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Heute hat Bundesminister Andreas Scheuer verkündet, dass Duisburg ein Standort des Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff unter dem Dach des Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft wird.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Wir schaffen eine Mobilität der Zukunft mit H2. Deswegen spannen wir das Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff über ganz Deutschland. Das Ergebnis unseres Standortwettbewerbs ist 3 plus 1: Chemnitz, Duisburg, Pfeffenhausen und Norddeutschland. Damit wollen wir die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Westen, Osten, Süden und Norden unterstützen – ganzheitlich. Die Standorte greifen dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Industrie auf und haben verschiedene Schwerpunkte. Denn es ist uns wichtig, dass jeder Standort seine Stärken mit einbringt, Duisburg beispielsweise im Bereich Schwer- und Nutzlastfahrzeuge. Insgesamt nehmen wir damit alle Verkehrsträger wie Schiene, Schiff, Auto und Flieger in den Blick. Nur so können wir die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und unsere Mobilität gleichzeitig klimafreundlich gestalten. Damit die Standorte schnell ihre Arbeit aufnehmen können, stellen wir bis Ende 2024 bis zu 290 Millionen Euro zur Verfügung – davon gehen bis zu 60 Millionen Euro nach Duisburg. Die Länder greifen den Projekten zusätzlich auch noch unter die Arme. Mit der heutigen Entscheidung gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg, Deutschland zum „Wasserstoffland“ zu machen.

Ministerpräsident Armin Laschet:

Das neue Zentrum für BrennstoffzellenTechnik ZBT in Duisburg ist ein großer Erfolg und zeigt: Nordrhein-Westfalen ist bei der Wasserstoffwirtschaft führend – nicht nur im industriellen Kontext, sondern auch beim Einsatz in der Mobilität. Mehr als 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände haben dem deutschen Innovations- und Technologiezentrum Wasserstofftechnologie in Duisburg ihre Unterstützung zugesagt. Das wegweisende Konzept des nordrhein-westfälischen Konsortiums fügt sich hervorragend in die Wasserstoffstrategie der Landesregierung ein. Um dieses wichtige Vorhaben zu unterstützen, wird die Landesregierung die ersten Schritte der Zentrumsentwicklung mit knapp 1,6 Millionen Euro und den weiteren Aufbau bis 2025 mit bis zu 50 Millionen Euro unterstützen.

Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart:

Ich freue mich sehr, dass das innovative Duisburger Konzept den Bund überzeugen konnte. Das Zentrum wird dazu beitragen, wichtige Märkte der Zukunft für unsere Autozulieferindustrie zu erschließen für eine neue und nachhaltige Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen. Ein Drittel der deutschen Zulieferindustrie ist in Nordrhein-Westfalen beheimatet. Eine starke Wasserstoff-Industrie leistet zudem einen wichtigen Beitrag, die deutschen Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Das ITZ verknüpft die Transformation der Automobilwirtschaft, Klimaschutz und Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen. So wird mit Innovationen Zukunft gestaltet.

Zum Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff (ITZ):

Brennstoffzellentechnologie in Deutschland zu fördern ist unser Antrieb bei der Schaffung des ITZ. Mit dem ITZ setzt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine Maßnahme der Nationalen Wasserstoffstrategie von Juni 2020 um. Mit dem Wasserstoffzentrum soll eine Entwicklungs- und Testeinrichtung geschaffen werden, die Angebote vorhält die so am Markt nicht bzw. nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Eine besondere Fokussierung soll dabei auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Startups, Gründern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen liegen. Im internationalen Kontext soll das ITZ zudem einen Beitrag dazu leisten, technische und ökonomische Standards zu setzen. Das ITZ soll Teil des Netzwerks des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft werden.

Zum Duisburger Konzept:

Zielsetzung und inhaltliche Ausrichtung

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  • Entwicklungsbegleitung von der Idee zum Produkt

    • Von der Idee zur Entwicklung (Entwicklungsphase)
    • Von der Entwicklung zum Markt (Prüfungs- und Zulassungsphase)
  • Gründungsunterstützung und Beratung zusammen mit den Satelliten
  • Entwicklungsarbeit und begleitende Tests bei Satelliten angesiedelt
  • Mess-, Prüf- und Testverfahren im TIW
  • Internationale Standards und pränormative Arbeit (u.a. technische Kriterien und Qualitäten)
  • Aus- und Weiterbildung mit beteiligten Institutionen und Partnern (u.a. HKM, IHK, TÜV)
  • Technologietransfer und Anwenderunterstützung

