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Der erste Schritt des Breitbandausbaus in einer Region ist die Schaffung der passiven Infrastruktur. Diese kann in der Hand des Netzbetreibers und/oder des Diensteanbieters liegen. Die Verlegung passiver Infrastruktur ist aber auch eine der möglichen Unterstützungsmaßnahmen der öffentlichen Hand für den Breitbandausbau.

Passive Infrastruktur

Die passive Infrastruktur umfasst die Kabelkanäle, Leerrohre, Funkmasten und eventuell notwendige Gebäude (z.B. zum Installieren von Sendern), Transportmedien für die Datenübertragung (z.B. Glasfaser in unbeschaltetem Zustand (dark fiber) oder TV-Kabel, also Infrastrukturelemente ohne eigene Stromversorgung). Dazu gehören auch notwendige Kopplungsgeräte, optische Verteilergestelle (Kabelverteiler, Netzverteiler), Spleißkassetten, Patch Panels und Abschlusselemente, also Elemente, die den Anschluss der Gemeinde an den Backbone oder Backhaul bzw. das nächstgelegene Glasfasernetz ermöglichen.

Der Aufbau der passiven Infrastruktur erfolgt durch einen Telekommunikationsanbieter, die Kommune bzw. kommunale Unternehmen oder interkommunal, z.B. durch einen Zweckverband. Der Errichter der Infrastruktur ist in der Regel auch deren Eigentümer. Er ist neben der Planung und Errichtung des passiven Netzes auch für dessen Wartung und Management verantwortlich.

Der Aufbau der passiven Infrastruktur bindet den größten Anteil des jeweiligen Projektbudgets und ist in der Regel mit hohem finanziellen, baulichen und organisatorischen Aufwand verbunden, vor allem, wenn keine bereits vorhandenen Infrastrukturen, z.B. Leerrohre für das Verlegen von Glasfaserkabeln, genutzt werden können. In diesen Fällen müssen Grabungen organisiert und ggf. mit anderen Erdarbeiten koordiniert werden (z.B. Straßen- oder Radwegebau oder Erneuerung der Strom- bzw. Wasserversorgung). Hilfreich sind hier - sofern verfügbar - Baustellenatlanten, die zentral verwaltet und aktualisiert werden.

Tipp: Mit Inkrafttreten des novellierten Telekommunikationsgesetzes (TKG) am 10.05.2012 wurde die verpflichtende Bereitstellung von Infrastrukturen der öffentlichen Hand geregelt - insbesondere der Bundesfernstraßen, Wasserwege und Eisenbahnnetze (§ 77 c-e) sowie alternativer Infrastrukturen (§ 77 b). Streitfälle werden durch die Bundesnetzagentur mittels Schlichterspruch (§ 77b) bzw. über eine verbindliche Entscheidung der Beschlusskammer (§ 77 c-e) geregelt.

Eine Übersicht der für die Bearbeitung von Mitnutzungsanträgen nach §§ 77c, d und e TKG zuständigen Stellen ist auf folgender Internetseite der Bundesnetzagentur abrufbar:

http://www.bundesnetzagentur.de

Ferner wurde mit § 68 Abs. 2 TKG die Verlegung von Glasfaserleitungen oder Leerrohrsystemen, die der Aufnahme von Glasfaserleitungen dienen, in Abweichung der Allgemeinen Technischen Bestimmungen mit dem Verfahren des Micro- oder Minitrenching ermöglicht.

Vgl. Telekommunikationsgesetz

Das Microtrenchingverfahren wird folgenden Dokument der AG2 Unterarbeitsgruppe Breitband zum 6. Nationalen IT Gipfel näher erläutert:

Breitband ausbauen - Synergien nutzen, Effizienz steigern