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Eine ältere Dame mit Fahrradhelm fährt lächelnd auf einem Fahrrad

Quelle: Adobe Stock / moodboard

Im Jahr 2020 waren über die Hälfte (57,5 %) der tödlich verunglückten Radfahrenden und Fußgänger mindestens 65 Jahre alt. Bei den getöteten Pkw-Insassen gehörte mehr als jeder vierte zu dieser Altersgruppe. Seniorinnen und Senioren sind als ungeschützte Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr besonders gefährdet. Die Ursachen sind vielfältig, einerseits ist es auf die größere Verletzlichkeit - Vulnerabilität - von Seniorinnen und Senioren zurückzuführen, andererseits verändern sich im Alter kognitive und motorische Fähig- und Fertigkeiten, auf die angemessen reagiert werden muss. Daher ist es wichtig Seniorinnen und Senioren auf mögliche Gefährdungen und deren Vermeidung aufmerksam zu machen, andererseits sind jüngere Verkehrsteilnehmende aufgerufen gegenüber der älteren Generation achtsam und vorausschauend zu agieren. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt verschiedene Maßnahmen und Angebote.

„Mobil bleiben, aber sicher!“ Erlebnistage zur sicheren Mobilität im Alter

Das Leben ist bunt. Und so präsentieren sich auch die „Mobil bleiben, aber sicher!“ Verkehrssicherheitstage der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Ob es um Abbiegeunfälle oder sicheres Radfahren, Pedelec-Nutzung und die Vorzüge des Helmtragens geht, oder einen Müdigkeits- und Rauschbrillenparcours, Reaktions-, Hör- oder Sehtests, die sichere Nutzung eines Rollators oder das Thema der Sichtbarkeit im Straßenverkehr - alle diese Themen werden auf den Veranstaltungen „Mobil bleiben, aber sicher!“ der DVW aufgegriffen. An zahlreichen Aktionsgeräten, wie einem Pkw-Simulator können die Teilnehmer unverbindlich ihre Fähigkeiten testen.
Die Verkehrssicherheitstage werden bundesweit an sehr unterschiedlichen Orten angeboten: bei Dorf- und Stadtfesten, Seniorentagen oder in Seniorenfreizeitstätten. Sie sind kostenlos und können ohne Anmeldung besucht werden. Mehr Informationen zu „Mobil bleiben, aber sicher“.

„sicher mobil“: jeder nach seiner Fasson

Plakat zum Thema Verkehrssicherheit für Seniorinnen und Senioren

Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.

Ob ältere Menschen mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Pedelec, zu Fuß oder mit dem Rollator unterwegs sind, der Erhalt einer sicheren Mobilität älterer Menschen ist Ziel der Seminarveranstaltungen „sicher mobil“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Seminare werden in ihrer Fähigkeit gefördert, die eigene Leistungsfähigkeit zutreffend einzuschätzen und individuelle Kompensationsmechanismen zu entwickeln. In den Seminaren setzen sich die Seniorinnen und Senioren mit typischen altersbedingten Gefahrensituationen im Straßenverkehr auseinander, befassen sich mit neuen Regeln sowie den persönlichen körperlichen und kognitiven Voraussetzungen. Ausgebildete Moderatorinnen und Moderatoren gehen bei den kostenfreien Veranstaltungen auf individuelle Interessen und Fragen der Teilnehmenden ein und haben praktische Tipps parat. Mehr Informationen zum Programm „sicher mobil“.

Sicher mobil mit dem Rollator

Mobil sein heißt, Kontakte pflegen, Besorgungen erledigen und neue Erfahrungen sammeln - kurz gesagt: selbstständig und aktiv am Leben teilnehmen. Doch mit zunehmendem Alter kann es zu Mobilitätseinschränkungen kommen. Je nach Schweregrad der Einschränkung können Rollatoren eine sinnvolle Möglichkeit sein, die individuelle Mobilität zu erhalten. Um mit dem Rollator im Straßenverkehr sicher unterwegs sein zu können und Unfälle möglichst zu vermeiden, sollten einige grundlegende Hinweise berücksichtigt werden. In der vorliegenden Broschüre des DVR, welche mit Unterstützung des BMVI erstellt wurde, finden sich vielfältige Informationen zur richtigen Auswahl des Rollators, den individuellen Einstellungen, dem passenden Zubehör bis hin zum sicheren Umgang mit dem Rollator im Straßenverkehr. Mehr Informationen finden Sie in der Broschüre "Sicher mobil mit dem Rollator".