Zeitliche Dimension

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  • Aufbauphase und erste Nutzung vorhandener Infrastruktur ab 2022 („startklar“)
  • Etablierungs- und Betriebsphase ab 2024

Technische Ausrichtung

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  • BZ-Stack, Subsysteme, Systemkomponenten, Fokus: Energieversorgung des Antriebsstrangs
  • Batterie und Fahrzeugintegration – in den Satelliten
  • Ausschließlich Arbeit mit Druckgas-H2

Verkehrsbereiche

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  • Schienenfahrzeuge (Lokomotiven/SPNV)
  • Schwerlastgüterverkehr und Nutzfahrzeuge sowie Busse (heavy duty)
  • PKW (Langstreckenbetrieb)
  • Binnenschifffahrt
  • Luftfahrt (kleine Flugzeuge)

Standortkonzept

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  • Satellitenkonzept mit Hauptstandort TIW in Duisburg
  • Satelliten mit jeweiligen Funktionen/Schwerpunkten in Aachen, Duisburg, Jülich, Neuss, Köln, Aldenhoven, Düsseldorf

Konsortialpartner und Federführer

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  • ZBT – Zentrum für Brennstoffzellen-Technik
  • u.a. Hüttenwerke Krupp Mannesmann, Rheinmetall, Startport, FEV, FCI, VDE, TÜV

Weitere Unternehmen/Branchen

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  • Logistik, Hafen- und Flottenbetreiber
  • MTU Aero sowie Stahl- und Leichtbau
  • Automotiv Zulieferindustrie
  • OEM Nfz und PKW (u.a. IVECO, Deutz, Ford)
  • Energiekonzerne und Infrastrukturbetreiber (u.a. Shell, Westenergie)
  • Schienenfahrzeuge und Mobilitätsdienstleister
  • Prüf- und Normierungsdienstleister

Weitere Cluster und Netzwerke

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  • Verschiedene H2-Cluster und Verbände
  • Unternehmer- und Industrieverbände

Weitere Partner in der Wissenschaft

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  • RWTH Aachen mit verschiedenen Insitutionen
  • Hochschulen und Universitäten in NRW
  • Fraunhofer IPT, DLR, Forschungszentrum Jülich

Zum Standortwettbewerb:

Aus der ersten Wettbewerbsphase zur Teilnahme an der Machbarkeitsstudie zur weiteren Standortauswahl des ITZ gingen 3 Standorte im April dieses Jahres als Gewinner hervor. Dies waren die drei Standorte Chemnitz, Duisburg und Pfeffenhausen im Landkreis Landshut. Ein norddeutsches Cluster für maritime und Luftfahrtanwendungen aus Bremerhaven, Hamburg und Stade wurde zusätzlich zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie ausgewählt. Das BMVI hat für die Bewertung der Standortkonzepte und zur Analyse der Machbarkeit einen Dienstleister, ein Konsortium um die Prognos AG, mit der Durchführung beauftragt. Nach einem intensiven Bewertungsverfahren der einzelnen Standortkonzepte zur Umsetzung des ITZ und der Erhebung konkreter Bedarfsanforderungen unter Einbeziehung der Industrie im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie steht nun die Standortwahl fest.

Zum Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM):

Mit dem Zentrum Mobilität der Zukunft soll ein über mehrere Standorte verteilter Ort geschaffen werden, an dem die Mobilität von Morgen neu gedacht und entwickelt wird. Das Zentrum soll auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf finden, wie sich Menschen fortbewegen und Waren transportiert werden können.
Das DZM soll den notwendigen Freiraum schaffen, kreativ, quer-denkend, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken (Think Tank), zu entwickeln (Entwicklungszentren) und in der Praxis unmittelbar zu erproben (Praxiscampus).
Eine wissenschaftliche Anbindung soll über entsprechende Lehrstühle mit einer engen Zusammenarbeit mit der Industrie über gemeinsame Forschungs- und Innovations-Vorhaben erfolgen. Dabei geht es auch um die Erprobung neuer Technologien bis hin zur Marktreife und um die Unterstützung bis zur Gründung von neuen Unternehmen. Entwicklungsschwerpunkte sind hierbei u.a. Wasserstofftechnologien, synthetische Kraftstoffe, innovative Logistikkonzepte und vor allem auch digitale, plattformbasierte Mobilitätskonzepte.