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Fragen und Antworten zum Einsatz von Lang-Lkw

Fragen und Antworten zum Einsatz von Lang-Lkw

Lang-Lkw dürfen nur auf den in der Anlage der Ausnahme-Verordnung genannten Strecken fahren (Positivnetz). Hier ein Überblick über das Streckennetz für Lang-Lkw.
Anderes gilt nur für den Lang-Lkw Typ 1 (Sattelkraftfahrzeuge mit einer Länge bis zu 17,88 m). Diese dürfen neben dem Positivnetz auch flächendeckend auf allen Strecken in den in § 2 der Ausnahme-Verordnung genannten Bundesländern eingesetzt werden.

Aktuell lassen 15 Länder den Einsatz von Lang-Lkw zu. Als jüngste Länder haben Rheinland-Pfalz und das Saarland im Rahmen der 8. Änderungs-VO erstmals Strecken gemeldet.

Die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen lassen den Einsatz von Lang-Lkw vollständig zu. In diesen Ländern, wie überdies auch in Sachsen-Anhalt, darf der verlängerte Sattelauflieger mit 17,88 m gemäß § 2 Abs. 2 der Ausnahme-Verordnung das gesamte Straßennetz befahren. Die bis zu 25,25 m langen anderen Fahrzeugkombinationen müssen das Positivnetz benutzen. Auch Mecklenburg- Vorpommern und Brandenburg haben zahlreiche Strecken zum Befahren mit Lang-Lkw freigegeben. Daneben existieren noch einzelne Lückenschlüsse über das Bundesautobahnnetz in Sachsen-Anhalt.

Dafür bedarf es zunächst einer bilateralen Vereinbarung (völkerrechtlicher Vertrag) mit dem Nachbarstaat. Ohne eine solche Vereinbarung ist der grenzüberschreitende Verkehr mit Lang-Lkw nicht zulässig.

Der Lang-Lkw darf nur auf dem verkündeten Streckennetz verkehren. Weisungen der Polizeibeamten nach § 36 StVO, von dem die Ausnahme-Verordnung keine Abweichung trifft, gehen vor und sind zu beachten. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit der Abkoppelung an geeigneter Stelle.

Die Ausnahme-Verordnung bleibt dennoch gültig.

Auf Autobahnen nicht, ausgenommen Lang-Lkw Typ 1. Im Übrigen dürfen mit ihnen nur Fahrzeuge überholt werden, die nicht schneller als 25 km/h fahren können oder dürfen.

Es sind ausschließlich nur Strecken, die für Lang-Lkw geprüft wurden, freigegeben worden. Frühere Versuche haben gezeigt, dass der flächendeckende Einsatz von Lang-Lkw nicht möglich ist. Deshalb sind Komplikationen, die auf einer Ungeeignetheit der Infrastruktur basieren, grundsätzlich nicht zu erwarten.

Lang-Lkw dürfen die herkömmlichen Achslasten und Gesamtmassen nicht überschreiten. Damit bleibt es bei maximal 40 Tonnen. Nur wenn sie im Kombinierten Verkehr eingesetzt werden, dann sind 44 Tonnen Gesamtmasse wie ansonsten auch üblich zulässig.

Für neue Lang-Lkw (die seit 01.07.2019 erstmals in Verkehr gekommen sind) ist die Ausstattung mit einem Abbiegeassistenten und mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten seit 01.07.2020 Pflicht. Ab 01.07.2022 ist die Ausrüstung für alle Lang-Lkw, d. h. auch für Bestandsfahrzeuge, auf deutschen Straßen verpflichtend. Eine angemessene Übergangsregelung war zur Nachrüstung der Bestandsfahrzeuge notwendig.
Der verpflichtende Abbiegeassistent dient damit insbesondere dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Radfahrende und Fußgänger. Die mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten können die anderen Verkehrsteilnehmer über mögliche Gefahrensituationen frühzeitig informieren.
Diese Maßnahmen tragen sowohl dem innovativen Konzept der Lang-Lkw als auch der Verkehrssicherheit entsprechend Rechnung.

Die Fahrer der der Lang-Lkw Typen 2-5 müssen mindestens fünf Jahre ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis CE sein. Zudem benötigen sie fünf Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Straßengüter- oder Werkverkehr.

Für den Einsatz von Lang-Lkw ist keine Anmeldung erforderlich. Sofern die Anforderungen der Ausnahme-Verordnung eingehalten werden, darf auf den dort angegebenen Strecken gefahren werden. Lediglich für den verlängerten Sattelauflieger (Typ 1) müssen eventuelle Unfälle und Schwierigkeiten bei der Befahrbarkeit von Strecken bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) angezeigt werden.

Die Ausnahme-Verordnung stellt an den Einsatz von Lang-Lkw gewisse Bedingungen und Auflagen. Beispielhaft genannt werden die Ausrüstung des Lkw mit einer rückwärtigen Kamera am Heck der Fahrzeugkombination und die Einweisung in das Fahrzeug. Werden die Auflagen und Bedingungen erfüllt, dann kann der Einsatz beginnen.

Die Ausnahme-Verordnung präzisiert die technischen Details der Lang-Lkw größtenteils mit Verweis auf technische EU-Richtlinien.

Erfüllt der Unternehmer, der Lang-Lkw oder der Fahrer eine der genannten Auflagen oder Bedingungen nicht, fällt der Lang-Lkw nicht mehr unter die Ausnahme-Verordnung. Dann kommen die normalen zulassungsrechtlichen und verhaltensrechtlichen Vorschriften zur Anwendung. Der Lang-Lkw ist dann ohne notwendige Ausnahmegenehmigung bzw. Erlaubnis unterwegs. Dies stellt einen Verstoß gegen straßenrechtliche und straßenverkehrsrechtliche Vorschriften dar.

Im Feldversuch wurde festgestellt, dass im Durchschnitt zwei Lang-Lkw-Fahrten etwas mehr als drei Fahrten mit konventionellen Lkw ersetzen („aus 3 mach 2“). Bezogen auf eine Transportaufgabe ergaben sich Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 % und 25 %. Somit können sich aus dem Einsatz von Lang-Lkw positive Effekte, insbesondere auf die Umweltauswirkungen (Einsparung von CO2-Emmissionen) ergeben, die kurzfristig in dieser Größenordnung von kaum einer anderen fahrzeugtechnischen Maßnahme am Lkw zu erreichen sind.

Der Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung wurde von der BASt im Dezember 2016 veröffentlicht und kann unter www.bast.de/lang-lkw heruntergeladen werden.

Lang-Lkw dürfen nur auf den in der Anlage der Ausnahme-Verordnung genannten Strecken fahren (Positivnetz). Hier ein Überblick über das Streckennetz für Lang-Lkw.
Anderes gilt nur für den Lang-Lkw Typ 1 (Sattelkraftfahrzeuge mit einer Länge bis zu 17,88 m). Diese dürfen neben dem Positivnetz auch flächendeckend auf allen Strecken in den in § 2 der Ausnahme-Verordnung genannten Bundesländern eingesetzt werden.