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Otto Schaaf

Quelle: Bettina Fürst-Fastré

Ich habe von 1976 bis 1982 Bauingenieurwesen, Fachrichtung Stadtbauwesen, an der RWTH Aachen studiert. Das technische Referendariat in der Fachrichtung Stadtbauwesen absolvierte ich von 1982 bis 1984 in Nordrhein-Westfalen und schloss es 1984 als Bauassessor ab.

Nachhaltiges Handeln für einen intakten Wasserkreislauf

Nach dem technischen Referendariat übernahm ich die Leitung der Abteilung und später des Eigenbetriebs „Stadtentwässerung“ bei der Stadtverwaltung Ludwigshafen am Rhein. Daran schlossen sich mehrere Stationen in der Stadt Köln an: zunächst die Leitung der Neubauabteilung, später des Amtes für Stadtentwässerung der Stadt Köln, danach die Leitung der Hauptabteilung „Technik“ der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR. Schließlich wurde ich zum Vorstand der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR, berufen.

Die Entwicklung und Leitung verschiedener baulicher Großprojekte und der Aufbau eines Eigenbetriebes haben mir am Anfang meines Berufsweges viel Freude gemacht, später waren es die größer werdenden Gestaltungsmöglichkeiten und das ganzheitliche und nachhaltige Handeln für einen intakten Wasserkreislauf. Dazu gehören für mich neben den vielfältigen Facetten der Abwasserbeseitigung die Verantwortung für den Hochwasserschutz und die -vorsorge genauso wie die Gewässerentwicklung. Zudem ist es mir wichtig, in Netzwerken zu arbeiten, was ich im ehrenamtlichen Bereich z.B. als Präsident der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), als Vorstandsmitglied im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) oder als Präsidiumsmitglied der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) umsetze.

Umfassende Führungsverantwortung

Zu Beginn meiner beruflichen Karriere standen mehr fachtechnische Aufgaben im Vordergrund. Heute geht es vornehmlich um Führungsverantwortung in all ihren Ausprägungen. Als (Allein-)Vorstand eines Kommunalunternehmens trage ich die Gesamtverantwortung für ein Unternehmen mit rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zu meinen zentralen Aufgaben gehört natürlich auch die Vertretung des Unternehmens nach außen, z.B. gegenüber dem Eigentümer, der Politik, der Öffentlichkeit und diversen Interessengruppen.

Referendariat hilfreich für junge Führungskräfte

Besonders begeistert haben mich bei meinem technischen Referendariat das breite Spektrum an Ausbildungsstellen und der damit verbundene Einblick in viele Berufsfelder. Interessant fand ich auch die vielen Menschen, die ich in ihren beruflichen Umfeldern kennengelernt habe.

Rufe ich die dort erworbenen Kompetenzen noch einmal auf, so hatten das Verständnis, wie eine Verwaltung funktioniert, und das Wissen um die rechtlichen Anforderungen an das Verwaltungshandeln besonderen Stellenwert. Zum damaligen Zeitpunkt hätte ich mir zwar noch etwas mehr Vorbereitung auf Führungsaufgaben gewünscht, insgesamt war das technische Referendariat bei der Bewältigung der ersten beruflichen Herausforderungen aber äußerst hilfreich: Als junge Führungskraft konnte ich mich sehr schnell in den kommunalen Verwaltungsstrukturen zurechtfinden und meine Aufgaben und Projekte erfolgreich umsetzen.

Thematische und persönliche Anknüpfungspunkte

Berufliche Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen aus der Referendarzeit bestehen fort. Es ist immer schön, ehemalige Referendarinnen und Referendare zu treffen, weil sich darüber zahlreiche thematische und persönliche Anknüpfungspunkte ergeben.

Ein optimales Traineeprogramm

Das technische Referendariat ist ein optimales Traineeprogramm für alle, die in der Daseinsvorsorge arbeiten wollen. Es gibt einen hervorragenden Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten und vermittelt das Rüstzeug in Form von rechtlichen, sozialen, betriebswirtschaftlichen und Führungskompetenzen.