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Neue Fahrzeugsicherheitssysteme

Quelle: Adobe Stock / Akarat Phasura

Am 5. Januar 2020 ist die EU-Verordnung Nr. 2019/2144 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge im Hinblick auf ihre allgemeine Sicherheit und den Schutz der Fahrzeuginsassen und von ungeschützten Verkehrsteilnehmern in Kraft getreten. Die Verordnung ist ab dem 6. Juli 2022 in allen EU-Mitgliedstaaten verpflichtend anzuwenden.

Durch den technischen Fortschritt bei hochentwickelten Fahrzeugsicherheitssystemen werden neue Möglichkeiten eröffnet, die Zahl der Getöteten und Verletzten weiter zu senken. Daher werden mit dieser Verordnung eine Reihe neuer Technologien und Sicherheitsmaßnahmen nach einem festgelegten Zeitschema (Stufen A-D) verpflichtend eingeführt. Zu einzelnen Sicherheitsmaßnahmen werden derzeit auf EU- und UNECE-Ebene die erforderlichen detaillierten technischen Anforderungen erarbeitet bzw. sind teilweise bereits in Kraft.

ZeitstufeABCD
Alle neuen Fahrzeugtypen-6. Juli 20227. Juli 20247. Januar 2026
Alle Erstzulassungen6. Juli 20227. Juli 20247. Juli 20267. Januar 2029

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) begrüßt die mit der Verordnung einhergehenden Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Bei der EU hat sich das BMVI mit Nachdruck für ein deutlich früheres Anwenden der Verordnung eingesetzt und bedauert, dass diese Initiative dort nicht die erforderliche Mehrheit fand. Insbesondere hätte ein früherer verpflichtender Einsatz von Abbiegeassistenzsystemen aus Sicht des BMVI erheblich dazu beitragen können, die Anzahl tödlicher Unfälle mit schwächeren Verkehrsteilnehmern - insbesondere mit Radfahrern und Fußgängern - zu verringern.

Beispiele neuer Sicherheitsmaßnahmen:

Hochentwickelte Notbremsassistenzsysteme für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge

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Bestimmte Lkw und Kraftomnibusse müssen bereits seit einigen Jahren verpflichtend mit Notbremsassistenzsystemen ausgerüstet sein. Künftig sind auch Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Notbremsassistenzsystemen auszurüsten. In der ersten Phase (Zeitstufe B) müssen die Systeme mindestens auf stehende und bewegte Fahrzeuge vor dem Kraftfahrzeug automatisch und selbständig bremsen. In der zweiten Phase (Zeitstufe C) werden die Systeme auf Fußgänger und Radfahrer vor dem Kraftfahrzeug ausgeweitet.

Notfall-Spurhalteassistenten

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Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sind mit Systemen auszurüsten, die den Fahrer beim Halten einer sicheren Fahrzeugposition in Bezug auf die Fahrstreifen- oder Straßenbegrenzung unterstützen, spätestens wenn das Fahrzeug die Fahrspur verlässt oder kurz davor ist, sie zu verlassen, und ein Zusammenstoß drohen könnte (Zeitstufe B bzw. Zeitstufe C für Kraftfahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung).

Intelligenter Geschwindigkeitsassistent

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Die Verordnung sieht ebenfalls vor, dass alle Kraftfahrzeuge mit einem System ausgerüstet werden müssen, dass den Fahrzeugführer bei der Beibehaltung der für die Straßenbedingungen angemessenen Geschwindigkeit unterstützt (Zeitstufe B). Der Fahrer kann dabei über den Beschleunigungsregler (Gaspedal) oder über gezielte, angemessene und wirksame Rückmeldungen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die geltende Geschwindigkeitsbeschränkung überschritten wird. Die Möglichkeit des Fahrers, die vom System angeforderte Fahrzeuggeschwindigkeit zu überschreiten, darf nicht beeinträchtigt werden.

Warnsystem bei Müdigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit des Fahrers

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Alle Kraftfahrzeuge sind mit Systemen auszurüsten, die die Wachsamkeit des Fahrers durch eine Analyse der Systeme des Fahrzeugs bewerten und den Fahrer erforderlichenfalls warnen (Zeitstufe B).

