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Fragen und Antworten zum Einsatz von Lang-Lkw

Fragen und Antworten zum Einsatz von Lang-Lkw

Dafür bedarf es zunächst einer bilateralen Vereinbarung (völkerrechtlicher Vertrag) mit dem Nachbarstaat. Ohne eine solche Vereinbarung ist der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw nicht zulässig.

Für den Einsatz von Lang-Lkw ist keine Anmeldung erforderlich. Sofern die Anforderungen der Ausnahme-Verordnung eingehalten werden, darf auf den dort angegebenen Strecken gefahren werden. Lediglich für den verlängerten Sattelauflieger (Typ 1) müssen Unfälle und Schwierigkeiten bei der Befahrbarkeit von Strecken bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) angezeigt werden.

Die Ausnahme-Verordnung stellt an den Einsatz von Lang-Lkw gewisse Bedingungen und Auflagen. Beispielhaft genannt werden die Ausrüstung des Lkw mit einer rückwärtigen Kamera am Heck der Fahrzeugkombination und die Einweisung in das Fahrzeug. Werden die Auflagen und Bedingungen erfüllt, dann kann der Einsatz beginnen.

Die Ausnahme-Verordnung präzisiert die technischen Details der Lang-Lkw größtenteils mit Verweis auf technische EU-Richtlinien.

Lang-Lkw dürfen die herkömmlichen Achslasten und Gesamtmassen nicht überschreiten. Damit bleibt es bei maximal 40 Tonnen. Nur wenn sie im Kombinierten Verkehr eingesetzt werden, dann sind 44 Tonnen Gesamtmasse wie ansonsten auch üblich zulässig.

Im Feldversuch wurde festgestellt, dass im Durchschnitt zwei Lang-Lkw-Fahrten etwas mehr als drei Fahrten mit konventionellen Lkw ersetzen ("aus 3 mach 2"). Bezogen auf eine Transportaufgabe ergaben sich Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 % und 25 %. Somit können sich aus dem Einsatz von Lang-Lkw positive Effekte, insbesondere auf die Umweltauswirkungen (Einsparung von CO2-Emmissionen) ergeben, die kurzfristig in dieser Größenordnung von kaum einer anderen fahrzeugtechnischen Maßnahme am Lkw zu erreichen sind.

Die Fahrer müssen mindestens fünf Jahre ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis CE sein. Zudem benötigen sie fünf Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werkverkehr.

Auf Autobahnen nicht. Im Übrigen dürfen mit ihnen nur Fahrzeuge überholt werden, die nicht schneller als 25 km/h fahren können oder dürfen.

Erfüllt der Unternehmer, der Lang-Lkw oder der Fahrer eine der genannten Auflagen oder Bedingungen nicht, fällt der Lang-Lkw nicht mehr unter die Ausnahme-Verordnung. Dann kommen die normalen zulassungsrechtlichen und verhaltensrechtlichen Vorschriften zur Anwendung. Der Lang-Lkw ist dann ohne notwendige Ausnahmegenehmigung bzw. Erlaubnis unterwegs. Dies stellt einen Verstoß gegen straßenrechtliche und straßenverkehrsrechtliche Vorschriften dar.

Aktuell lassen 13 Länder den Einsatz von Lang-Lkw zu. Als jüngstes Land hat Brandenburg im Rahmen der 6. Änderungs-VO erstmals Strecken gemeldet.


Die Länder Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen lassen den Einsatz von Lang-Lkw vollständig zu. In diesen Ländern, wie überdies auch in Nordrhein-Westfalen, darf der verlängerte Sattelauflieger mit 17,80 m gemäß § 2 Abs. 2 der Ausnahme-Verordnung das gesamte Straßennetz befahren. Die bis zu 25,25 m langen anderen Fahrzeugkombinationen müssen das Positivnetz benutzen.


Bremen hat seit der zweiten Änderungs-Verordnung sein Autobahnnetz freigegeben. Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg haben zahlreiche Strecken zum Befahren mit Lang-Lkw freigegeben. Daneben existieren noch einzelne Lückenschlüsse über das Bundesautobahnnetz in Sachsen-Anhalt. Hier dürfen aber auch die Lang-Lkw mit 17,80 m, wie auch in Bremen, die Autobahnen nicht verlassen, es sei denn, sie koppeln zuvor auf einen StVZO-konformen Lkw um. Rheinland-Pfalz hat bereits angekündigt, mit der nächsten Änderungsverordnung ebenfalls erste Strecken freizugeben..

Nach der in Kraft getretenen sechsten Änderungs-Verordnung hat das Positivnetz nun insgesamt eine Länge von rund 11.600 Kilometern, etwa 70 % sind davon Autobahnen. Dies entspricht über der Hälfte des gesamten BAB-Netzes in Deutschland und spiegelt nahezu das gesamte BAB-Netz der beteiligten Bundesländer wider. Der Anteil des für Lang-Lkw freigegebenen nachgeordneten Straßennetzes auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen entspricht bezogen auf das überörtliche Straßennetz ohne BAB der teilnehmenden Länder zwei Prozent. Dies ist etwa ein Prozent des gesamten überörtlichen Straßennetzes ohne BAB in Deutschland..

Der Lang-Lkw darf nur auf dem verkündeten Streckennetz verkehren. Weisungen der Polizeibeamten nach § 36 StVO, von dem die Ausnahme-Verordnung keine Abweichung trifft, gehen vor und sind zu beachten. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit der Abkoppelung an geeigneter Stelle.

Die Ausnahme-Verordnung bleibt dennoch gültig.

Diese dürften gemäß § 2 Absatz 2 der Ausnahme-Verordnung in den teilnehmenden Bundesländern flächendeckend eingesetzt werden.

Es sind ausschließlich nur Strecken, die für Lang-Lkw geprüft wurden, freigegeben worden. Frühere Versuche haben gezeigt, dass der flächendeckende Einsatz von Lang-Lkw nicht möglich ist. Deshalb sind Komplikationen, die auf einer Ungeeignetheit der Infrastruktur basieren, grundsätzlich nicht zu erwarten.

Der Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung wurde von der BASt im Dezember 2016 veröffentlicht und kann unter www.bast.de/lang-lkw heruntergeladen werden.

Dafür bedarf es zunächst einer bilateralen Vereinbarung (völkerrechtlicher Vertrag) mit dem Nachbarstaat. Ohne eine solche Vereinbarung ist der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw nicht zulässig.