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Heute hat Bundesminister Andreas Scheuer in einer gemeinsamen Videokonferenz mit dem Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Oliver Schenk, die Entscheidung verkündet, dass Chemnitz ein Standort des Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff unter dem Dach des Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft wird.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Wir schaffen Zukunft mit H2. Deswegen spannen wir das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff über ganz Deutschland. Das Ergebnis unseres Standortwettbewerbs ist 3 plus 1: Chemnitz, Duisburg, Pfeffenhausen und Norddeutschland. Damit wollen wir die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Westen, Osten, Süden und Norden unterstützen – ganzheitlich. Die Standorte greifen dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Industrie auf und haben verschiedene Schwerpunkte. Denn es ist uns wichtig, dass jeder Standort seine Stärken mit einbringt. Chemnitz beispielsweise im Bereich der Straßen- und Schienenanwendungen. Insgesamt nehmen wir damit alle Verkehrsträger wie Schiene, Schiff, Auto und Flieger in den Blick. Nur so können wir die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und unsere Mobilität gleichzeitig klimafreundlich gestalten. Damit die Standorte schnell ihre Arbeit aufnehmen können, stellen wir bis Ende 2024 bis zu 290 Millionen Euro zur Verfügung – davon gehen bis zu 60 Millionen Euro nach Chemnitz. Die Länder greifen den Projekten zusätzlich auch noch unter die Arme. Mit der heutigen Entscheidung gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg, Deutschland zum „Wasserstoffland“ zu machen.

Zum Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff (ITZ):

Brennstoffzellentechnologie in Deutschland zu fördern ist unser Antrieb bei der Schaffung des ITZ. Mit dem ITZ setzt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine Maßnahme der Nationalen Wasserstoffstrategie von Juni 2020 um. Mit dem Wasserstoffzentrum soll eine Entwicklungs- und Testeinrichtung geschaffen werden, die Angebote vorhält die so am Markt nicht bzw. nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Eine besondere Fokussierung soll dabei auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Startups, Gründern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen liegen. Im internationalen Kontext soll das ITZ zudem einen Beitrag dazu leisten, technische und ökonomische Standards zu setzen. Das ITZ soll Teil des Netzwerks des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft werden.

Zum Chemnitzer Konzept:

  • Ziele und Schwerpunkte:

    • Entwicklungs- und Testumgebung
    • Zertifizierung
    • Normen und Standardisierung
    • Aus- und Weiterbildung
  • Entwicklungs- und Zertifizierungsumgebung
  • HIC Akademie – Aus- und Weiterbildungseinrichtung
  • Technologie- und Gründerzentrum für Wasserstofftechnologien sowie Start-Up Umgebung
  • Einbindung bestehender Expertise und Infrastruktur und Herstellung internationaler Sichtbarkeit
  • Transformation der Zulieferindustrie
  • 2022 Baubeginn, geplante Eröffnung 2024

Schwerpunkte u.a.

  • BZ-Stack, BZ-System und BZ-Antrieb
  • Betankungssysteme und Komponenten
  • Schienenfahrzeuge (Lokomotiven/Triebwagen und Tram)
  • PKW
  • Nutzfahrzeuge (LKW 3,5 t bis 40 t, Busse, Land- und Baumaschinen)
  • Neubau auf dem Technologiecampus Chemnitz, angrenzend an die TU Chemnitz und Fraunhofer IWU und ENAS
  • Weitere Satellitenstandorte bei den beteiligten Unternehmen/KMU/Partnern (u.a. Teststrecken Straße und Schiene, TU Dresden)
  • Hzwo e.V. (Innovationscluster)
  • TU Chemnitz, Fraunhofer IWU

(Unternehmen, Cluster und Wissenschaft abgeleitet aus den LOI der Standortkonzepte)

  • Mittelständische (Zuliefer-)Unternehmen und (Fahrzeug-)Entwicklungsunternehmen von Antriebstechnologien
  • Prüf- und Zertifizierungsdienstleister (u.a. SLG)
  • Wenige OEM (u.a. BMW Leipzig)
  • Automobilcluster (u.a. AMZ)
  • Energiecluster (u.a. energy saxony)
  • Smart Rail Connectivity Campus (SRCC)
  • Aus- und Weiterbildung (u.a. IHK, HWK)
  • TU Dresden
  • Fraunhofer ENAS und IWU

Ministerpräsident Michael Kretschmer:

Die heutige Entscheidung ist ein Riesenerfolg für Chemnitz und ganz Sachsen. Chemnitz hat einmal mehr gezeigt, was für eine unglaubliche Innovationskraft und Kreativität hier vorhanden ist. Es ist dieser Gründer- und Machergeist, den wir in Deutschland und Europa brauchen, der uns stark macht und der gut ist für unseren Wohlstand, für wirtschaftliche Dynamik und Klimaschutz. Das neue Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff wird die Stadt selbst, aber auch den Industrie- und Innovationsstandort Sachsen und Deutschland weiter stärken und prägen. Mit dem Hydrogen and Mobility Innovation Center können wir aus Sachsen heraus klimafreundliche Mobilität der Zukunft mitgestalten und wichtige Impulse setzen, um neue Technologien aus dem Labor in die Anwendung zu bringen.

Zum Standortwettbewerb:

Aus der ersten Wettbewerbsphase zur Teilnahme an der Machbarkeitsstudie zur weiteren Standortauswahl des ITZ gingen 3 Standorte im April dieses Jahres als Gewinner hervor. Dies waren die drei Standorte Chemnitz, Duisburg und Pfeffenhausen im Landkreis Landshut. Ein norddeutsches Cluster für maritime und Luftfahrtanwendungen aus Bremerhaven, Hamburg und Stade wurde zusätzlich zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie ausgewählt. Das BMVI hat für die Bewertung der Standortkonzepte und zur Analyse der Machbarkeit einen Dienstleister, ein Konsortium um die Prognos AG, mit der Durchführung beauftragt. Nach einem intensiven Bewertungsverfahren der einzelnen Standortkonzepte zur Umsetzung des ITZ und der Erhebung konkreter Bedarfsanforderungen unter Einbeziehung der Industrie im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie steht nun die Standortwahl fest.

Zum Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM):

Mit dem Zentrum Mobilität der Zukunft soll ein über mehrere Standorte verteilter Ort geschaffen werden, an dem die Mobilität von Morgen neu gedacht und entwickelt wird. Das Zentrum soll auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf finden, wie sich Menschen fortbewegen und Waren transportiert werden können.
Das DZM soll den notwendigen Freiraum schaffen, kreativ, quer-denkend, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken (Think Tank), zu entwickeln (Entwicklungszentren) und in der Praxis unmittelbar zu erproben (Praxiscampus).
Eine wissenschaftliche Anbindung soll über entsprechende Lehrstühle mit einer engen Zusammenarbeit mit der Industrie über gemeinsame Forschungs- und Innovations-Vorhaben erfolgen. Dabei geht es auch um die Erprobung neuer Technologien bis hin zur Marktreife und um die Unterstützung bis zur Gründung von neuen Unternehmen. Entwicklungsschwerpunkte sind hierbei u.a. Wasserstofftechnologien, synthetische Kraftstoffe, innovative Logistikkonzepte und vor allem auch digitale, plattformbasierte Mobilitätskonzepte.