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Die Güterstrecke entlang des Rheins ist eine der am stärksten befahrenen Schienenstrecken Europas. Auf dieser Achse verkehren die Güterzüge zwischen den großen Umschlaghäfen Rotterdam und Genua, zahlreiche starke Industriestandorte liegen entlang der Strecke. Für den Korridor zwischen Köln und Karlsruhe werden zudem für die nächsten Jahre erhebliche Verkehrszuwächse erwartet. Um keinen Engpass im europäischen Schienenverkehrsnetz entstehen zu lassen, muss die Kapazität der Strecke erhöht und gleichzeitig der Lärmschutz für die Anwohner deutlich verbessert werden. Das BMVI hat deshalb 2012 einen Gutachter beauftragt, Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Erste Ergebnisse für den Abschnitt Frankfurt-Mannheim liegen jetzt vor.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Wir müssen die Kapazität zwischen Frankfurt und Mannheim optimieren und gleichzeitig den Lärmschutz für die Anwohner deutlich verbessern. Der Lösungsvorschlag der Gutachter hat dreifach Vorteile für die Region: besseren ICE-Anschluss, mehr Regionalverbindungen und nachts eine deutliche Entlastung vom Schienengüterverkehr auf den bestehenden Strecken. Das ist eine gute Basis für weitere Planungen.

Der Abschnitt Frankfurt-Mannheim ist ein zentrales Element des Mittelrheinkorridors. Schon heute ist er der am stärksten belastete Abschnitt des gesamten ICE-Netzes der Deutschen Bahn. Nach den Erkenntnissen der Gutachter ist eine neue Bahnstrecke für den Mischverkehr - am Tag schneller Personenfernverkehr, in der Nacht Güterverkehr - parallel zu den Autobahnen A5 / A67 die beste Lösung. Die Neubaustrecke soll die steigenden Verkehrsmengen aufnehmen und für deutlich kürzere Fahrzeiten sorgen. Gleichzeitig wird auf den Bestandsstrecken Platz für ein erweitertes Angebot der S-Bahn Rhein-Main/Rhein-Neckar geschaffen. Die Neubaustrecke ermöglicht zudem schnelle Nahverkehrsangebote zwischen Bergstraße, Darmstadt und Frankfurter Flughafen sowie Wiesbaden. In der Nacht soll die Strecke genutzt werden, um den Güterverkehr von den Bestandsstrecken umzuleiten und dadurch deren Anwohner zu entlasten. Im Raum Darmstadt soll die Neubaustrecke mit dem Bestandsnetz verbunden werden. Der Darmstädter Hauptbahnhof könnte von Norden und Süden an die Neubaustrecke angeschlossen werden.

Tarek Al-Wazir, Hessischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, begrüßt, dass das BMVI der Bitte des Landes Hessen entsprochen und die von ihm beauftragte Studie in den Regionen des Zentralkorridors vorgestellt hat.

Mir ist wichtig,

so Al-Wazir,

dass einer der größten Engpässe im Eisenbahnnetz aufgelöst wird, damit mehr und bessere Verbindungen auf der Schiene angeboten werden können, die Bürgerinnen und Bürger vom Schienenlärm an den Bestandsstrecken entlastet werden und gleichzeitig niemand von einem attraktiven Schienenangebot abgehängt wird. Mit dem anstehenden Konsultationsverfahren schaffen wir Transparenz!

So könne mit den Bürgerinnen und Bürgern geklärt werden, ob das zur Lösung des Kapazitätsengpasses im Schienenpersonen- und Güterverkehr entwickelte Maßnahmenbündel auch den regionalen Erfordernissen - insbesondere der Anbindung Darmstadts - entspricht und diese hinreichend berücksichtigt.

Das vollständige Gutachten zum gesamten Korridor Köln - Karlsruhe wird im Herbst vorliegen. In der anschließenden Konsultationsphase können sich Bürgerinnen und Bürger einbringen. Die abschließenden Lösungsvorschläge werden dann im Rahmen der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans weiter untersucht. Der neue BVWP wird 2015 vorgelegt.