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Sonja Moers

Quelle: raumwerk

Ich habe von 1993 bis 1997 Architektur am University College Dublin und an der TU Kaiserslautern studiert. 2000 gründete ich mit Kollegen ein Architektur- und Stadtplanungsbüro in Frankfurt und bin heute dessen Geschäftsführerin und Gesellschafterin. 2006 nahm ich im Land Hessen die Ausbildung des technischen Referendariats in der Fachrichtung „Städtebau“ auf und schloss sie 2008 mit der Staatsprüfung zur Bauassessorin für Städtebau ab.

Gründung und Aufbau eines eigenen Planungsbüros

Bereits während des Studiums eröffneten sich Möglichkeiten, Berufserfahrung im In- und Ausland zu sammeln. Nach dem erfolgreichen Abschluss als Diplom-Ingenieurin für Architektur arbeitete ich drei Jahre bei Albert Speer und Partner in Frankfurt. Im Jahr 2000 gründete ich schließlich gemeinsam mit zwei Partnern das Architektur- und Stadtplanungsbüro raumwerk mit Sitz in Frankfurt, das bis heute internationale Projekte in den Bereichen Städte- und Hochbau realisiert und auch international tätig ist. 2005 übernahm ich einen Lehrauftrag „Städtebau und Entwerfen“ an der Technischen Universität Kaiserslautern, ab 2006 absolvierte ich das technische Referendariat. Seit 2010 bin ich Geschäftsführerin und Gesellschafterin von raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH. Im selben Jahr wurde ich in den Bund deutscher Architekten (BDA), Gruppe Frankfurt, berufen. Seit 2012 bin ich Mitglied des Gestaltungsbeirates Marburg, seit 2013 Mitglied im Arbeitskreis Stadtplanung des BDA, Bund.

Vielfältige Projekte und Auftraggeber

Zu meinen Aufgaben bei raumwerk zählen die Geschäftsführung des Büros, die Projektleitung für Architekturleistungen im Hochbau und beim Städtebau sowie für informelle und formelle Planungsleistungen aus dem Bereich Städtebau und Stadtplanung. Die Personalverantwortung erstreckt sich derzeit über ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Was die Aufgaben so spannend macht, sind die Vielfalt der Projekte und Auftraggeber, von Kommunen bis zu privaten Investoren, sowie die Möglichkeit der eigenständigen Projektgestaltung bis hin zur Entwicklung der Planungsinhalte.

Nützliche Einblicke in Verwaltung und Politik gewinnen

Wenn ich an mein Städtebau-Referendariat zurückdenke, dann insbesondere an die vielfältigen Chancen, Einblicke in Verwaltung und Politik zu erhalten. Zudem gibt es fast unbegrenzte Möglichkeiten, eigenständig Schwerpunkte in der Ausbildung zu setzen. Auch die bundesweiten Fortbildungsveranstaltungen haben dazu beigetragen. Selbstverständlich konnte ich während der Referendariatszeit auch meine beruflichen Kontakte vertiefen und ausbauen.

Viele im Referendariat erworbene Kompetenzen haben mir später genutzt: rechtliche Kompetenz, fachliche Kompetenz, Verfahrens- und Organisationskompetenz, der breite Überblick über die Verwaltung und weitere Institutionen. Ich habe ein besseres Verständnis insbesondere der verwaltungstechnischen Abläufe gewonnen, ein großer Vorteil bei städtebaulichen Projekten. Und ein ganz konkreter Gewinn: Durch die zusätzliche Qualifikation von mir als Assessorin konnte das Leistungsspektrum unseres Büros im Bereich der Stadtplanung ausgebaut werden.

Das technische Referendariat: fundiert und praxisbezogen

Das technische Referendariat ist nach meiner Überzeugung eine umfassende, fundierte und vielfältige Ausbildung mit hohem Praxisbezug. Sie ist sowohl für den öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft von großem Nutzen. Durch die gestiegene Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen bieten sich gute Entwicklungsmöglichkeiten. Den heutigen und zukünftigen Referendarinnen und Referendaren möchte ich mit auf den Weg geben: Nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten, in unterschiedliche Institutionen und Ämter Einblicke zu gewinnen, um frühzeitig zu erkennen, welches Umfeld für den späteren Berufsweg von Interesse ist! Seien Sie neugierig, zeigen Sie Eigeninitiative und nutzen Sie die viefältigen Chancen, die diese Ausbildungszeit bietet!