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Illustration zum Thema Fahrrinnenanpassung FAQ

Quelle: BMVI

Was soll mit der Fahrrinnenanpassung erreicht werden?

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Die deutschen Häfen sind für die maritime Wirtschaft außerordentlich wichtig. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass Deutschland Export- und Logistikweltmeister ist und bleibt. Der Hamburger Hafen ist der umsatzstärkste deutsche Hafen – mit einem Seegüterumschlag von 135,1 Mio. Tonnen (2018) und einem Containerumschlag von 8,7 Mio. TEU (2018).

Ziel der Bundesregierung ist es, die maritime Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Eines der bedeutendsten Projekte dafür ist die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe, also die Verbreiterung und Vertiefung. Details zu den aktuellen Verkehrsverhältnissen auf der Elbe und den Schiffsgrößen finden Sie hier.

Das Vorhaben wurde im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 als „Zugesagter Neubeginn“ der Kategorie „Laufende und fest disponierte Projekte“ zugeordnet – siehe hierzu „Gesetz über den Ausbau der Bundeswasserstraßen und zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes vom 23.10.2019“.

Welche wirtschaftlichen Effekte hat das Projekt?

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Die Fahrrinnenanpassung verbessert die derzeitigen Tiefgangverhältnisse bei tideunabhängiger und tideabhängiger Fahrt um jeweils einen Meter. Dadurch ergeben sich kurzfristig wie langfristig wirtschaftliche Vorteile:

  • Schnelle Erschließung bestehender Kapazitätsreserven
  • Der Hafen nutzt seine Wachstumschancen
  • Wirtschaftlicher Schiffseinsatz möglich
  • Feste Standortbindung der Reedereien
  • Stärkung der Wirtschaftskraft Norddeutschlands

Mehr Details dazu finden Sie hier.

Was passiert bei den Bauarbeiten konkret?

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Mit der Fahrrinnenanpassung wird die Elbe verbreitert und vertieft:

  • Verbreiterung der Elbe: Zwischen Wedel und der Störmündung wird die Fahrrinne von 300 auf 320 Metern verbreitert. Damit können Schiffe mit einer addierten Schiffsbreite von 92 Metern sicher aneinander vorbeifahren – oder überholen. Zudem wird bei Wedel auf 8 Kilometer Länge die sogenannte Begegnungsbox gebaut. Sie hat eine Breite von 385 Metern und ermöglicht Gegenverkehr von bis zu 4 großen Containerschiffen.
  • Vertiefung der Elbe: Die zweite Anpassung ist die Vertiefung der Elbe. Ziel ist es, die Erreichbarkeit des Hafens für Containerschiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter tideunabhängig und mit 14,50 Meter tideabhängig möglich zu machen.
  • Weitere Einzelmaßnahmen: Zur Ausbaumaßnahme gehören außerdem strömungslenkende Unterwasserbauwerke, Ufersicherungsbauten im Hamburger Hafen und umfangreiche, ökologisch wirksame Renaturierungsprojekte im Uferbereich und an den Zuflüssen der Elbe.

Details zu den Bauarbeiten finden Sie hier.

Welche Bereiche der Elbe sind mit „Unter- und Außenelbe“ gemeint?

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Als „Unterelbe“ bezeichnet man den tideabhängigen Bereich der Elbe zwischen dem Wehr Geesthacht und Cuxhaven. „Außenelbe“ heißen die 20 Kilometer Fortsetzung des Flusslaufs durch das Wattenmeer bis Scharhörn.

Wie lange werden die Bauarbeiten dauern?

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Die reine Bauzeit für die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe wird insgesamt ca. zwei Jahre betragen und bis Mitte 2021 dauern.

Wie ist der aktuelle Stand der Bauarbeiten?

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Aktuelle Baustellen-News erhalten Sie hier.

Wer ist für das Projekt zuständig?

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Die Planung und Umsetzung der Ausbaumaßnahmen liegt in den Händen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) als Teil des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie der Hamburg Port Authority (HPA) als Teil der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

Die WSV leitet die Arbeiten im Gebiet zwischen Elbmündung und Hamburger Landesgrenze, die HPAPort Authority ist für die Arbeiten in Hamburg zuständig.

Wie verlief das Genehmigungsverfahren?

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Die Chronologie des gesamten Projekts finden Sie hier.