Sicher mobil mit Rollstuhl und motorisiertem Krankenfahrstuhl

Eine Teilnahme am öffentlichen Leben und damit am Straßenverkehr ist mit Einschränkungen am Bewegungsapparat oft schwierig. Neben den körperlichen Anstrengungen sind die Überwindung von Hindernissen und insbesondere das Zurücklegen von längeren Wegstrecken oft nicht ohne die Hilfe anderer Menschen möglich. Gehbehinderte und teils auch betagtere, körperlich eingeschränktere Personen sind daher oft auf einen Rollstuhl oder Krankenfahrstuhl mit Elektroantrieb angewiesen. Sie können praktische Helfer sein, wenn es darum geht, Einkäufe selbstständig und unabhängig zu erledigen, Freunde und Familie zu besuchen oder einen Arzttermin wahrzunehmen. Mit dem Umstieg auf einen Rollstuhl oder motorisierten Krankenfahrstuhl stellen sich jedoch oft neue Herausforderungen für die Bewältigung alltäglicher Wege. Die vorliegende vom BMVI geförderte DVR-Broschüre gibt Aufschluss über geltende Regeln im Straßenverkehr. Sie umfasst darüber hinaus zahlreiche Hinweise und Tipps in Bezug auf Einstellungen und Sitzposition und beantwortet grundlegende Fragen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Rollstuhl- oder dem motorisierten Krankenfahrstuhl. Mehr Informationen finden Sie in der Broschüre "Sicher mobil mit Rollstuhl und motorisiertem Krankenfahrstuhl".

„Fit mit dem Fahrrad“: Das Trainingsprogramm für Rad- und Pedelec-Fahrende

Pedelecs, also Fahrräder mit einer elektrischen Tretunterstützung bis 25 km/h, sind bei Seniorinnen und Senioren besonders beliebt. Leider ist der Anteil der tödlich Verunglückten hier besonders hoch. Ein Fahrradtraining, in dem die motorischen Fertigkeiten und der Umgang mit dem Fahrrad oder dem Pedelec können helfen. Das eintägige Training „Fit mit dem Fahrrad“ erfolgt unter qualifizierter Anleitung der DVW. Die vielen Übungen und praxisnahen Tipps für Fahrrad- und Pedelec-Fahrende machen nicht nur Spaß sondern trainieren den sicheren Umgang auf dem Rad und im Verkehr. Mehr Informationen zum Trainingsprogramm für Rad- und Pedelec Fahrende.

„Ich fühl‘ mich jung. Ich brauche nur länger“: Seniorenkampagne

Plakat zum Thema Verkehrssicherheit für Seniorinnen und Senioren

Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.

„Ich fühl‘ mich jung. Ich brauche nur länger“ und „Ich geh‘ mit der Zeit. Aber langsamer als du“ lauten die humorvollen Botschaften, die auf Bussen in Großstädten zu sehen sind. Die konkreten Handlungsaufforderungen rufen dazu auf, älteren Menschen eine sichere Verkehrsteilnahme zu ermöglichen. Mit dieser pfiffigen und Augen zwinkernden Kampagne möchte der DVR gemeinsam mit dem BMVI jüngere Altersgruppen sensibilisieren, besondere Rücksicht auf Ältere zu nehmen und sie stärker zu beachten. Mehr Informationen zur Seniorenkampagne „Sicher mobil im Alter“.

Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer der Generation 65+

Plakat zum Thema Verkehrssicherheit für Seniorinnen und Senioren

Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.

Plakat zum Thema Verkehrssicherheit für Seniorinnen und Senioren

Quelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.

Das vom BMVI unterstützte Projekt „Sichere Mobilität im Alter“ richtet sich direkt an die Generation 65+. Mit den Projektmaterialien werden Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer auf altersbedingte Veränderungen angesprochen, die Einfluss auf ihre Fahrfähigkeiten haben können. Die Themen „Gesundheitscheck“ und „Rückmeldefahrt“ im Alter stehen im Mittelpunkt der Präventionskampagne. Die zur Verfügung stehenden Materialien umfassen darüber hinaus einen Leitfaden für die richtige Ansprache von älteren Familienmitgliedern auf das Thema „Fahrtüchtigkeit“ sowie eine umfassende Informationsbroschüre zum Thema „Älter werden und AUTOmobil bleiben“. Mehr Informationen zum Projekt „Sichere Mobilität im Alter“.