeuge vorgeschrieben, die nicht dem Zulassungsverfahren unterliegen: Kleinkrafträder, motorisierte Krankenfahrstühle und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge.
  • Die Ausgabe der Kennzeichen erfolgt über den jeweiligen Versicherer.
  • Bisher werden jedes Jahr in Deutschland rund 2 Millionen Versicherungskennzeichen aus Aluminium- oder Stahlblech produziert, die nach einem Jahr Gültigkeit entsorgt werden müssen.

Was sind die Vorteile der neuen Folienlösung?

  • Die Folie wird mit Hilfe einer Trägerplatte aus Kunststoff am Fahrzeug befestigt.
  • Bei der Folienlösung muss also nach einem Jahr lediglich die Folie erneuert werden, die Trägerplatte aus Kunststoff kann weiterverwendet werden.
  • Diese Lösung ist zusammen mit dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft in technischer Hinsicht bewertet und gutachterlich geprüft worden.
  • Durch die Produktion eines Folienkennzeichens entstehen weniger Treibhausgasemissionen als bei der Produktion eines herkömmlichen Versicherungskennzeichens.
  • Außerdem enthält die Folie ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal, das das Fälschen erschwert: ein Hologramm, das in herkömmlichen Versicherungskennzeichen nicht vorhanden ist, aber bereits Bestandteil der Versicherungsplakette für Elektrokleinstfahrzeuge ist.

Ab wann heißt es: kleben statt schrauben?

  • Die Verordnung wurde vom BMVI gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als Ausnahmeverordnung erlassen und am 31. August 2020 im Bundesgesetzblatt verkündet.
  • Die Versicherer können sich anschließend auf die Möglichkeit der Folienlösung vorbereiten, so dass für das kommende Versicherungsjahr (ab 1.3.2021) die Folienlösung bereits angeboten werden kann.

Wie geht es danach weiter?

  • Die Folienlösung wird zunächst in einer Testphase von drei Jahren erprobt und anschließend evaluiert.
  • Das bedeutet konkret:

    • Die Folienlösung kann zunächst für drei Jahre als Alternative zu den herkömmlichen Blechschildern angeboten werden.
    • Im dritten Jahr wird die Folienlösung auf die bezweckten Nutzen evaluiert.