Verbesserung des unmittelbaren Sichtbereichs schwerer Nutzfahrzeuge

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Zudem werden Anforderungen zur Verbesserung des unmittelbaren Sichtbereichs von Bussen und schweren Nutzfahrzeugen eingeführt (Zeitstufe D), um die direkte Sichtbarkeit vom Fahrersitz aus auf zu Fuß Gehende, Rad Fahrende und andere schwächere Verkehrsteilnehmer zu verbessern, indem die toten Winkel vor und seitlich der Fahrzeugführenden so weit wie möglich verringert werden.

Rückfahrassistent

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Die Vermeidung von Zusammenstößen bei der Rückwärtsfahrt soll durch die Ausrüstung aller Kraftfahrzeuge mit einem Rückfahrassistent (Zeitstufe B) erreicht werden, der die Fahrzeugführenden über hinter dem Fahrzeug befindliche Personen und Objekte informiert.

Abbiegeassistenzsysteme und Kollisionswarnsysteme

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Busse und schwere Nutzfahrzeuge müssen mit fortschrittlichen Systemen ausgerüstet sein, die Rad Fahrende und zu Fuß Gehende entdecken können, die sich in unmittelbarer Nähe der Vorder- oder Beifahrerseite des Fahrzeugs befinden, und eine Warnung abgeben oder einen Zusammenstoß mit solchen ungeschützten Verkehrsteilnehmern verhindern können (Zeitstufe B). Neben dem Kollisionswarnsystem für Fußgänger und Radfahrer ist hier vor allem die Ausrüstungspflicht mit Abbiegeassistenzsystemen hervorzuheben, die auf Initiative des BMVI in die Verordnung aufgenommen wurde.

Ereignisbezogene Datenspeicherung

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Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Zeitstufe B) sowie Busse und schwere Nutzfahrzeuge (Zeitstufe D) müssen eine ereignisbezogene Datenspeicherung wichtiger, anonymisierter Fahrzeugdaten in einem kurzen Zeitfenster vor, während und unmittelbar nach einer Fahrzeugkollision vorsehen. Dies ist ein nützlicher Schritt bei der Gewinnung von genaueren, detaillierteren Unfalldaten. Mit dieser Datenerfassung sollen Daten so erfasst und gespeichert werden, dass die EU-Mitgliedstaaten mit diesen Daten Analysen der Straßenverkehrssicherheit durchführen und die Wirksamkeit von speziell ergriffenen Maßnahmen bewerten können. Anhand der gespeicherten Daten darf keine Identifizierung des Nutzers oder Halters eines bestimmten Fahrzeugs möglich sein.

Notbremslicht

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Pkw, Busse und Nutzfahrzeuge müssen mit einem „Notbremslicht“ ausgerüstet werden (Zeitstufe B). Dabei handelt es sich um eine Lichtsignalfunktion, die hinter dem Fahrzeug befindlichen Verkehrsteilnehmern anzeigt, dass das vor ihnen fahrende Fahrzeug mit einer für die jeweiligen Straßenverhältnisse starken Verzögerung gebremst wird. Das Notbremssignal wird durch das gleichzeitige Aufleuchten aller Fahrtrichtungsanzeiger oder Bremsleuchten angezeigt.

Reifendrucküberwachungssysteme

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Künftig müssen alle Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 Tonnen sowie alle Nutzfahrzeuge und Busse mit einem präzisen Reifendrucküberwachungssystem ausgerüstet sein, das den Fahrzeugführenden bei unterschiedlichsten Straßen- und Umgebungsverhältnissen warnt, wenn es in einem Reifen zu einem Druckverlust kommt (Zeitstufe B). Bislang galt diese Ausrüstungspflicht ausschließlich für Pkw.

Erweiterter Kopfaufprallschutzbereich

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Pkw und leichte Transporter müssen in Zukunft so konstruiert und gebaut sein, dass sie einen erweiterten Kopfaufprallschutzbereich bieten, um den Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer zu verbessern und bei einem Aufprall deren potenzielle Verletzungen zu mindern (Zeitstufe C).