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Seeschiff

Quelle: Fotolia / Gary Blakeley

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) mit Sitz in London hat eine Auftaktstrategie zur Reduktion von CO2-Emissionen der internationalen Seeschifffahrt beschlossen.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Dieser Beschluss zur Dekarbonisierung ist ein wichtiges Signal: Auch in der Seeschifffahrt wird es eine deutliche Abkehr von fossilen Brennstoffen geben. Bereits ab den 2030er Jahren werden vorrausichtlich kaum mehr mit fossilen Brennstoffen betriebene Seeschiffe vom Stapel laufen. Die Zukunft gehört alternativen Antrieben und innovativen Technologien. Damit kann dieser Sektor seinen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens leisten.

Aktuell ist die Seeschifffahrt für etwa 2-3 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen – abhängig vom Welthandel mit steigender Tendenz – verantwortlich. Die IMO hat sich nach intensiver Vorarbeit darauf geeinigt, einen Emissionsminderungspfad bis zum Jahr 2050 festzulegen. Dieser sieht im Verhältnis zu 2008 eine Reduktion von mindestens 50 Prozent vor. Im Idealfall soll sogar eine vollständige Dekarbonisierung erreicht werden. Dies steht im Einklang mit den Zielen des Pariser Übereinkommens von 2015.

Während aus Sicht Europas und vieler Pazifikstaaten ein noch ambitionierteres Reduktionsniveau angestrebt wurde, stellt das Ergebnis der Verhandlungen einen hart umkämpften, letztlich jedoch akzeptablen Kompromiss zwischen allen Belangen der 173 Mitgliedstaaten der IMO dar. Mit diesem Temperaturziel des Pariser Übereinkommens in Höhe von 1,5°C soll noch ermöglicht werden.

Die Auftaktstrategie ist die Grundlage für die künftige Entwicklung international rechtsverbindlicher Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen in der Seeschifffahrt. Flankierend werden u.a. eine weitere Steigerung der Energieeffizienz von Schiffen und ein Programm zur Förderung kohlenstoffarmer Kraftstoffe avisiert. Zudem sollen bestehende Maßnahmen zur Erhöhung der technischen und betrieblichen Effizienz von Schiffen fortentwickelt werden.

Zur Unterstützung der Reduktion von CO2-Emissionen ist am 1. März 2018 ein neues IMO-Datenerfassungssystem für den Kraftstoffverbrauch von Schiffen eingeführt worden. Dieses erhebt in einem ersten Schritt den Kraftstoffverbrauch aller erfassten Schiffe weltweit.

Weitere Informationen auf der Website der IMO:
http://www.imo.org/en/MediaCentre/PressBriefings/Pages/06GHGinitialstrategy.aspx