Die Öffentlichkeitsbeteiligung für die Fahrrinnenanpassung (Planfeststellungsverfahren) startete bereits im Frühjahr 2007. An der Dimensionierung des Ausbaus der Fahrrinne änderte sich auch durch die Planänderungen vor Erlass des Planfeststellungsbeschlusses vom 23.April 2012 und die anschließenden Ergänzungsbeschlüsse nichts.

Eine Übersicht über die Planfeststellungsbeschlüsse und Planergänzungsbeschlüsse finden Sie hier online.
Die Antragsunterlagen, die Planänderungsunterlagen und die Planergänzungsunterlagen sind hier öffentlich einsehbar.

Insgesamt 13 Klagen gingen nach dem Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2012 beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein. Alle diese Verfahren wurden rechtskräftig abgeschlossen. Alle Mängel, die das Gericht festgestellt hat, haben wir mit Ergänzungsbeschlüssen behoben. Alle Vorwürfe sind sachlich-fachlich ausgeräumt. Auch die Europäische Kommission hat dem Projekt zugestimmt – basierend auf der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH).

Umfassende Informationen zum Genehmigungsverfahren finden Sie hier.

Wie hoch sind die Kosten des Projektes?

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Die Kosten belaufen sich nach einem neuen Haushaltsentwurf des Bundes auf insgesamt 776 Millionen Euro. Der Anteil, den der Bund tragen wird, beträgt 490 Millionen Euro; der Anteil von Hamburg 286 Millionen Euro.

Hat das Projekt neben den wirtschaftlichen Vorteilen auch einen ökologischen Nutzen?

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Die Fahrrinnenanpassung ermöglicht den Verkehr größerer Schiffe mit besserer Auslastung. Das hat folgende Vorteile:

  • Entlastung der Straße
  • Mehr sparsame und saubere Schiffe
  • Viel neue Transportkapazität durch wenig Aufwand
  • Vermeidung von Landverkehr
  • Anschluss an umweltschonende Transportsysteme

Mehr Details dazu finden Sie hier.

Die Fahrrinnenanpassung stellt auch einen Eingriff in das Ökosystem Elbe dar. Welche Schutzmaßnahmen für Natur und Umwelt gibt es?

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Zur Fahrrinnenanpassung gehören auch umfangreiche ökologische Projekte, in die der Bund insgesamt 75 Millionen Euro investiert.

Hier gibt es den Projekt-Überblick.

Werden die Bauarbeiten den Sauerstoffhaushalt der Elbe verändern?

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Ein Gutachten, das Teil der Genehmigungsunterlage ist, kommt zu dem Ergebnis, dass die Baggerarbeiten ausbaubedingt kein zusätzliches Zehrungspotential mit mess- und beobachtbaren Auswirkungen auf den Sauerstoffhaushalt verursachen werden. Somit kann ausgeschlossen werden, dass sich die Wasserqualität hinsichtlich des Sauerstoffhaushaltes durch den Ausbau verschlechtert.

Ausführliche Details zur Hydrologie gibt es hier.

Wurde auch an den Schutz des Wattenmeers gedacht?

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Die mit Planfeststellungsbeschlüssen vom 23. April 2012 und weiteren Ergänzungsbeschlüssen – die wir im Übrigen im Einvernehmen mit den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg erreicht haben – sagen ganz klar:

  • Die Maßnahmen finden nicht im Gebiet des UNSECO-Weltnaturerbes Wattenmeer statt, sondern außerhalb davon (Art. 172 der Richtlinie für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt vom 8. Juli 2015 in der Endfassung vom 2. Juni 2017).
  • Selbstverständlich wurden im Planfeststellungsverfahren aber auch Auswirkungen über die Flächen der Maßnahmen hinaus sorgfältig betrachtet.
  • Das an die Baumaßnahmen anliegende Gebiet ist großenteils flächenidentisch mit Natura 2000-Schutzgebieten, die schon deshalb einer sehr gründlichen Verträglichkeitsprüfung unterzogen wurden.

Was wurde an den Hochwasserschutz bzw. die Deichsicherheit getan?

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Das Projektbüro als Planungsträger gelangte nach sorgfältiger Prüfung aller für die Deichsicherheit bedeutsamen Aspekte zu der Überzeugung, dass eine weitere Anpassung der Elbfahrrinne die gegebene Deichsicherheit an der Unter- und Außenelbe nicht beeinträchtigt. Die Fakten, auf die sich diese Überzeugung stützt, werden hier dargestellt.